Mittelmeer-Baustein Nr 130: Blauwal (Blue whale)

Vorstellung der Schlüsselarten aus dem Mittelmeer

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Mittelmeer-Baustein Nr 130: Blauwal (Blue whale)

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 18 Jul 2011 20:16

Wichtige mediterrane Arten/Lebensräume als Mittelmeer-Bausteine:
Blauwal (Blue whale) Balaenoptera musculus

:arrow: Baustein-Nummer: 130
:arrow: Wert: 10.000 €
:arrow: Sponsor, Unterstützer: HELENA ANGERER, Wiesenweg 2, 39020 Schluderns, Südtirol - Italy

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Wir bedanken uns bei der Helena - und bei ihrem Vater Wolfgang, der die Spende möglich gemacht hat - recht herzlich für die großzügige Unterstützung, die dem Mittelmeer und seinem Schutz zugute kommen wird. Für mare-mundi und sein Mittelmeerprojekt ist es bis Juli 2011 die bisher größte und bedeutedste Spende, die uns weitere Fortschritte auf dem Weg zur Fertigstellung von Das Mittelmeer möglich macht.
Nr. 130 ist wahrlich kein gewöhnlicher Baustein - er gehört einem Tier, das wahrscheinlich mit maximal 200 Tonnen das schwerste ist, das jemals auf der Erde gelebt hat. Nur im Wasser kann ein so schweres Tier existieren, an Land würde es das eigene Gewicht erdrücken. Offenbar hat es Dinosaurier gegeben, die länger waren als die 33 m eines Blauwals. Damit hält der Blauwal den Rekord des Tierreichs bei der Körpermasse, nicht aber bei der Körperlänge.
Das Glück ein Foto eines Blauwals machen zu können hatte Robert Hofrichter während der mare-mundi Azoren-Exkursion im Mai 2008 neben der Azoreninsel Pico im Atlantik, in einer Jahreszeit, in der die großen Bartenwale nach Norden in die arktischen Gewässer mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot ziehen. Für 2012 ist wieder eine solche mare-mundi Exkursion zu den faszinierenden Cetaceen rund um die Azoren geplant :arrow: https://mare-mundi.org/forum/view ... =37&t=5759

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Blauwal (Blue whale)

Baustein 130

:arrow: Ihre Wahl: Blauwale im Mittelmeer? Ja, Sie haben richtig gehört. Auch wenn die Population im "Mare Nostrum" denkbar klein ist, so gibt es sie dennoch. Das Mittelmeer darf sich also ebenfalls stolz als Lebensraum des größten Tiers, das jemals auf dieser Erde gelebt hat, bezeichnen. Doch wie in anderen Weltmeeren sind die Popultaionen äußerst instabil und bedürfen jeder möglichen Unterstützung, weshalb Ihnen sowohl Mittelmeer, als auch Balaenoptera musculus zutiefst dankbar sind, dass Sie sich mit Ihrer Wahl für sie einsetzen. Und wer weiß, vielleicht dankt es Ihnen der Blauwal einmal mit einer Begegnung mit ihm - dann war Ihre Unterstützung definitiv jeden Cent wert. Schließlich kann nicht jeder von sich behaupten, dem größten und schwersten Tier dieses Planeten einmal im Mittelmeer ins Auge gesehen zu haben.

:arrow: Beschreibung: B. musculus ist vor allem eines - groß. Mit bis zu 33,5 Metern Körperlänge erreicht er Ausmaße, die sich sogar über den Sphären der durchaus stattlichen Echsen bewegen, die in der Jura und Kreidezeit die Erde bevölkerten. Auch sein Gewicht von bis zu 2.000 Tonnen ist bis dato im Tierreich unerreicht. Seine Farbe ist meist gräulich-blau und oftmals mit einer Sprenkelung durchsetzt. Die Bauchseite ist normalerweise weißlich gefärbt, jedoch kann es hier zu einer gut bekannten Farbanomalie kommen: bei Exemplaren, die lange Zeit in kalten Gewässern verbracht haben, wurde oftmals eine Gelbfärbung der Bauchseite beobachtet. Dies wurde bald als eine Ansammlung einer Diatomeen-Art, der Kieselalge Cocconeis ceticola identifiziert, von der der Wal keinerlei Schaden nimmt. Diese Individuen werden als "Schwefelbäuche" bezeichnet. Auf der Oberseite des Kopfes befindet sich das flache Rostrum, das den "Deckel" des riesigen Mauls darstellt und am Ende das paarige Blasloch aufweist. Im Maul befinden sich die für die Bartenwale (Mysticeti) typischen Barten. Dabei handelt es sich um modifizierte Zähne, die in Form von herabhängenden Hornplatten ein feines Sieb bilden. Der Unterkiefer ist von ebenfalls namensgebenden Furchen (Furchenwale, Balaenopteridae) durchzogen, die bis zu 5 cm tief werden und über die Halspartie bis zur Brust laufen. Wenn das Wasser nun in den Mund gezogen wird, erreichen die Wale durch diese Furchen eine extreme Vergrößerung des Rachenraums, wodurch eine erheblich größere Menge Wasser eingesaugt werden kann. Die Rückenflosse ist mit 45 cm sehr klein, wohingegen die Schwanflosse, auch Fluke genannt, ziemlich breit ist und in der Mitte eine Einkerbung hat. Die Bauchflossen, Flipper genannt, sind eher schmal und erreichen eine Länge, die etwa 14 Prozent der Gesamtkösperlämnge entspricht. Wie alle Wale gehört B. musculus zu den Säugetieren, was bedeutet, dass er Abhängig von Luft ist, eine Lunge besitzt und seinen Nachwuchs säugt.

:arrow: Lebensweise: Als Nahrungsgrundlage dienen dem Wal, wie vielen seiner Verwandten Zooplankton, Kleinkrebse und im Ausnahmefall auch kleine Fische. Der Blauwal greift auf diese jedoch nur sehr, sehr selten zurück und ernährt sich zu einem sehr großen Teil von Krill, Kleinkrebsen, die zum Zooplankton gehören und mithilfe der Barten aus dem Wasser gesiebt werden. Dabei jagt B. musculus extrem nah an der Eiskante, wo oft die höchste Dichte an Krill zu finden ist. Diese Streifzüge führen ihn in meist in Tiefen von circa 100 Metern. In den Sommermonaten verschlingt er dabei täglich bis zu 3,5 Tonnen der Krustentiere, wohingegen er in den Wintermonaten nur von seinen Fettreserven lebt. Wie alle Furchenwale sind Blauwale relativ schnelle Schwimmer und können in Extremfällen sogar eine Geschwindigkeit von 50 km/h erreichen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt jedoch deutlich niedriger. B. musculus kann bis zu 20 Minuten lang unter Wasser bleiben, im Normalfall taucht er jedoch deutlich kürzer, da extrem lange Tauchgänge bedeuten, dass er in der Folgezeit sehr oft auftauchen muss um seinen Sauerstoffbedarf zu decken. Ein ausgeprägtes Sozialverhalten gibt es bei B. musculus nicht, größere Ansammlungen sind n ur auf zufällige Umstände zurückzuführen. Allein Muttiertiere mit ihren Kälbern bilden ein Paar, dass die ersten Monate zusammen durch die Meere zieht. Die Kälber sind meist auch die einzigen, die, abgesehen vom Menschen, Feinde zu fürchten haben. Einige wenige Schulen von Orcawalen, Orcinus orca wurden regelmäßig beobachtet, wie sie ein Muttertier mit Kalb angriffen, wobei das Kalb trotz der gigantischen Größe der Mutter nur wenig Chancen hat. Weiterhin geht von wenigen großen Haiarten eine gewisse Gefahr aus, wobei diese sich meist nur an kranken oder geschwächten Tieren vergreifen.

:arrow: Verbreitung: Beim Blauwal handelt es sich um einen Kosmopoliten, der in allen Weltmeeren beheimatet ist. Dabei gibt es die für transiente Wale typischen Wanderungen: dabei zieht der B. musculus im Winter in tropische und subtropische Gewässer um sich fortzupflanzen. Mit Beginn des Sommers ziehen die Tiere dann in polare Gewässer, da dort in dieser Zeit die reichhaltigsten Nahrungsgründe zu finden sind. Dies steht im Gegensatz zu ihrer sonst streng pelagischen Lebensweise, aufgrund derer sie normal nur in der Hochsee anzutreffen sind.

:arrow: Besonderheiten: Wie alle großen Walarten wurde der Blauwal intensiv kommerziell vom Menschen bejagt. Allerdings begann die Jagd auf B. musculus erst relativ spät, da die Tiere aufgrund ihrer Größe, Geschwindigkeit und Lebensweise nur schwer zu erbeuten waren. Dies änderte sich Mitte des 19. Jahrhunderts und der Blauwal wurde Ziel des kommerziellen Walfangs. In den 1960er Jahren war der Bestand der Tiere kurz vor dem absoluten Kollaps - man schätzte die Individuenzahl noch auf 2.000 Tiere, was eine extreme genetische Verarmung bedeutet und man lange Zeit nicht wusste, ob sich die Bestände wieder erholen würden. Nach strikten Schutzverordnungen wird die Zahl der lebenden Blauwale heute wieder auf 10.000-20.000 Tiere geschätzt, was jedoch noch lange keiner Sicherung des Fortbestehens dieser faszinierenden, mächtigen und Größten aller Arten darstellt, weshalb der Meeressäuger auch weiterhin auf der IUCN Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Daher ist es wichtig, auch weiterhin mit rigorosen Schutzmaßnahmen für das Überleben von B. musculus zu kämpfen. Evolutiv ging man lange davon aus, dass sich die Wale aus fleischfressenden Huftieren entwickelt haben, die sekundär wieder ins Wasser einwanderten und sich an das marine Leben anpassten. Aufgrund molekularer Eigenschaften geht man jedoch heute davon aus, dass die Wale, Cetacea, vielmehr eine Verwandtschaft zu den Paarhufern, Artiodactyla aufweisen und als engster terrestrischer Verwandter die Flusspferde, Hippopotamidae zu sehen sind.

:arrow: Systematik: Wie bereits erwähnt gehört B. musculus zu den Furchenwalen, Balaenopteridae, die eine Familie innerhalb der Bartenwale, Mysticeti, darstellen. Diese wiederum sind eine Unterordnung der Wale, Cetacea, die zu den höheren Säugetieren zählen.

:arrow: Wichtige Links:
http://en.wikipedia.org/wiki/Fin_whale
IUCN Red List
MarineBio


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