Kunststoff in Hygieneprodukten – ein Experiment

Versuchsaufbau im Labor

Versuchsaufbau im Labor

Von Plastik in Hygieneprodukten hört man immer wieder in den Nachrichten aber so richtig glauben will man es irgendwie nie. Wir, Lukas und Andreas haben uns deswegen dazu entschlossen, das gleich selbst zu überprüfen, damit wir uns ein eigenes Bild verschaffen können, ob und wie viel an der Geschichte wirklich dran bzw. drinnen ist.

Dazu haben wir mit einfachen Mitteln einen Versuch gestartet: Wir gingen los um Duschgels und Seifen zu kaufen, welche Kunststoffe in ihren Inhaltsstoffen aufweisen. Da standen wir aber bereits vor der ersten Hürde. Was ist nun Kunststoff und was nicht? Dazu mussten wir recherchieren und wir fanden Listen, welche die häufigsten Kunststoffe in Kosmetika aufzeigen.

Es zeigt sich die Menge an Kunsstoffpartikel in einer Portion Männerduschgel

Es zeigt sich die Menge an Kunsstoffpartikel in einer Portion Männerduschgel

Mit diesen Infos gingen wir dann erneut los und fanden dann auch in den meisten Produkten mindestens einen dieser Inhaltsstoffe. Wir wählten 3 verschiedene Duschgels + eine Zahnpasta aus, um auch Vergleiche zwischen den verschiedenen Produkten anstellen zu können.

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Lukas beim durchführen des Experiments

Im Labor begannen wir mit der Analyse. Dazu lösten wir jeweils die normal übliche Menge des Duschgels, der Seife oder der Zahnpasta, die man für eine durchschnittliche Reinigung benötigt, in Wasser. Die daraus entstandene Lösung wurde durch einen handelsüblichen Kaffeefilter gesiebt.

Kunsstoffpartikel werden beim trocknen des Kaffeefilters sichtbar

Kunsstoffpartikel werden beim trocknen des Kaffeefilters sichtbar

Der dabei entstandene Schaum wird mit der Spritzflasche nach unten gespült, sodass sich sämtliche Teilchen in der Mitte des Filters befinden. Die Filter wurden anschließend in der Sonne getrocknet und die im Filter hängende Teilchen in eine Petrischale gegeben. Diese wurden im Anschluss von uns unter dem Binokular untersucht.

Unser Ergebnis:

In allen Produkten waren Plastikpartikel zu sehen. Am deutlichsten bei der Zahnpasta und bei einem Duschgel für Männer, das mit Micro-Feuchtgranulat wirbt. Hier konnte man schon mit freiem Auge die Teilchen erkennen. Bei der Handseife und einem milchigen Duschgel waren nur vereinzelt Plastikpartikel zu finden, welche aber unter dem Binokular trotzdem deutlich zu erkennen waren.

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Diese Portion Kunsstoffpartikel ist in einer Portion Zahnpasta enthalten

Für uns war es schockierend zu sehen, wie viel Plastik sich wirklich in unseren Hygieneprodukten befindet. Das Wissen, dass sich der Kunststoff nur sehr langsam zersetzt und dass er nicht effizient von unseren Kläranlagen gefiltert werden kann, ist erschreckend. Denn jedes Mal beim Zähneputzen, Duschen oder Händewaschen kommen diese Mengen in das Abwassersystem. Mit diesen Produkten werden unsere Bäche, Flüsse und schlussendlich das Meer mit den feinen Kunststoffpartikeln verschmutzt. In diesem Zusammenhang wäre es wichtig, dass sich jeder Einzelne Gedanken über seine Produkte macht, die er kauft, denn es gibt mittlerweile auch alternative Produkte, die zur Gänze auf Kunststoff verzichten.

Wir für unseren Teil empfehlen jedem, dieses einfache Experiment zu Hause nachzumachen und sich so sein eigenes Bild zu schaffen und seine Konsequenzen daraus zu ziehen.

Auf eine gutes Gelingen und eine saubere Welt,
Andreas und Lukas

PS: Unter diesem Link findet ihr eine von Greenpeace Austria verfasste Liste mit Kunststoffbezeichnungen und Produkten, die Kunststoffe enthalten.


Text: Andreas LaFollette, Lukas Leibrecht
Fotos: Andreas LaFollette, Lukas Leibrecht
Redaktion: Astrid Hickmann