Eine Tauchexpedition auf Krk

Daniela Kerekes macht derzeit ein Praktikum bei mare-mundi´s Schule am Meer auf der Insel Krk. Sie hat die Gelegenheit auf einer Insel, direkt am Meer zu sein gleich genutzt, um den AOWD (Advanced Open Water Diver) bei unserer Partnertauchbasis Styria Guenis Diving Center zu absolvieren. Hier Danielas Bericht zu ihrer kleinen Tauchexpedition vor der Insel Krk:


Diese Woche begab ich mich in die Tiefen der Kvarner Bucht hinab. Es waren vier verschiedene Tauchgänge die ich für mein weiteres Brevet machen wollte und ich freute mich schon sehr, wieder tiefer in die Unterwasserwelt abzutauchen und in aller Ruhe die faszinierenden Lebewesen zu beobachten. Die Tauchgänge machte ich mit unserem Partner Styria Guenis Diving Center.

Das Wrack der "Peltastis", ein Warentransportschiff, das im Januar 1968 vor der Küste der Insel Krk versank.

Das Wrack der “Peltastis”, ein Warentransportschiff, das im Januar 1968 vor der Küste der Insel Krk versank.

Der erste Tauchtag begann um acht Uhr zeitig in der Früh. Zuerst begann die Anprobe des Neoprenanzuges und ich bekam für das ganze Equipment eine eigene Kiste, die mich dann bei meinen Tauchgängen begleitete. Am Anfang bin ich sehr aufgeregt gewesen, weil ich schon seit einem Jahr nicht mehr Scuba Diving war. Wir fuhren mit einem Boot zu den Kanonen von Plavnik und dort begann der erste Unterwassergang. Beim ersten Tauchgang war das Navigieren gefragt. Das Brevet für den AOWD setzt sich aus vier Tauchgängen zusammen und ich wählte diese: Navigieren, Tieftauchen, Wracktauchen und Nachttauchen. Das Navigieren war nicht der spannendste Teil, aber es war ein guter Einstieg fürs Tauchen. Wir bekamen einen Kompass in die Hand gedrückt und mussten in einer bestimmten Form wie einem Viereck, schwimmen. Beim ersten Mal war ich zu sehr auf den Kompass konzentriert, dass ich den Tauchlehrer verpasst hatte, beim zweiten Mal ging es jedoch gut. Als wir mit den Navigationsaufgaben fertig waren, erkundeten wir noch die Gegend. Beim zweiten Tauchgang ging es um das Tiefentauchen, da man bei einer Tiefe ab 30 Meter den sogenannten „Tiefenrausch“ bekommen kann. Uns wurde vermittelt wie eingeschränkt handlungsfähig man in der Tiefe ist. Wir begaben uns hinab und bei einer Tiefe von 34 Metern, bekamen wir von unserem Tauchlehrer eine kleine Aufgabe, die eigentlich für Kinder im Alter von vier Jahren vorgesehen ist. Wir mussten verschiedene Formen nehmen und die in einen Ball stecken, welcher die passende Öffnung dafür hatte. Als zweites bekamen wir eine simple Rechenaufgabe, bei der wir uns das Ergebnis bis zum Schluss merken mussten. Die Aufgaben meisterten wir mit Bravour und danach tauchten wir noch an einer steilen Felswand entlang, bei der wir einen riesigen Drachenkopf entdeckten. Als I-Tüpfelchen begaben wir uns noch in eine Höhle die voll von bunten Schwämmen geschmückt war.

Schule am Meer, schule-am-meer.eu, mare-mundi, Krk, Kroatien, Meeresbiologische Projektwoche, Meeresbiologie-2Am nächsten Tag war Wreck-Diving angesagt! Darauf habe ich mich besonders gefreut, da solche Wracks ein Paradies für viele Lebewesen sind und man einen Einblick in die Vergangenheit dieser Schiffe bekommt. Wir fuhren mit dem Auto nach Silo zur 1968 versunkenen Peltastis.

Die Peltastis ging zu Grunde, da der Kapitän, trotz schlechten Wetters eine Ladung Holz von Rijeka nach Crikvenica verfrachten wollte. Bei dem Unwetter versuchte der Kapitän das Schiff mit gesetztem Anker und laufendem Motor sicher durch den Sturm zu bringen, aber die Bora war ziemlich hartnäckig und so kam es, dass die Peltastis keinen Halt mehr hatte und nach ein paar Stunden zerschellte und dem Untergang geweiht war.

Eine Seespinne (Majidae) am Wrack der "Peltastis"

Eine Seespinne (Majidae) am Wrack der “Peltastis”

Als wir die Erkundung der Peltastis begannen, orientierten wir uns entlang des Mastes und tauchten hinunter zum Schiff. Als wir dann die Schiffsbrücke erreichten sahen wir schon eine riesige Seespinne und später folgte noch eine zweite. Wir umrundeten das ganze Schiff und blickten in die verschiedenen Räume hinein. Es war wirkliche ein schönes, aufregendes und etwas anderes Erlebnis für mich. Nach der Peltastis folgte noch ein zweiter Tauchgang, ebenfalls in der Gegend von Silo, wo sich auch einige kleine Bootwracks befanden.

Der letzte Tauchgang, welcher mir noch fehlte um mein Brevet abzuschließen, war der Nachttauchgang. Bevor es richtig dunkel wurde, bereiteten wir alles für den Tauchgang vor. Fertig ausgerüstet tauchten wir in der Bucht ab. Die Dunkelheit verwandelte das Unterwasserreich in eine komplett andere und fremde Welt. Man sieht einige Tiere, die am Tag fast nicht zu sehen sind wie z. B. die Bärenkrabbe oder der Oktopus. Bei diesem Tauchgang war ich mit meinen Kollegen unterwegs und als Biologe ist man so fasziniert und möchte alles erforschen und anfassen. Kaum waren wir unter Wasser verteilten wir uns und leuchteten mit unseren Taschenlampen in alle Ecken und Spalten.

Die Zeit, die ich mit dem Tauchen verbracht habe, war nochmal eine schöne Erinnerung an mein erstes meeresbiologisches Praktikum bei der Schule am Meer.


Text: Daniela Kerekes
Fotos: Harald Minarik
Redaktion: Astrid Hickmann