Die Tunfische und ich: Was ich als Konsument wissen sollte

mare-mundi Sommer-Themenschwerpunkt 2016: Die Tunfische und ich

 

Jetzt ist er da, der lang ersehnte Sommer, die Ferien- und Urlaubszeit im Mittelmeerraum und darüber hinaus, Pizza al tonno, köstliche Tunfischsalate oder gar gleich ein saftiger Tunfischsteak. Die Meeresschutzorganisation mare-mundi gönnt Ihnen den mediterranen Genuss und möchte den Urlaubsspaß keinesfalls verderben, zugleich aber auf einige Fakten aufmerksam machen, vor denen wir die Augen nicht verschließen sollten.

Denn Tunfische sind in mehrfacher Hinsicht absolut einzigartig, mit Eigenschaften, die eher an Säugetiere als an Fische erinnern. Mehrere der weltweit acht Arten sind durch rücksichtslose, mafiöse Ausbeutung sehr stark bedroht, darunter der imposante Rote Tun oder Blauflossentun (Thunnus thynnus), der einst bis in die Nordadria vorgekommen ist, um dort zu laichen (Bakar in der Kvarner Bucht: Einst Tunfischparadies, heute sind auch fast alle „Tunfischleitern“ weg – über sie gibt es einen eigenen Artikel).

Der imposante Rote Tun oder Blauflossentun (Thunnus thynnus), der einst bis in die Nordadria vorgekommen ist, um dort zu laichen . Foto: Wikipedia, National Oceanic & Atmospheric Administration (NOAA), Photo Library, http://www.photolib.noaa.gov

Der imposante Rote Tun oder Blauflossentun (Thunnus thynnus), der einst bis in die Nordadria vorgekommen ist, um dort zu laichen . Foto: Wikipedia, National Oceanic & Atmospheric Administration (NOAA), Photo Library, http://www.photolib.noaa.gov

 

„In den letzten Jahren hat sich der Thunfischbestand in der Adria sehr gut erholt“, behaupten viele Anbieter von „big game fishing“ in Kroatien. Der aufgeklärte Konsument sollte jedoch nicht alles glauben, was aus kommerziellen Interessen heraus behauptet wird. Auch die Zucht von Tunfischen in Aquakulturen – auch in Kroatien betrieben – ist aus ökologischer Sicht keinesfalls immer der Weisheit letzter Schluss.

Tunfische enthalten jede Menge Umweltgifte, darunter Methylquecksilber, eine besonders gesundheitsschädliche Form des Quecksilbers. Für schwangere Frauen und Kinder ist zu viel Tunfischkonsum ausgesprochen schädigend, wovor auch die EU offiziell warnt.

Das sind nur einige ausgewählte Aspekte, doch gibt es dazu viel mehr zu sagen. In der Sommersaison 2016 möchte Sie daher mare-mundi Punkt für Punkt genauer über Tunfische und die Hintergründe ihrer Überfischung, des Handels, der Zucht und der Biologie informieren. Diese faszinierenden Fische der Weltmeere verdienen es, dass wir ihnen etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.

Oder können Sie sich vorstellen, dass es mit rechten Dingen zugeht und es sich um „ganz normale Fischerei“ handelt, wenn für einen einzigen Tunfisch in Japan 1,8 Millionen Dollar bezahlt werden?