Kanaren: Erdölsuche

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mare-mundi Redaktion
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Kanaren: Erdölsuche

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 02 Jun 2014 17:08

Erdölsuche: Umweltministerium erlaubt Probebohrungen vor Kanaren

Biologen und Umweltschützer schlagen Alarm: Das Umweltministerium in Spanien gestattet einem Konzern Bohrungen nach Erdöl, 60 Kilometer vor den Ferieninseln Fuerteventura und Lanzarote.

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Bedrohte Schönheit: Vor der Küste Lanzarotes dürfen Konzerne bald in die Tiefe bohren - zunächst aber nur Proben nehmen
Corbis


Madrid - Das spanische Umweltministerium hat grünes Licht für umstrittene Probebohrungen nach Erdöl bei den Kanarischen Inseln gegeben. Es erließ allerdings eine Reihe von Auflagen. Die Bohrungen sollten von einem Schiff aus 60 Kilometer vor der Küste der Ferieninseln Fuerteventura und Lanzarote vorgenommen werden, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Gutachten.

Es dürften dabei aus dem Meeresgrund nur Proben entnommen werden, die auf mögliche Erdölvorkommen untersucht werden sollen. In keinem Fall dürfe bei den Bohrungen Erdöl gefördert werden. Das Ministerium verlangte außerdem, dass strikte Vorkehrungen zum Schutz der Umwelt getroffen werden.
Auf den Kanaren sind die Regierung und das Parlament der Inselgruppe sowie die Tourismusbranche strikt gegen das Vorhaben. Die Inselverwaltung von Fuerteventura hatte vor dem Obersten Gerichtshof gegen das Vorhaben geklagt. Nach Informationen des Klägers wird die Entscheidung des Gerichts in den kommenden Wochen erwartet.

Seit 1993 zählt Lanzarote mit Teilen seiner Gewässer zu den Biosphärenreservaten der Erde. Schon die Probebohrungen könnten negative Auswirkungen auf die Fauna der Insel und ihrer Gewässer haben.
Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur Unesco warnt vor den geplanten Bohrungen im Hinblick auf einen möglichen Unfall: Die Auswirkungen einer Ölverschmutzung würden sich negativ auf die Artenvielfalt der Insel auswirken, warnt die Unesco. Der von den Bohrplattformen verursachte Lärm werde wahrscheinlich dazu führen, dass Delfine und Wale die Gegend meiden.

Auch Fischschwärme könnten in andere Gewässer ziehen. Der Kabeljaufang zum Beispiel verringere sich um bis zu 70 Prozent in Zonen mit Ölförderplattformen, heißt es in der Studie.

Der Hamburger Zoologe Horst Wilkens, der die Ökologie Lanzarotes seit vielen Jahren untersucht, warnte in einem Schreiben ebenfalls davor, die Artenvielfalt Lanzarotes durch Ölförderung leichtfertig aufs Spiel zu setzen. "Ölförderung zwischen Lanzarote und der afrikanischen Küste birgt Gefahren für das hier vorhandene einzigartige Ökosystem. Das potentielle Risiko einer Ölverschmutzung ist nicht nur von nationaler Bedeutung. Die Auswirkung auf Zugvögel macht es zu einer internationalen Bedrohung."

nik/dpa

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