Mittelmeer-Baustein Nr 110: Violetter Seeigel, BM.W_F, Wien

Vorstellung der Schlüsselarten aus dem Mittelmeer

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christoph
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Mittelmeer-Baustein Nr 110: Violetter Seeigel, BM.W_F, Wien

Beitrag von christoph » 12 Mai 2011 20:29

Wichtige mediterrane Arten/Lebensräume als Mittelmeer-Bausteine:
Violetter Seeigel (Violet Sea Urchin)
Sphaerechinus granularis


:arrow: Baustein-Nummer: 110
:arrow: Wert: 2.000 €
:arrow: Sponsor, Unterstützer: Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Minoritenplatz 5, A-1014 Wien, http://www.bmwf.gv.at/

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:arrow: Alle Informationen zum mare-mundi Mittelmeer Baustein-Projekt und wie Sie einen Baustein erwerben können direkt auf der Webseite von mare-mundi http://www.mare-mundi.eu

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:arrow: Ihre Navigationshilfe bei der Suche nach dem gewünschten Baustein: Die Mittelmeer-Bausteine mit den dazugehörigen Arten/Lebensräumen können Sie nach folgenden Kriterien sortiert betrachten und aussuchen:

systematisch (nach der biologischen Zugehörigkeit) https://mare-mundi.eu/forum/view ... 793#p15793
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• die 10 ausgewählten Lebensräume gesondert https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4956
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Übersicht der bereits vergebenen Mittelmeer-Bausteine https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4957
Sie nützen dem Mittelmeer, doch was nützt Ihnen dieser Baustein? http://www.mare-mundi.eu/index.php?opti ... &Itemid=65
• alle Themen und umfassendere Beschreibungen der Arten (im Forum) https://mare-mundi.eu/forum/viewforum.php?f=60

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Violetter Seeigel (Violet Sea Urchin) Sphaerechinus granularis

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:arrow: Ihre Wahl: Der von Ihnen gewählte Violette Seeigel gehört zu den imposantesten Seeigeln des Mittelmeeres, eine wahre Schönheit unter ihnen: Er ist groß und hat meist kürzere, violette oder bräunlich-rote Stacheln, die nicht zu spitz sind und weiße Spitzen haben können. Den Lebensraum teilt sich diese beeindruckende Art mit zwei anderen Seeigeln: mit dem Schwarzen Seeigel Arbacia lixula und dem Steinseeigel Paracentrotus lividus. Beide Arten kommen bis zur Wasserlinie vor, also auch in extrem seichten Bereichen des Litorals - und sind für so manche unangenehme Verletzung an ihren spitzen Stacheln verantwortlich. Anders der Violette Seeigel: Er ist um ein Vielfaches größer und schwerer als die erwähnten Arten und kann sich daher in den seichten Bereichen mit Wellenschlag nicht halten. In der Regel sieht man daher die ersten Violetten Seeigel erst in etwa 2 Meter Tiefe. Je stärker die Küste starken Wellen und Strömungen ausgesetzt ist, desto tiefer findet man den Violetten Seeigel.
:arrow: Papas werden zu Mamas: Wie bereits erwähnt, haben bei Seepferdchen - wie übrigens auch bei den nahe verwandten Seenadeln - es die Männchen zur Aufgabe, die Jungen bis zur Geburt zu beschützen und zu versorgen. Bei der Begattung legt das weibliche Seepferd ihre Eizellen in die Bruttasche des Männchens. Dort erfolgt auch die Befruchtung, und dort wachsen auch die Embryonen schließlich zu Jungtieren heran. Der Geburtsvorgang erfolgt normalerweise bei Nacht, das Männchen stößt die Jungen unter Krämpfen, die etwas an die Wehen bei Säugetieren erinnern, aus der Bruttasche. Die Jungen sind vom ersten Moment außerhalb der Bruttasche an auf sich selbst gestellt und ernähren sich von Plankton.

:arrow: Beschreibung: Der bis zu 15 cm große Violette Seeigel Sphaerechinus granularis hat eine ventral abgeflachte Schale, die dunkel violett gefärbt ist, die Porenfelder sind weißlich. Die Stacheln sind zahlreich und kurz, meist violett mit weißlichen Spitzen, aber auch ganz weiß, braun oder rötlich. Er kann bis zu 15 cm groß werden. Die meisten Violetten Seeigeln tarnen sich besonders in seichten Gewässern vor zu stark einfallendem Licht mit Steinen, Muschelschalen, Tang und Abfall.

:arrow: Lebensweise: S.granularis ist auch tagaktiv und lebt einzeln auf algenbewachsenen Fels, aber auch in Seegraswiesen, im Koralligene und auf Kalkalgen, die Weichböden aufliegen. Zu den Hauptlaichzeiten im Frühling und Herbst versammeln sie sich zahlreich in meist tieferem Wasser, um gemeinsam abzulaichen

:arrow: Verbreitung: Man findet den Violetten Seeigel im Mittelmeer und im Ostatlantik bis zu den Kapverdischen Inseln in einer Tiefe von 1-100m.

:arrow: Besonderheiten: Sphaerechinus granularis besitzt Giftzangen, die aber zu klein sind, als dass sie dem Menschen etwas anhaben könnten. Verletzt man sich jedoch an den Stacheln durch unachtsame Berührung , entleeren die Zangen ihr Gift in die Wunde, was schmerzhafte Erkrankungen hervorrufen kann.

:arrow: Systematik: Der Violette Seeigel zählt zu der Klasse der Echinoidea, der Seeigel, die gemeinsam mit den Crinoidea (Haarsterne), den Ophiuroidea (Schlangensterne), den Asteroidea (Seesterne), den Holothurioidea (Seegurken oder -walzen) und den Concentricycloidea (Seegänseblümchen) zu dem Stamm der Echinodermata, den Stachelhäutern gehören.

:arrow: Weiterführende Informationen:

http://www.european-marine-life.org/30/ ... ularis.php

http://www.gifte.de/Gifttiere/seeigel.htm

http://www.habitas.org.uk/marinelife/sp ... tem=ZB3750

:arrow: Geheimnisvolle Symmetrie: Stachelhäuter sind bemerkenswerte Tiere. Denn praktisch alle vielzelligen Tierstämme (mit Ausnahme der Schwämme, der Nesseltiere und der Rippenqallen) haben eine so genannte Bilateralsymmetrie. Ein rechts und links, ein vorne und ein hinten. Nur die Stachelhäuter haben eine einzigartige Körpersymmetrie, die es so in der lebenden Natur kein zweites Mal gibt: die pentamere oder fünfstrahlige Symmetrie. Bei ihnen hat sich eine Symmetrieform entwickelt, die auf fünf Symmetrieachsen aufbaut. Diese ist besonders deutlich bei den fünfarmigen Seesternen, kann jedoch auch bei allen anderen Vertretern der Tiergruppe festgestellt werden, speziell wenn man ihre Anatomie untersucht. Bei vielen Formen und auch bei einigen Seesternen kommt es dabei zu einer Vervielfachung der Fünfstrahligkeit, so dass Seesterne wie Heliaster 50 Arme besitzen können, Seenelken wie Comanthina schlegelii sogar 200. Diese Symmetrieeigenschaften entwickeln sich erst im Laufe der Individualentwicklung (Ontogenese), an deren Anfang eine zweiseitig symmetrische Larve steht. Das Zentrum der Symmetrie bilden fünf Radien, die ein Kanalsystem enthalten. Zwischen diesen befinden sich die Interradien.

:arrow: Ökologische Bedeutung der Stachelhäuter: Stachelhäuter leben auf der einen Seite von organischem Bestandsabfall auf dem Meeresboden und von Pflanzenteilen, auf der anderen stellen sie effektive Räuber kleinerer Tiere dar. Damit sorgen sie für den Abbau von organischem Material und für die Regulation der Kleintierpopulationen. In Korallenriffen kontrollieren verschiedene Seesterne das Wachstum von Algenmatten und verhindern damit ein Zuwachsen der Korallenstöcke. Seewalzen sorgen für eine Veränderung des Meeresbodens ähnlich wie dies Regenwürmer auf dem Land tun. Sie fressen große Mengen Substrat und scheiden dieses nach der Darmpassage wieder aus. Dadurch wird das Substrat von organischen Stoffen befreit und zugleich chemisch und physikalisch verändert. Durch Grabtätigkeit durchmischen verschiedene grabende Seesterne, Sanddollars und Herz-Seeigel den Boden in Tiefen bis etwa 30 Zentimeter, Bohrseeigel bohren sogar Löcher in feste Gesteine.
Die großen Mengen von Larven der Stachelhäuter stellen außerdem eine reichhaltige Futterquelle für andere Tierarten dar. Auch die ausgewachsenen Stachelhäuter werden von verschiedenen Tieren gefressen, etwa von Seeottern, Meeresvögeln und einigen Fischen. Einige Stachelhäuter, vor allem Seewalzen, stellen den Lebensraum für andere Tiere dar. So leben in den Körpern verschiedene Würmer, aber auch Krabben und Meeresschnecken. Besonders bekannt sind verschiedene Grundeln, die im Darm von Seewalzen leben und den After als Eingangsloch ihrer „Höhlen“ nutzen. Die meisten dieser Bewohner sind Kommensalen, einige leben jedoch auch parasitisch.
Vor allem, wenn die Tiere überhand nehmen, kann ihr Fraßverhalten allerdings zu einem Ungleichgewicht führen. So führen beispielsweise die Massenbestände von Seesternen in einigen Kelpwaldregionen zu einem Absterben der großen Tange, andere Arten ernähren sich von Korallenpolypen und führen bei Massenauftreten zum Absterben von ganzen Riffen.

:arrow: Wichtige Links:

Zur Philosophie der mare-mundi Mittelmeer-Bausteine
Seelilien und Haarsterne http://de.wikipedia.org/wiki/Seelilien_und_Haarsterne
Classification of the Extant Echinodermata
http://research.calacademy.org/redirect ... assify.htm
The Virtual Echinoderm Newsletter http://www.starfish.ch/Korallenriff/Stachelhauter.html
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Stachelh%C3%A4uter
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