Dem Rätsel des pazifischen Aales auf der Spur – Ein Interview mit Robert Schabetsberger

Der Salzburger Zoologe Robert Schabetsberger hat herausgefunden, wo sich die Laichgebiete der pazifischen Aale befinden und welche Strapazen sie für ihre Fortpflanzung auf sich nehmen. Unter anderen hat mare-mundi hier schon darüber berichtet. Wir waren besonders neugierig und wollten wissen, welche Beweggründe hinter dieser Forschung stecken. Darum haben wir Robert Schabetsberger um ein Interview gebeten:

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Der Lake Letas auf Gaua im Inselstaat Vanuatu östlich von Australien – ein mit Süßwasser gefüllter See, in dem viele Aale leben.

Was hat dein Interesse am pazifischen Aal geweckt?

Ein Vortrag von Prof. Tsukamoto, der den Laichplatz der japanischen Aale gefunden hat. Das liegt 15 Jahr zurück. Es hat ewig gedauert, bis ich etwas Geld aufgetrieben habe.

In welchem Alter begeben sich die erwachsenen Aale auf die Wanderschaft?

Das weiß keiner genau. Vermutlich mit ca. 10- 15 Jahren.

Wie genau erklimmen die Jungaale den 120 m hohen Wasserfall? 

Die feuchte Bauchseite klebt einfach am Untergrund und sie schlängeln sich auch senkrechte Strukturen hoch.

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Ein pazifischer Aal wird wissenschaftlich untersucht

Orientieren sich die Aale nur über den Magnetsinn in den Tiefen der Meere, um zu ihren Laichgebieten zu gelangen?

Es gibt eine Vielzahl von möglichen Mechanismen. Geruch, Magnetsinn, polarisiertes Licht, Tiefe (Druck). Kein weiß, wie sie es genau machen.

Was kann jeder Einzelne zum Schutz der Aale tun? 

Nicht wirklich viel, außer natürlich keinen Aal essen, aber da sind die Bestimmungen in der EU ohnehin schon streng. Die Aale in aus den Binnenseen, wo sie künstlich eingesetzt wurden, kann man beruhigt essen, denn die erreichen die Sargassosee nicht mehr.

Was sind die nächsten Schritte eurer Forschung mit dem pazifischen Aal?

Wir wollen 2016 in Papua Neu Guinea und in Samoa Tiere mit Sendern versehen.

Vielen Dank an Robert Schabetsberger für das Interview! 


Text: Wiebke Krambeck
Fotos: Robert Schabetsberger
Redaktion: Astrid Hickmann