Newsletter des Umweltdachverbandes - Jänner 2013

Informationen und Diskussionen über den heimischen und weltweiten Umweltschutz zu Lande

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Newsletter des Umweltdachverbandes - Jänner 2013

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 09 Jan 2013 17:42

fact.s - Newsletter des Umweltdachverbandes - 09. Jänner 2013

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THEMA-AKTUELL: EU-Kommission fordert von Österreich 150 neue Natura 2000-Gebiete
Kurz vor Weihnachten teilten die Dienststellen der Europäischen Kommission mit, dass die Vorstufe zu einem für die österreichischen SteuerzahlerInnen möglicherweise sehr teuren Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet wurde. Grund: Das Umweltmusterland Österreich ˆ im speziellen Fall die Bundesländer ˆ hält nicht einmal die Mindeststandards für den europäischen Naturschutz ein. "Wir sehen uns in unserer Auffassung bestätigt, dass Österreich in Sachen Naturschutz leider schon lange nicht nur finanziell, sondern auch fachlich das Zepter aus der Hand gegeben hat", stellt Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes, fest. Es ist nun zu erwarten, dass Österreich an die 150 neue Natura 2000-Schutzgebiete auszuweisen hat.


THEMA-AKTUELL: Natura 2000 endlich ernst nehmen!
Anfang Dezember bezogen die OÖ Landesumweltanwaltschaft, der Naturschutzbund Oberösterreich und BirdLife zur geforderten Nachnominierung der Reste der Welser Heide am so genannten "Flugplatz Wels" Stellung. Der Umweltdachverband unterstützt die Organisationen in ihrem Ansinnen, eine rasche und rechtsverbindliche Ausweisung des Gebietes zu erreichen. "Wir teilen die Sichtweise der Kommission: Wenn einzelne Bundesländer das Verschlechterungsverbot der europäischen Naturschutzrichtlinien missachten, müssen klare Konsequenzen gezogen werden", erklärte UWD-Präsident Heilingbrunner.


THEMA-AKTUELL: Yspertal ist gerettet!
"Wir sind hocherfreut über die Nachricht, dass der absurde und offenbar grottenschlechte Kraftwerksplan an der Kleinen Ysper nun zurückgezogen wurde", freut sich Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes. "Nicht zuletzt durch ein massives Zutun der Bevölkerung vor Ort wurde damit die Kleine Ysper zum zweiten Mal vor den Übergriffen der Energiewirtschaft bewahrt. Insbesondere auch die von Landesrat Stephan Pernkopf geforderte Naturverträglichkeitsprüfung sowie die negativen Naturschutzgutachten waren dem Vernehmen nach für den Rückzieher verantwortlich", so Heilingbrunner.


THEMA-AKTUELL: Atom-Birne 2012 geht an ÖBB und VERBUND
Wie jedes Jahr vergab der Umweltdachverband Mitte Dezember 2012 auf Basis des e-control Stromkennzeichnungsberichtes die Atom-Birne für den dreckigsten Strommix. Im Vergleich zum Vorjahr ist neben der Verbund Power Sales nun auch die ÖBB intensiv in das Geschäft mit dem dreckigen Strom eingestiegen und vertreibt anstelle von Wasserkraftstrom nur mehr den europäischen Strommix mit einem Anteil von rund 30% Nuklearstrom ˆ und das unter Beibehaltung der Werbeschiene des "sauberen Reisens". Dass dies durch ÖBB-Chef Kern passiert, der eine Verbund-Vergangenheit hat, ist ein pikantes Detail am Rande. Jedenfalls konterkariert diese Praxis alle Lippenbekenntnisse der Bundesregierung, auch tatsächlich aus dem Atomstromhandel und -vertrieb auszusteigen.


THEMA-AKTUELL: Frei fließende Ybbs im Bereich Ofenloch zum Naturdenkmal erklären!
Die Ybbs ist im Bereich des so genannten Ofenlochs ökologisch wie landschaftsästhetisch von herausragender Bedeutung. Zudem ist der Abschnitt ein nicht nur in Niederösterreich höchst selten gewordener ursprünglicher Flusstyp mit hohem morphologischem Wert. Diese einzigartige Flusslandschaft muss für alle Zukunft unberührt bleiben und vor Eingriffen rechtlich geschützt werden. Der Umweltdachverband und der Verein Kuratorium Wald haben daher bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Amstetten bereits im Oktober 2012 den Antrag gestellt, die Ybbs im Gemeindegebiet Opponitz sowie die frei fließende Ybbs ˆ das öffentliche Wassergut ˆ flussaufwärts des Ofenlochs nach dem NÖ Naturschutzgesetz zum Naturdenkmal zu erklären.


THEMA-AKTUELL: UWD fordert: Aus für Dienstwagen-Privilegien!
"Es stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass in Zeiten leerer Kassen, steigender Armut und immer größerer Abhängigkeit von importiertem Öl, die Pendlerpauschale nicht endlich sozial gerechter und ökologischer ausgestaltet wird. Entgegen allen Gerechtigkeitsappellen und sozialen Lippenbekenntnissen wird weiterhin ein großer Teil der öffentlichen Mittel der Pendlerpauschale in höhere Einkommensschichten gepumpt. Dass ein Manager mit Dienstwagen weiterhin eine Pendelförderung bekommen soll, widerspricht jeder ökologischen, sozialen und auch ökonomischen Logik!", betonte UWD-Präsident Heilingbrunner anlässlich des Ministerrates am 11. Dezember 2012, der die Pendlerpauschale als Wahlzuckerl durchwinken wollte.


THEMA-AKTUELL: UWD PMI fordern bezüglich Mobilfunk: Vorsorge und Schutz sind unabdingbar!
Laut einer vor Kurzem veröffentlichten Studie wird sich bis Ende 2018 die Zahl der genutzten Smartphones auf 3,3 Mrd. verdreifachen, die Mobilfunkanschlüsse werden auf insgesamt 9,4 Mrd. steigen. "Die exorbitante Steigerung der Handy-Nutzung wird auch die Zahl der potenziell gefährdeten NutzerInnen in die Höhe schnellen lassen. Das italienische Höchstgericht hat zuletzt bestätigt, dass exzessives Telefonieren mit Handy und Schnurlostelefon zu 80%-iger Invalidität führen kann. Ein Urteil, das weitreichende Folgen für Versicherungen, Krankenkassen, Ärzte und Arbeitgeber zeitigen kann. Wir unterstützen daher die Forderungen der Plattform Mobilfunk-Initiativen (PMI) nach mehr Schutz und Vorsorge", sagt UWD-Präsident Heilingbrunner.


VERANSTALTUNGS-TIPP: Sicherheit beginnt beim Essen ˆ Ökosoziale Agrarpolitik im Gespräch
BürgerInnen in Krisenzeiten zu schützen und zu versorgen ist Aufgabe des Staates. Wir halten daher Lager an Rohöl ˆ nicht aber an Nahrung. Ist die Einrichtung von nationalen Krisenlagern für Getreide, Butter oder Milchpulver sinnvoll? Könnte alleine die Existenz von Krisenlagern hohe Preisausschläge dämpfen? Was passiert in Katastrophenfällen? Und könnte sich Österreich aus eigener Kraft versorgen? Diese und weitere Fragen werden am 16. Jänner 2013 von 18 bis 20 Uhr im Raiffeisenforum, 1020 Wien, diskutiert.


VERANSTALTUNGS-TIPP: Tagung Energieeffizienz im Altbau/Baudenkmal
Die Initiative Denkmalschutz und die Initiative Energieffizienz durch Temperierung laden am 18. Jänner 2013 von 8.40 bis 17.30 Uhr zur Tagung "Architekturerbe ˆ Energieffizienz durch Temperierung" ins Naturhistorische Museum Wien ein. Genauere Infos finden Sie unter nachfolgendem Link.



VERANSTALTUNGS-TIPP: Grazer Abfallwirtschaftstagung ˆ Gelebte Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ˆ ein Schlagwort, das in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Forschung und Wissenschaft, sondern auch Politik, Wirtschaft und die Bevölkerung beschäftigte. Was können wir von vorhandenen Erfolgsbeispielen lernen? Wie können wir selbst in unserem Umfeld aktiv(er) werden, um Nachhaltigkeit mit Leben zu erfüllen? Die Grazer Abfallwirtschaftstagung zum Thema "Gelebte Nachhaltigkeit ˆ auf dem Weg vom Wissen zum Tun", die am 31. Jänner 2013 stattfindet, möchte diesen Fragen nachgehen, Impulse geben und anhand von vielen Beispielen aus der Praxis die "Erfolgsrezepte" funktionierender Umsetzungen in Unternehmen, Regionen sowie im Privatbereich sammeln und sichtbar machen.



VERANSTALTUNGS-TIPP: Infoveranstaltung zum 7. Umweltaktionsprogramm
Basierend auf dem von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf für das 7. Umweltaktionsprogramm (UAP) veranstaltet das EU-Umweltbüro in Kooperation mit dem Lebensministerium eine Podiumsdiskussion zum Thema "Gut leben innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planeten". CO2-armes Wachstum und Kreislaufwirtschaft sollen Grundpfeiler von Wohlstand und einer gesunden Umwelt sein. Ende Jänner/Anfang Februar finden sich VertreterInnen der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates in Wien ein, um gemeinsam über die Zielsetzungen der europäischen Umweltpolitik zu diskutieren. Genauere Infos finden Sie in Kürze unter nachstehendem Link.



VERANSTALTUNGS-TIPP: Gemeingut Wasser ˆ Seminarreihe 2013: Zwischenbilanz zum 1. NGP
Der 1. Nationale Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) ist seit 2009 in Kraft und am Ende der ersten "Halbzeit" angelangt ˆ der richtige Zeitpunkt, eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu ziehen. Raum dafür bietet die erste von vier Seminarreihen, die der Umweltdachverband gemeinsam mit dem Österreichischen Fischereiverband im Rahmen des LE-Projektes "Gemeingut Wasser im Spannungsfeld der Interessen: Umsetzung des NGP. Wir informieren SIE ˆ SIE bilden sich Ihre Meinung" veranstaltet. In der 1. Seminarreihe, die am 28. Februar 2013 in Wien startet, werden die bis dato gesetzten Umsetzungsschritte reflektiert. Informationen zur Anmeldung finden Sie unter nachstehendem Link.



VERANSTALTUNGS-NACHLESE: Ruf der Wildnis! Nationalparks Austria Jahreskonferenz 2012
Wildnis ist in Mitteleuropa rar geworden. Die österreichischen Nationalparks haben es sich zum Ziel gesetzt, die unberührte Natur im Schutzgebiet wieder aufleben zu lassen. Nationalparks Austria beleuchtete die facettenreiche Materie im Rahmen
der Jahreskonferenz 2012, die von 11. bis 12. Dezember in der Kulturfabrik Hainburg stattfand. Eine ausführliche Nachlese inkl. Bildergalerie finden Sie auf der Nationalparks Austria Website.



PUBLIKATIONS-TIPP: Jahrbuch Bildung für nachhaltige Entwicklung
Erstmalig präsentiert das FORUM Umweltbildung ab Jänner 2013 viele brennende Nachhaltigkeitsthemen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Form eines Jahrbuchs ˆ eine griffige Zusammenstellung aus den relevanten Bereichen der BNE und ihrer Stakeholder. Ein Schwerpunkt findet sich in der Abhandlung von BNE in und nach RIO+20. Weitere Schwerpunkte sind CSR, die Kritik an der sog. "Green Economy", ein Überblick über die neu entstandenen Transformationswissenschaften und das Verhältnis von BNE und neuen Medien. Nähere Informationen zum Jahrbuch und seinen Bestellmöglichkeiten finden Sie unter folgendem Link.


PUBLIKATIONS-TIPP: Leitfaden Fischaufstiegshilfen des Lebensministeriums
Die Wiederherstellung und Gewährleistung der Durchgängigkeit der Gewässer bei bestehenden und neuen Querbauwerken ist eine der zentralen Maßnahmen im Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan 2009 (NGP 2009). Der kürzlich erschienene "Leitfaden zum Bau von Fischaufstiegshilfen (FAH)" des Lebensministeriums soll eine Unterstützung bei der Planung von Fischaufstiegshilfen darstellen. Er enthält Kriterien, die bei fachgerechter Umsetzung, regulärem Betrieb sowie regelmäßiger Wartung gewährleisten, dass die Fischaufstiegshilfen funktionsfähig sind und damit die flussaufwärts gerichtete Fischwanderung weitgehend (wieder) hergestellt wird.



BROSCHÜRE-AKTUELL: Energie aus der Region: zukunftsfähig und nachhaltig
Österreichs Land- und Forstwirtschaft nimmt weltweit eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern und Agrarflächen ein. Da in einem zukunftsfähigen Energiesystem die Nachhaltigkeit oberster Grundsatz ist, sind LandwirtInnen und WaldbesitzerInnen ideale Partner für eine nachhaltige Versorgung mit Energie. Der Österreichische Biomasse-Verband (ÖBMV) hat jetzt eine Broschüre erstellt, in der sich namhafte Branchenexperten in neun Beiträgen der Rolle der Nachhaltigkeit für die heimische Land- und Forstwirtschaft widmen und dabei Bezug auf die Energieversorgung nehmen. Das 88 Seiten umfassende Heft steht unter nachfolgendem Link zum Download bereit.




PS: Einen Newsletter versäumt? Sie finden alle Beiträge der letzten Monate in unserem ARCHIV http://www.umweltdachverband.at/publika ... tter-facts

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