Klima-Verlierer und kranke Kröten

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mare-mundi Redaktion
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Klima-Verlierer und kranke Kröten

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 18 Nov 2011 13:37

Amphibien-Prognose
Klima-Verlierer und kranke Kröten


Um die Amphibien steht es weltweit schlecht. Drei Gefahren gelten als größte Lurchkiller: Klimawandel, Zerstörung von Lebensräumen und ein tödlicher Pilz. Jetzt haben Forscher berechnet, welche Regionen diese Probleme besonders stark treffen werden.

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Matthias Dehling

Hamburg - Die Zahl der Amphibien sinkt; jede dritte Art gilt laut Weltnaturschutzorganisation IUCN als bedroht. Und ausgerechnet in den Regionen mit der größten Artenvielfalt sind die Tiere auch den größten Gefahren ausgesetzt, hat ein internationales Forscherteam ermittelt.

Die Wissenschaftler um Christian Hof von der Universität Kopenhagen in Dänemark nennen im Fachmagazin "Nature" ( :arrow: http://www.nature.com/nature/journal/va ... 10650.html ) insbesondere drei Gefahren, die den Fortbestand der Amphibien bedrohen:
- der Klimawandel,
- die Zerstörung ihrer Lebensräume durch den Menschen,
- der Pilz Batrachochytrium dendrobatidis, der bei den Tieren eine tödliche Krankheit auslöst, die sogenannte Chytridiomykose.

Die Wissenschaftler erfassten, welche dieser Gefahren in welchen Regionen der Welt auftreten. Sie nutzten dazu Daten von 5527 Amphibienarten und untersuchten die zu erwartenden Veränderungen zwischen 1980 und 2080.


Alle Gefahren gleichzeitig berücksichtigen

Sie ermittelten nun den Anteil der Klima-Verlierer, also den Anteil der Arten, die durch veränderte Klimabedingungen in einer Region nicht überleben. In den nördlichen Anden - der Gegend mit dem größten Artenreichtum unter Lurchen - stuften die Forscher 166 Arten, ganze 73 Prozent der lokalen Froschfauna, als Klima-Verlierer ein.

Mit Hilfe von Vorhersagen des Millennium Ecosystem Assessments stellten die Wissenschaftler fest, welche natürlichen Lebensräume in Zukunft wohl vom Menschen intensiv genutzt - und damit für die Amphibien zerstört - werden. Insbesondere im tropischen Zentral- und Südamerika, dem tropischen Afrika sowie in den Bergregionen Zentral- und Südasiens bedrohen menschliche Aktivitäten den Lebensraum der Lurche.

Die Chytridiomykose-Gefahr berechneten die Forscher auf der Basis möglicher Klimabedingungen, die den Pilz fördern oder hemmen. Vor allem in gemäßigten Klimazonen sowie in Berg- und Küstenregionen ist demnach mit einer stärkeren Ausbreitung des Pilzes zu rechnen.
Das düstere Fazit der Forscher: In Gegenden, in denen sich der Klimawandel stark auswirke, zerstöre der Mensch oft zusätzlich die Lebensräume der Tiere. Risikobeurteilungen, die sich nur auf eine Bedrohung konzentrierten, malten daher ein zu optimistisches Bild von der Zukunft der Amphibien.

Die Wissenschaftler schränken allerdings ein, dass sie die Welt für die Untersuchung in ein relativ grobes Raster unterteilt haben. Es sei möglich, dass einige Arten innerhalb kleiner Refugien günstigere Bedingungen vorfinden als die prognostizierten. Auch sei es möglich, dass manche Arten sich an die vorhergesagten Veränderungen gut anpassen können. Grundsätzlich aber zeige die Studie, dass es bei einer Gefahrenabschätzung notwendig ist, alle möglichen Bedrohungen gleichzeitig zu berücksichtigen. Nur dann könnten auch sinnvolle Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um den weltweiten Amphibien-Schwund aufzuhalten.

wbr/dpa

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