Mittelmeer-Baustein Nr 153: Eßbare Herzmuschel

Vorstellung der Schlüsselarten aus dem Mittelmeer

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Dr. Robert Hofrichter
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Mittelmeer-Baustein Nr 153: Eßbare Herzmuschel

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 04 Jun 2012 18:20

Wichtige mediterrane Arten/Lebensräume als Mittelmeer-Bausteine:
Eßbare Herzmuschel (Cerastoderma edule)

:arrow: Baustein-Nummer: 153
:arrow: Wert: 1000 €
:arrow: Sponsor, Unterstützer: NMS und RS Graz Webling

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Nun hat zum ersten Mal auch eine Schule (NMS und RS Graz Webling) in Graz einen Mittelmeerbaustein erworben!
Damit hat die NMS und RS Graz Webling-Schule ein Zeichen gesetzt, ein Beispiel, dem vielleicht andere Schulen folgen werden. In zwei Gruppen hielt Robert Hofrichter für hunderte Schüler einen Vortrag über das Bedrohte Mittelmeer ab. Zugegeben, es war heiß, und noch dazu ein Freitag Vormittag vor einem verlängertem Wochenende (1. Mai) - und so fiel es manchen Schülern nicht leicht sich auf die Materie zu konzentrieren, dennoch war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Denn auch oder gerade die jüngere Generation muss für die Anliegen des Naturschutzes begeistert werden. Jeder spendete einige EURO, die Lehrerschaft füllte großzügig die kleineren Lücken auf – und schon war ein Baustein für Das Mittelmeer im Wert von 1.000,- EUR komplett! Wir bedanken uns bei der Direktion und Lehrerschaft der Schule und für die vorbildhafte Initiative von Dipl. Päd. Maria Drescher. Und natürlich bei den Schülern selbst!

http://www.nms-webling.at/cms/

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:arrow: Alle Informationen zum mare-mundi Mittelmeer Baustein-Projekt und wie Sie einen Baustein erwerben können direkt auf der Webseite von mare-mundi http://www.mare-mundi.eu

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:arrow: Ihre Navigationshilfe bei der Suche nach dem gewünschten Baustein: Die Mittelmeer-Bausteine mit den dazugehörigen Arten/Lebensräumen können Sie nach folgenden Kriterien sortiert betrachten und aussuchen:

• systematisch (nach der biologischen Zugehörigkeit) https://mare-mundi.eu/forum/view ... 793#p15793
• alphabetisch (bei manchen Arten nur wissenschaftliche Namen vorhanden) https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4953
• nach der Nummerierung der Bausteine im virtuellen Mittelmeer https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4954
• nach dem Wert der Bausteine https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4955
• die 10 ausgewählten Lebensräume gesondert https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4956
• allgemeine Einführung zur Biodiversität des Mittelmeeres https://mare-mundi.eu/forum/view ... 792#p15792
• Übersicht der bereits vergebenen Mittelmeer-Bausteine https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4957
• Sie nützen dem Mittelmeer, doch was nützt Ihnen dieser Baustein? http://www.mare-mundi.eu/index.php?opti ... &Itemid=65
• alle Themen und umfassendere Beschreibungen der Arten (im Forum) https://mare-mundi.eu/forum/viewforum.php?f=60

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Essbare Herzmuschel (Cerastoderma edule)

Baustein 130

Ihre Wahl: :arrow: Sie haben mit der Gemeinen, Gewöhnlichen oder Essbaren Herzmuschel (Cerastoderma edule) eine der bekanntesten Muschelarten gewählt. Sie ist die in der Nordsee am häufigsten gefundene Muschel, doch auch im Mittelmeer auf Sandböden stellenweise recht häufig und speziell im Winter in größeren Märkten auf Fischmärkten zu finden. Wie der Name schon impliziert, wird die Muschel kommerziell gefangen und gern gegessen. In den Niederlanden allein wurden in manchen Jahren etwa 2500 Millionen Exemplare gefischt.

Beschreibung und Lebensweise der Essbaren Herzmuschel: :arrow: Das Gehäuse ist meist länglich-elliptisch und etwa fünf Zentimeter lang. Die Form ist jedoch variabel. Das Gehäuse ist relativ stark gewölbt und dickschalig. Die Oberfläche ist mit 20 bis 28 mm breiten, abgerundeten Rippen ornamentiert, die von feineren konzentrischen Anwachslinien gekreuzt werden. An den Kreuzungspunkt sind feine Schuppen ausgebildet. Die Farbe variiert von weiß über gelbbraun bis braun. Das Schloss besitzt in der rechten Klappe zwei Kardinalzähne und je zwei vordere und zwei hintere Seitenzähne. In der linken Klappe sitzen zwei Kardinalzähne und je ein vorderer und hinterer Seitenzahn. Das Ligament liegt außen. Der vordere und hintere Schließmuskel sind annähernd gleich groß (isomyar). Die Siphonen sind relativ kurz. Die Mantellinie ist ganzrandig (integripalliat).
Die Gemeine Herzmuschel bevorzugt sandig-schlickige Böden in 0 bis etwa 10 m Tiefe. In den gezeitenbeeinflussten Bereichen (Watt) der Nordsee ist sie die häufigste Muschelart; in etwa 3 m Wassertiefe wird mit bis zu 245 erwachsenden Individuen pro Quadratmeter die größte Besiedlungsdichte erreicht. Sie lebt eingegraben dicht unter der Sedimentoberfläche nicht tiefer als 5 cm, ihre kurzen Siphonen reichen gerade an die Sedimentoberfläche. Wird sie freigespült, kann sie sich mit ihrem Fuß relativ rasch wieder eingraben (in ca. 2 bis 10 Minuten). Oft bewegt sie sich an der Oberfläche ein Stück weiter, bevor sie sich wieder eingräbt. Sie erträgt relativ niedrige Sauerstoffkonzentrationen und kann sogar mehrere Tage in einer sauerstofffreien Umwelt überleben. Sie ist relativ tolerant gegenüber Schwankungen des Salzgehalts, benötigt jedoch etwa 10 Promille Salz. Eier und Spermien werden Ende Mai ins freie Wasser abgegeben, wo es zur Befruchtung kommt. Ein Weibchen produziert zwischen 5000 und 50000 Eier pro Brutperiode. Die Larven leben noch ca. 2 bis 3 Wochen im freien Wasser, bevor sie zum Bodenleben übergehen. Die Tiere werden normalerweise etwa 3 Jahre alt, unter besonders günstigen Bedingungen bis 9 Jahre.

Lernen Sie mehr über Weichtiere: :arrow: Die Mollusken sind eine extrem arten- und formenreiche Tiergruppe (in der Gegenwart die zweitartenreichste nach den Gliederfüßern: Insekten, Krebsen und Spinnen) und kommen im Meer, auf dem Festland und im Süßwasser vor. Weichtiere leben mit Ausnahme der Polarregionen und der Hochgebirge in allen Lebensräumen der Erde. Die allermeisten Mollusken findet man allerdings im Meer, viele der Untergruppen sind ausschließlich marin (Kopffüßer, Kahnfüßer, Einschaler, Wurmmollusken, Käferschnecken). Die Muscheln finden sich auch im Süßwasser und teilweise sogar in feuchter Erde, wie beispielsweise die Erbsenmuscheln (Pisidium spec.). Alle anderen Lebensräume werden von der artenreichsten Gruppe der Weichtiere, den Schnecken, besiedelt.
Die Gesamtartenzahl der Weichtiere wird sehr unterschiedlich angegeben, von etwa 130.000 bis 150.000 Arten bis lediglich 50.000 bis 60.000 Arten. Hauptgründe für die verschiedenen Angaben sind unklare Artabgrenzungen und insbesondere das Fehlen einer Gesamtübersicht über die Artenvielfalt der verschiedenen Teilgruppen.
Eine enorme Bedeutung hatten die Weichtiere bereits in der Erdgeschichte: Fossile Weichtiere treten mit Sicherheit seit dem frühem Kambrium auf, doch ist diese Verwandtschaft höchstwahrscheinlich schon im späten Präkambrium entstanden. Vielfach geht man davon aus, dass die ersten Weichtiere vor rund 650 Millionen Jahren aus kleinen wurmartigen Vorfahren entstanden sind. Diese waren möglicherweise nur 1-3 mm groß, unsegmentiert und mit einer chitinhaltigen Cuticula mit eingelagerten Aragonitschuppen auf der Oberseite sowie einer bewimperten Gleitsohle auf der Unterseite ausgestattet.
Die Wissenschaft von den Weichtieren wird auch als Malakologie oder Malakozoologie bezeichnet.
Die Haut der Weichtiere ist einschichtig, weich, drüsenreich und oft mit Wimpern versehen. Die meisten Weichtiere haben Schalen aus Calciumcarbonat und Proteinen, die als Schutz dienen und – in begrenztem Umfang – eine Art Außenskelett bilden. Diese Molluskenschale besitzt in allen Gruppen einen einheitlichen Aufbau aus drei Schichten: Periostracum (Schalenhäutchen aus dem Glykoprotein Conchin), Ostracum (äußere Prismenschicht aus senkrechten Kalk-Prismen) und Hypostracum (innere Perlmuttschicht aus Kalk-Aragonit). Die Schale fehlt bei den Wurmmollusken und ist dort durch Kalknadeln in der Außenhaut ersetzt worden. Bei manchen Kopffüßern befindet sich im Körper ein so genannter Schulp aus Kalk oder Horn, der als Innenskelett fungiert. Dieser Schulp, bei Kalmaren auch als Gladius bezeichnet, stellt die nach innen gewachsene, gekammerte Schale der Stammart der Kopffüßer dar. Sie ist auch heute noch bei den Nautilus-Arten zu finden.
Als zentrales und systematisch bedeutsames Charakteristikum der Weichtiere im wissenschaftlichen Sinn (Autapomorphie = gemeinsames abgeleitetes Merkmal) gilt die so genannte Radula oder Raspelzunge. Die anderen zentralen morphologischen Merkmale im ursprünglichen Bauplan der Weichtiere sind die Dreigliederung des Körpers in Kopf, Fuß und Eingeweidesack, die Ausbildung eines Mantels mit einer Mantelrinne, die Reduktion des Coeloms auf das Perikardialsystem sowie die Ausbildung eines (ursprünglich stets) offenen Blutgefäßsystems mit einem Ventrikel und ein bis mehreren Arterien. Daneben ist insbesondere die Schale ein bedeutsames Merkmal fast aller Mollusken, wobei aber die primär einteilige Schale mit dem typischen dreischichtigen Aufbau nur bei den Schalenweichtieren (Conchifera) auftritt.

Systematik: :arrow: Zu den Weichtieren werden acht lebende und mehrere ausgestorbene Untergruppen ("Klassen") gezählt. Die ersten drei haben keine typische Molluskenschale: Schildfüßer (Caudofoveata), ca. 70 Arten, Meer (Tiefsee), Furchenfüßer (Solenogastres), ca. 250 Arten, Meer (Tiefsee) und die Käferschnecken (Polyplacophora), ca. 600 Arten, Meer (Felsküstenbereich). Die fünf weiteren Untergruppen werden als Schalenweichtiere (Conchifera) zusammengefasst und bilden wahrscheinlich eine monophyletische Einheit: Einschaler (Monoplacophora, selten auch Tryblidia, ca. 27 Arten, Meer (Tiefsee), Schnecken (Gastropoda), angegebene Artenzahlen stark variabel (Angaben 50.000-150.000), Meer + Süßwasser + Land, Kahnfüßer (Scaphopoda), ca. 350 Arten, Meer, Muscheln (Bivalvia), ca. 8000 Arten, Meer + Süßwasser, Kopffüßer (Cephalopoda), ca. 786 Arten, Meer. Hienzu kommen einige ausgestorbene Gruppen, wobei ihre Zuordnung zu den Weichtieren teilweise umstritten ist.


:arrow: Wichtige Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Herzmuscheln



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Unser liebstes Urlaubsziel ist massiv von Umweltzerstörung bedroht. Kaum jemand weiß es. Wir tun etwas.
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Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi

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