Keine bedrohten Tiere für die Uhren- und Luxusindustrie

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Keine bedrohten Tiere für die Uhren- und Luxusindustrie

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 24 Apr 2013 17:01

Keine bedrohten Tiere für die Uhren- und Luxusindustrie
Monica Biondo

An der „Baselworld“, der Weltmesse für Uhren und Schmuck, die vom 25. April bis
zum 2. Mai 2013 stattfindet, werden auch Uhrenarmbänder und Luxusprodukte aus
Leder von bedrohten Rochen und Haien ausgestellt. Sieben Arten dieser Tiere dürfen
bald nur noch durch CITES geregelt gehandelt werden, viele weitere werden weiter
ungeregelt geplündert. Die Uhren- und Luxusindustrie wird aufgerufen, diese Leder,
sogenanntes Galuchat, nicht mehr zu verwenden.


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An der diesjährigen Weltmesse für Uhren und Schmuck „Baselworld“, präsentieren 1800
Ausstellen ihre schönsten Stücke und benutzen dabei auch Leder, das von bedrohten
Rochen und Haien stammt.

An der letzten CITES-Artenschutzkonferenz, die den internationalen Handel mit bedrohten
Tier- und Pflanzenarten regelt (Convention on International Trade of Endangered Species of
Wild Fauna and Flora), wurden im März dieses Jahres zwei Rochen- und fünf Haiarten unter
Schutz gestellt. Ihr Handel darf nur noch geregelt stattfinden. Viele weitere, nicht geschützte
und doch bedrohte Rochen- und Haiarten werden auch für die Produktion von Leder
(Galuchat) verwendet und finden ebenfalls Abnehmer in der Uhren- und Luxusindustrie.
Tagebuch der Konferenz CITES: http://www.galuchat.ch -> Tagebuch

Rochen und Haie sind Knorpelfische, die eine sehr langsame Fortpflanzungszeit haben. Sie
werden spät geschlechtsreif und haben sehr wenige Nachkommen nach einer meist sehr
langen Tragzeit. Aus diesem Grund ist die Befischung solcher Tiere problematisch. Ihre
Bestände werden sehr schnell übernutzt und erholen sich nur langsam oder gar nicht.
Im Mittelmeer gelten über 90 % der vorkommenden Rochen- und Haiarten als „vom
Aussterben bedroht“. Weltweit ist der Trend ähnlich.

Meeresbiologen schlagen Alarm: Der Federschwanzrochen (Pastinachus sephen) ist für die
Lederproduktion sehr beliebt und wenn keine Schutzmassnahmen getroffen werden, könnte
er bald ausgerottet sein.

Haie werden vor allem gejagt, weil ihre Flossen, zu Haifisch-Flossensuppe verarbeitet, in
asiatischen Ländern grosse Gewinne erzielen. Auch die Lederindustrie trägt Schuld an der
Tötung von jährlich Millionen von Haien.

Wir fordern deshalb von der Uhren- und Luxusindustrie, auf Produkte aus Galuchat zu
verzichten.

Grosse Marken wie die SWATCH Group, Blancpain und Breitling haben sich dem Rochenund
Haischutz verschrieben und benutzen kein Galuchat. Alle Marken müssen diesem
Beispiel folgen, um das Überleben der Rochen und Haie zu sichern: No to Galuchat!
Die 1800 Aussteller der Baselworld werden aufgefordert, kein Galuchat mehr zu verwenden.
Auf http://www.galuchat.ch wird eine Liste der artenschutzfreundlichen Firmen geführt.

Weitere Informationen:
Monica Biondo, Meeresbiologin, 076 592 49 60
monica.biondo@galuchat.ch, :arrow: http://www.galuchat.ch

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