MareMundi-Projekt Posidonia – Episode 1

Wie in den letzten Tagen angekündigt, meldet sich die Forschungsabteilung von MareMundi zu Wort. Unser kleines Forschungsteam ist live vor Ort an der MareMundi Station Krk in Punat.

Durch die finanzielle Unterstützung des Vereins Mariner Arten- und Biotopschutz e.V., kurz MARUBIS wird es uns ermöglicht zwei Studien über den wohl wichtigsten Lebensraum des Mittelmeeres, die Seegraswiese, durchzuführen. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlichst bei MARUBIS e.V. bedanken!

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Im Laufe der nächsten Wochen und Monate möchten wir unseren Lesern mit regelmäßigen Berichten einen Einblick in die Welt der Forschung geben, euch unsere Methoden der UW- Freilandarbeit näher bringen und über die Fortschritte unserer Arbeit auf dem Laufenden halten.

Dieser Bericht gilt sozusagen als Episode 1 eines geplanten Langzeitprojektes – Projekt Posidonia.

Wer sind WIR eigentlich?

Wir, Alexander Heidenbauer, BSc. und Roberto Pinyero, BSc. sind Studenten der Universität Wien in den Master- Studiengängen Zoologie bzw. Naturschutz und Biodiversitätsmanagement. Wir sind im engeren MareMundi-Team als erweiterte Vorstände im Bereich Forschung und Umweltschutz tätig und beteiligen uns nun seit mehreren Jahren aktiv bei der Umsetzung diverser Projekte, um den Zielen von MareMundi ein Stück näher zu kommen.

Alexander Heidenbauer und Roberto PineyroIm Bild von links nach rechts: Alexander Heidenbauer und Roberto Pineyro

Auf der Suche nach geeigneten Themen für unsere Masterarbeiten stießen wir von MareMundi zu MARUBIS und mit einer Förderung in der Tasche, schlußendlich bei Universitätsprofessor Martin Zuschin und Dr. Paolo Albano vom Paläobiologischen Institut Wien. Diese erarbeiteten mit uns zwei passende Masterarbeitsthemen, die wir nun gleich als Basis für die Umsetzung eines größeren Projekts nutzen wollen – Projekt Posidonia.

Was ist Projekt Posidonia?

Projekt Posidonia kann man sich als ein Pilotprojekt für die langjährige Erforschung des Lebensraumes Posidonia-Wiese vorstellen. In dieser Anfangsphase besteht das Projekt zwar aus nur zwei Masterarbeiten, aufbauend auf diesen wird es aber das Ziel sein weitere Studenten, Forscher, Organisationen und Universitäten für diese Thematik zu begeistern und die Forschung in diesem Gebiet voranzutreiben.

Mit dem erlangten Know-How und der Infrastruktur unserer MareMundi Stationen (Krk, Kreta & Dahab) könnten wir Studenten und Forschern bei der Umsetzung weiterer Arbeiten zu diesem Thema unterstützen und vor Ort betreuen, so wie es MareMundi auch schon in anderen Bereichen macht. So würden wir Schritt für Schritt mehr über den Lebensraum Posidonia erfahren und könnten das Wissen in zukünftige Umweltschutzprojekte einfließen lassen und die Kooperation von MareMundi mit anderen Organisationen ausbauen.

Warum ausgerechnet Posidonia?

Wie in den vorangegangenen Berichten (Die ökologische Bedeutung der Seegraswiesen und Bedrohte Posidonia-Wiesen im Mittelmeer) zu lesen, handelt es sich bei Seegraswiesen, speziell Posidonia-Wiesen um Lebensräume enormer Bedeutung. Sie können locker mit der Wichtigkeit eines Korallenriffs oder eines Regenwalds mithalten und bieten einer Vielzahl von Organismen die Grundlage zum Leben. Sei dies in Form von Aufwuchsfläche, Nahrung, als Kinderstube, Versteckmöglichkeit oder als Sauerstoffproduzent der die gesamte Unterwasserwelt am Leben erhält.

Gibt es denn noch keine Forschung über Posidonia?

Ganz im Gegenteil, Posidonia ist schon seit vielen Jahren ein gefragtes Objekt der Forschung und es gibt schon unzählige Studien dazu. Diese beschränkten sich in der Vergangenheit aber hauptsächlich auf die Gebiete des Westmediterrans, genauere Untersuchungen in östlichen Gebieten und speziell der nördlichen Adria nehmen erst in den letzen Jahren langsam zu. Hier muss man das Regional Activity Centre for Specially Protected Areas (RAC/SPA) nennen, welches sich nach den Richtlinien der Barcelona Konvention tatkräftig für den Schutz des Mittelmeeres und dessen Bewohner einsetzt und internationale Projekte umsetzt. Ein für uns relevantes Projekt von RAC/SPA ist das MedPosidonia Project, welches das Mapping und Monitoring von Posidonia-Wiesen im Mediterran zum Ziel hat. Begonnen 2006 in den Ländern Algerien, Libyen, Tunesien und der Türkei setzt sich dieses, u.A. durch die EU geförderte, Projekt, in Kooperation mit vielen anderen Organisationen in weiteren Ländern, und Anfang 2017 nun auch in Kroatien im Rahmen des MedMPAnet-Project unter dem Namen Monitoring Protocol for Posidonia oceanica Beds durch.

MedMPAnet ProjektÜbersicht über die Vorhaben des MedMPAnet-Project im Mediterran. Im Rahmen dieses Projektes sollen die Küsten diverser Länder nach besonderen und  schützenswerten Habitaten untersucht werden und in Folge daraus Meeresschutzzonen (Marine Protected Areas, kurz MPA`s) errichtet werden. In diese Kategorie fallen auch die Posidonia-Wiesen.

Wozu dann das Posidonia Projekt von MareMundi?

Das internationale Monitoring Protokoll wird sich in erster Linie auf die Verbreitung und das Monitoring der Posidonia-Wiesen konzentrieren. Mit anderen Worten es wird in regelmäßigen Zeitabständen der Zustand der Wiese anhand von einfachen pflanzlichen Parametern (Sprosse pro Quadratmeter, Blätter pro Spross, Blattlänge, Tiefengrenze usw.) bestimmt. Wir hingegen möchten mit unserem Projekt etwas tiefer in die Materie des Lebensraumes eintauchen und mit alternativen Methoden den Zustand, aber auch viele andere Faktoren, erheben.

Für die Auflösung warum unser Projekt etwas einzigartiges ist und was wir genau machen werden, müsst ihr euch noch etwas gedulden, bis zur zweiten Episode des Projekts Posidonia

Als kleiner Hinweis im Voraus, so werden die Titel unserer Masterarbeiten lauten:

Anthropogenic effects on the molluscan assemblages of shallow water Posidonia oceanica fields in the Kvarner Bay (Croatia).

und

Anthropogenic effects on Posidonia oceanica fields in the Kvarner Bay (Croatia) inferred by a live-dead study of seagrass-associated molluscs.

 

Bericht: Alexander Heidenbauer, mare-mundi.eu
Fotos: MareMundi-Team

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  1. […] geht es weiter mit Teil 3 unseres Projekts Posidonia. Wie in Episode 1 & Episode 2 beschrieben beschäftigen wir uns im Rahmen unserer Masterarbeiten mit den […]

  2. […] bei der Bearbeitung ihrer Abschlussarbeit über die Schulter schauen und ihnen helfen: MareMundi-Projekt Posidonia – Episode 1  und MareMundi-Projekt Posidonia – Episode […]

  3. […] Wien die ökologisch wertvollen Seegraswiesen erforscht (Posidonia oceanica). Mehr dazu finden Sie hier und hier. Die versteckt lebenden kleinen Organismen und Lebensgemeinschaften verraten viel über […]

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