Forschung kennt keinen Winter

Ein während dem sampeln gemachtes Gruppenfoto

Ein während dem sampeln gemachtes Gruppenfoto

Vor einiger Zeit wurde schon einmal von meiner Reise nach Punat, die im Namen meiner Masterarbeit stand, berichtet… nun gibt es wieder News!


 

Schule am Meer, schule-am-meer.eu, mare-mundi, Krk, Kroatien, Meeresbiologische Projektwoche, Meeresbiologie-2-3Ein Bericht von Alexandra Grosbusc, BSc.


Kurz zur Einleitung: Ich, Alexandra Grosbusch BSc, bin Masterstudentin im Bereich Zoologie an der Universität Innsbruck und meine Masterarbeit behandelt das Thema Regeneration bei Prolecithophora. Prolecithophora ist eine Ordnung innerhalb der Plathelmintes (Plattwürmer), sie sind nur wenige µm bis mm klein, besitzen einen markanten Wimpernkranz am Kopf, haben oft 2 Augenpaare und leben meist marin. Meine erste Aufgabe bestand darin Prolecithophora zu finden. In Punat im Hafen wurde ich dann im Juli 2015 auch fündig. Hier leben die winzigen Tierchen zwischen den Booten auf Braunalgen nahe der Wasseroberfläche. Allerdings habe ich nicht genug Tiere mit nach Innsbruck nehmen können um alle meine Experimente durchzuführen.

mare_mundi_station_krk_ plathelmintes_biologie_meeresbiologie_ mittelmeer_forschung (5 von 6)

Hier amputiere ich Tieren das Hinterteil, um zu beobachten ob sie regenerieren können

Demzufolge habe ich mich zusammen mit meinen zwei Freunden und Studienkollegen, Tania und Philip, im März diesen Jahres noch einmal auf eine spannende Reise nach Punat begeben. Unser erneuter Aufenthalt war dem ersten nicht ähnlich, es war sehr windig, die Temperaturen waren auch nicht mehr die gleichen wie im Juli, insbesondere die Wassertemperatur war massif gesunken. Da wir aber mit Neoprenanzug und Neoprenschuhen ausgestattet waren, war das ‘samplen’ doch erträglich.

wir nehmen an dass es Allostoma sp ist, Hier ist ein Tier im Quetschpräperat zu sehen.

wir nehmen an dass es Allostoma sp ist, Hier ist ein Tier im Quetschpräperat zu sehen.

Wir sind also während einer Woche jeden Morgen aufs neue in das eiskalte Wasser im Hafen gestiegen und haben unsere Tupperwaren mit Braunalgen gefüllt. Dann haben wir im Labor des mare-mundi Teams, das uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, aus den Algen die winzigen Würmchen herausgesucht. Wir konnten auch mehrere hundert Prolecithophora mit nach Innsbruck nehmen. Meine Forschung kann nun also weiter gehen.

Hier sammeln wir Braunalgen im Hafen von Punat

Hier sammeln wir Braunalgen im Hafen von Punat

Und das tut sie auch ! Zurück in Innsbruck habe ich schon schöne Aufnahmen von den Würmchen gemacht. Ich konnte auch beobachten dass die Tiere in der Lage sind ein abgetrenntes Hinterteil zu regenerieren und ich habe versucht sie mit Algen zu füttern. Bei meinen täglichen Überwachungen der Kulturschalen konnte ich dann feststellen dass einige Würmer bereits Eier gelegt haben. Mittlerweile ist der erste Nachwuchs auch schon geschlüpft. In den folgenden Wochen werde ich dann noch mehr Regenerationsversuche durchführen.

Hier sind wir beim Proben/Algen durchsuchen

Hier sind wir beim Proben/Algen durchsuchen

Somit bleibt noch eine Frage offen: Warum das Ganze ?

Hier ist ein Nest zu sehen, es enthält 4 schon fast fertig entwickelte Allostoma

Hier ist ein Nest zu sehen, es enthält 4 schon fast fertig entwickelte Allostoma

Meine Masterarbeit absolviere ich im Bereich der Regeneration und Stammzellforschung bei freilebenden Plattwürmern. Genauer gesagt mache ich Grundlagenforschung. Diese ist sehr wichtig für weitergehende Untersuchungen da sie das Fundament für Letztere legt.

Dem mare-mundi Team gilt ein besonderer Dank, ohne ihre Aufgeschlossenheit und Hilfe wäre das Sammeln der Würmchen um einiges schwieriger geworden.


Text & Fotos: Alexandra Grosbusch
Redaktion: Astrid Hickmann