Finning - erschreckendes Ausmaß

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Caro
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Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von Caro » 05 Jan 2013 18:10

Ein mehr als trauriges Dokument von Journalisten in Hongkong.
Wenn man allein das immense individuelle Tierleid, das hinter jeder einzelnen Flosse steht, betrachtet ... und dazu den unermesslichen Schaden für die Natur :cry:

Aber das Vorgehen des industrialisierten Flossenhandels in diesem Fall, weckt doch eine kleine Hoffnung in mir, dass sich inzwischen langsam doch so eine Art Unrechtsbewusstsein entwickelt, indem man dieses lukrative Geschäft inzwischen vor der Öffentlichkeit zu verbergen versucht.

http://de.nachrichten.yahoo.com/haiflos ... 44921.html

"Es ist ein schrecklicher Anblick, der sich einem Journalisten in Hongkong bot: Tausende von Haiflossen, zum Trocknen ausgelegt auf dem Dach eines Fabrikgebäudes. Trotz weltweiter Proteste findet der Handel mit den Tierkörperteilen insbesondere in China noch immer statt – denn in der Upper-Class gilt Haiflossensuppe als Delikatesse. Die Fotos lösten unter Umweltaktivisten einen Sturm der Empörung aus.

Auf Dächern von Fabrikgebäuden wie diesem trocknen Händler abgeschnittene Haiflossen (Bild: Reuters)Rund 73 Millionen Haie werden laut der Naturschutzorganisation "World Wildlife Fund" (WWF) jährlich getötet. Der Hauptgrund: Ihre Flossen gelten in Asien als Delikatesse. Beim sogenannten "Finning" werden die Flossen der Haie abgetrennt und die Tiere verstümmelt ins Wasser geworfen. Damit die Upper Class ihre Haiflossensuppe schlürfen kann, importiert Hongkong – einer der Hauptumschlagplätze – an die 10.000 Tonnen pro Jahr, die dann häufig aufs chinesische Festland weitertransportiert werden.

Dass die grausame Prozedur des Finning insbesondere im Westen verpönt ist, ist inzwischen jedoch auch in Hongkong bekannt. Daher trocknen die Händler die abgetrennten Flossen nicht mehr für alle sichtbar auf Bürgersteigen, sondern fernab der Touristenpfade auf Dächern von Hochhäusern. Eines dieser Dächer entdeckte zufällig ein Mitarbeiter einer Nachrichtenagentur. Seine Fotos zeigen mindestens 15.000 frisch abgeschnittene Haiflossen. Die Bilder verbreiteten sich wie ein Lauffeuer und lösten lautstarke Proteste bei Umweltschützern aus.

Zwischen 15.000 und 20.000 abgschnittene Haiflossen entdeckte ein Journalist auf diesem Dach in Hongkong (Bild: …

Es sei das erste Mal, dass er eine solch große Menge von Haifischflossen an einem Ort in Hongkong gesehen habe, erklärte Gary Stokes von der Umweltschutzgruppe "Sea Shepherd" gegenüber dem US-Ableger der Nachrichtenagentur AFP. "Das ist der anschaulichste, brutalste und barbarischste Teil der Industrie: einem Hai die Flosse abzuschneiden und ihn wieder ins Wasser zurückzuwerfen, das ist grauenhaft und unmenschlich." Auch Silvy Pun, Vorsitzende der Gruppe "Shark Savers" in den USA, äußerte sich zu dem grausamen Fund: "Die Regierung ist viel zu gelassen und geht der Konfrontation mit den Haiflossenhändlern aus dem Weg."

In China gilt Haiflossensuppe als Delikatesse (Bild: Reuters)

Ende 2012 schloss sich die Europäische Union den USA, Kanada, Brasilien, Namibia und Südafrika an und verbot den Haifang. Auch in Taiwan ist der Handel mittlerweile strafbar. "In gewisser Weise ist es ermutigend, dass sich die Händler nun in Hongkong verstecken müssen", so David McGuire von der Umweltschutzgruppe "Sea Stewards" gegenüber der Zeitung "New York Daily News". "Haiflossen sind nun etwas, wofür man sich schämen muss. Aber China bleibt als Problem bestehen."


Caro
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Re: Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von horstartur » 06 Jan 2013 12:40

Solange sich die Einstellung der Endverbraucher nicht ändert, bleibt Vieles (nicht nur das Finning) so wie es ist.
Embryologie, Entwicklungsbiologie, Zoologie, Evolution,Gentechnik, Amphibien, Video (auch UW-Fluoreszenz) , Naturschutz, Galapagos, Seniorkapitän, LeipzigAir http://www.leipzigair.de/
Homepage: http://www.uni-due.de/zoophysiologie/

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Re: Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von Caro » 06 Jan 2013 19:57

Lieber Horstartur,

Danke für Deinen Kommentar, mit dem Du mir Tierschutztante voll aus der Seele sprichst !
Der Verbraucher BESTIMMT das Angebot ! YES !
Nur zum Vergleich möchte ich hier den immer noch fast uneingeschränkten "Luxus"konsum von Gänsestopfleber (Foie Gras) erwähnen ... eine Tierquälerei ohne gleichen :(
Es sind also nicht nur "die Asiaten", auf die mit dem Finger zu zeigen ist.

Jedoch ist unbestritten, dass z.B. chinesische Landsleute in Sachen Natur- und Tierschutz ein schockierendes Defizit an Wissen und Gefühl haben :(
Im konkreten Fall beziehe ich mich auf einen aktuellen Bericht von den Malediven, wo chinesische Urlaubsgäste die Rifffischchen gefangen haben und stolz im Eimer schwimmend rumgezeigt haben.
Aber es geht noch weiter ... sie haben dann auch noch die Fischchen in den Bungalows im Wasserkocher ZUBEREITET und gegessen !!!! :roll:
Das betroffene Resort musste dann alle Wasserkocher aus chinesisch belegten Bungalows auswechseln ... :|

Liebe Grüße
Caro
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Re: Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von Caro » 08 Jan 2013 20:21

Um den Hintergrund der menschlichen Grausamkeit hierbei aufzuzeigen, erlaube ich mir, dazu die bewegten Bilder von der beherzten, von mir hochgeachteten Frau Rochat zu verlinken.

Vorab eine Warnung für "empfindsame" Gemüter !
Auch mich als "hartgesottene" Tierschutztante mit Schwerpunkt "Nutztiere" haben sie traumatisiert :cry: wenn die Schwanzfinne auch noch abgehackt wird :cry:

At your choice
http://www.lesleyrochat.com/filmmaker/s ... ep-trouble

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Re: Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von Robert » 10 Jan 2013 17:52

Das ist so grausam.

Die 15.000 Flossen, ist das der Tagesfang? Oder pro Woche/Monat? Das ist so unvorstellbar viel!

Wirklich einfach nur noch traurig.
Danke und Gruß!

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Re: Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von Caro » 11 Jan 2013 11:16

Zum traurigen Thema passend, auch der "Hunger" auf Rochenflügel wächst :cry:

http://www.mantatrust.org/fishing-for-g ... or-mantas/

"The gill plate trade and fisheries in South East Asia are perhaps the single greatest threat to global manta ray populations. Worryingly, in the last few months we have seen a number of web stories and photos documenting manta rays being fished in Chinese harbours , particularly oceanic mantas, Manta birostris.

Fished oceanic manta in Beihai, China. Picture sourced from Banoosh.com.
The two links below show the landing of two oceanic mantas – one in Taizhou, East China’s Zhejiang province back in September 2012 and the other in Beihai in the Guangxi area, caught only days ago on the 3rd January 2013.

Manta caught in Taizhou: http://goo.gl/zRlbU
Manta caught in Beihai: http://goo.gl/Mpndb

Both these individuals were giants – mature adults, each weighing over one tonne and are perhaps some of the largest oceanic mantas ever recorded, with estimated wingspans of between 6-8m for both individuals.

Although only a handful of photos of particularly big individuals are making it online, there is a high likelihood that numerous smaller mantas and mobula rays are being caught in the same Chinese harbours and are going undocumented.

Fished oceanic manta in Taizhou, China. Picture sourced from Asia News.
China is the primary driver behind the global demand for gill plates and up until now, it has been thought that they were sourcing them mostly from overseas – hence the targeted fisheries we see in Indonesia and Sri Lanka.

The fact that these individuals were caught in Chinese waters and were caught on opposite ends of the country’s expansive coastline, may reflect China’s increasing demand for manta gill plates as well as dwindling or inadequate supply from its traditional sources.

The Manta Trust is part of a global team of organisations that are applying for these animals to become protected under Appendix II of CITES (the Convention of International Trade in Endangered Species). The next meeting where member states vote on such applications is being held on 3-14th March 2013 in Bangkok.

With such an alarming pattern beginning to take shape, it is now more important than ever to successfully protect both species of manta under international law.

Visit the various pages on our website to find more information on the manta gill plate trade and our work towards protecting them under CITES.

Be sure to “Like”our Facebook page and check out our blogs to stay up to date with the latest news in manta ray conservation.

Article tags: China, CITES, Conference, Fisheries, Manta Trust, Oceanic mantas

See all of our News items

Previous Post: The Manta Trust in 2012- A year in review…
."


Liebe Grüße
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Re: Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von Caro » 11 Jan 2013 11:47

Robert hat geschrieben:Das ist so grausam.

Die 15.000 Flossen, ist das der Tagesfang? Oder pro Woche/Monat? Das ist so unvorstellbar viel!

Wirklich einfach nur noch traurig.
Hallo Robert,
das entspricht ca. 3000 Haien :( und ich schätze, es ist ein Monatsfang.

Liebe Grüße
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Re: Finning - erschreckendes Ausmaß

Beitrag von Caro » 14 Jan 2013 16:58

Bei meinem voran stehenden Beitrag über die Jagd auf Mantas ist mir :book: ein Lapsus passiert, den ich richtig stellen möchte :oops:
gill plates sind nicht Rochenflügel, sondern die Kiemenplatten !

Einfach nur entsetzlich, dass diese majestätischen Tiere auch deshalb massakriert werden :cry:
http://www.mantatrust.org/threats/gill-plate-trade/

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