Der Hai – ein mythenumwobenes, faszinierendes Wesen

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Das Fischen gilt seit jeher als ein mythenumwobener Beruf.

Fischen gehört seit tausenden Jahren zu vielen Kulturen und stellt seit jeher eine Nahrungsgrundlage für Küstenbewohner dar. Es ranken sich viele Mythen um das Fischen und um Begegnungen mit Seemonstern. Seemonster wie Riesenkraken, Moby Dick oder menschenfressenden Haien. Haie sind jedoch keineswegs so gefährlich für den Menschen wie meist angenommen. Durchschnittlich kommt es weltweit zu ca. 10 tödlichen Haiangriffen pro Jahr – statistisch gesehen eine sehr kleine Zahl. Im Gegensatz dazu geht die Zahl der Haie stetig zurück. Mittlerweile steht eine Großzahl der Haie auf der Liste der gefährdeten Arten.

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Ein Wunder der Evolution – der Hai.

Unsere Sharkproject Stipendium Gewinnerin Anna Schipany führte Interviews mit Fischern von Krk um deren Sicht auf die heutige Situation und den Umgang mit den Haien herauszufinden. Dabei stellt sich heraus, dass es zwar oft zu Begegnungen zwischen Fischern und Haien kommt, jedoch der Hai meist das Opfer und nicht der Täter ist, denn er landet immer wieder als Beifang in den Schleppnetzen der Fischer. Die dabei am häufigsten gefangen Haie sind Blauhaie und Dornhaie. Die kleinen und oft geschützten

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Dornhaie in einer Bucht vor der unbewohnten Insel Plavnik bei Krk. Vermutlich wurden diese Exemplare als Beifang wieder ins Meer zurückgegeben und überlebten es nicht,

Haie dürfen nicht verkauft werden und sollten daher wieder lebendig ins Meer zurück geworfen werden. Kleinere Exemplare sterben aber bereits oft in den Schleppnetzen wegen des hohen Drucks und werden daher entweder Tod über Board geworfen oder von den Fischern selbst verspeist. Es gibt zwar Bereiche wo Schleppnetze aufgrund der zu geringen Wassertiefe verboten sind, aber das Problem wird oft von den Fischern umgangen indem sie in internationalen Gewässern fischen. Im Vergleich dazu kommt es nur sehr selten zu Attacken durch Haie. Der letzte Angriff eines Blauhaies in der Region fand, laut dem Wissen der Fischer, 1964 in Rijeka statt. Einer der Fischer, der mittlerweile Tauchkurse leitet und nicht mehr zum Fischen aufs Meer fährt, sagt zu seinen, oft vom Hai verängstigten Tauchern: “Wir dringen in ihr Areal ein, nicht umgekehrt und dennoch flüchtet meist der Hai, da er uns nicht kennt.”

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Haie viel mehr Schutz vor uns brauchen als wir vor ihnen.

Text: Andreas LaFollette
Fotos: Andreas LaFollette, Robert Hofrichter, Hexanchus griseus: http://www.ciesm.org/forums/index.php?post/Sharks
Redaktion: Astrid Hickmann