MareMundi Station auf der Insula Aurea: Alle Wege führen nach Krk!

Nur 30 km von der Stadt Rijeka (in der Monarchie Fiume, das wichtigste Zentrum der Region in jeder Hinsicht) entfernt liegt mitten in der Kvarner Bucht die Insel Krk, historisch Isola di Veglia, Insel Vögls oder Velger. Sie ist die größte der 1.185 Inseln in Kroatien (ungefähr gleich groß wie Cres). Hier hat sich seit 2008 der Meeresbiologe Robert Hofrichter mit einer meeresbiologischen Station der Meeresschutzorganisation MareMundi niedergelassen, um nicht nur jungen Menschen mehr von der einzigartigen Welt des Mittelmeeres zu vermitteln, der in vielerlei Hinsicht faszinierendsten Region der Welt. Allerdings auch einer von den am stärksten gefährdeten Regionen: Naturräumlich-klimatische Faktoren, Umweltverschmutzung und Lebensraumzerstörung sowie die globale politische Situation mit gewaltigen Flüchtlingsströmen machen die Lage am Mittelmeer explosiv. Höchste Zeit, dass wir uns an der Station Krk von MareMundi intensiver mit der mediterranen Region beschäftigen!

Unterwegs nach Plavnik, diesmal mit zwei Schiffen: Kosljun und Bela.

Man braucht keine Fähre: Über die Krk-Brücke (Krčki most, einst Tito-Brücke) auf die „Goldene Insel“

Krk klingt seltsam, doch wird der Name verständlicher, wenn man ihn wie folgt ableitet: K(u)R(i)K(ta). Denn antike Autoren nannten die Insel Kurikta, Kyriktike, Kurikon oder Kuryeta. Bei den Römern hieß sie wegen ihres Naturreichtums Insula aurea („Goldene Insel“), und die Stadt Krk (die heutige Inselhauptstadt) nannte sich stolz Splendidissima civitas Curictarum (Strahlendste Stadt der Krker). Während des römischen Bürgerkrieges war eine Bucht der Insel sogar Schauplatz eines Seegefechtes zwischen den Truppen von Caesar und Pompeius.

Die Insel Krk ist über eine besondere Brücke mit dem Festland verbunden. Bei ihrer Eröffnung war sie die am weitesten gespannte Beton-Bogenbrücke der Erde, 85 m länger als die Gladesville-Brücke bei Sydney in Australien. Sie wurde erst 1996 von der Wanxiang-Brücke in China mit 420 m übertroffen. Die  einstige Tito-Brücke ist eine Bogenbrücke aus Stahlbeton mit oben liegender Fahrbahn. Sie besteht aus zwei Teilbrücken mit der kleinen Insel Sveti Marko in der Mitte. Die größere der beiden Brücken geht vom Festland über den Tihi kanal, (Wind-)Stiller Kanal, nach Sveti Marko, die kleinere von Sveti Marko über den Burni kanal (Windiger Kanal, benannt nach der Bora bzw. Bura) nach Krk.

Die Brücke wurde am 19. Juli 1980 dem jugoslawischen Präsidenten zu Ehren unter dem Namen Tito-Brücke eröffnet. Von 1980 bis 2000 wurden in den ersten 20 Jahren 27,2 Millionen Überfahrten gezählt. Die Benutzung der Brücke ist mautpflichtig, (Größenordnung um EUR 5,-, jedoch nur bei der Hinfahrt, also einmalig).

Die Konstruktion ist für Windgeschwindigkeiten bis 142 km/h bemessen. Bei starken Bura-Windböen wird sie gesperrt. Es wurden 20.500 m³ Beton, 130 t Spannstahl und 4.500 t Bewehrungsstahl verbaut. Im Durchschnitt arbeiteten 350 Arbeiter auf der Baustelle. Die Stützweiten betragen 390 m und 244 m. Rechnet man die unter Wasser liegenden Kämpferfundamente dazu, dann überspannt der längere Bogen eine Weite von 416 m.

Vrbnik_mare-mundi_hofrichter_meeresbiologie_exkursion_projekttage _projektwoche_schule_meer_mitttelmeer_krk_mediterran_adria1122

In den engen Gassen der Inselhauptstadt Krk – ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen während der meeresbiologischen Projektwochen von MareMundi.

 

Keine Insel liegt näher: Insula Aurea – Legende und Realität

Alle Wege führen nach Krk, denn keine mediterrane Insel liegt für Mitteleuropäer näher! Vom Festland aus gelangt man über die beschriebene Brücke von Krk auf sie, vom Meer aus mit Schiffen in einen der Häfen, kleinen Fischerhäfen oder der Fähre-Anlegestelle Valbiska, aus der Luft landet man mit dem Flugzeug am Flughafen Rijeka bei Omišalj.

Nur 30 km von der Stadt Rijeka entfernt liegt Krk mitten in der Kvarner Bucht. Ihre längste Achse misst 38 km, die breiteste ca. 20 km. Die Küstenlinie ist etwa 190 km lang. Das Festland ist stellenweise nur etwa 100 m entfernt. In sichtweite liegen neben dem Festland die Halbinsel Istrien, westlich die längliche Insel Cres (deutsch Kerscher, setzt sich nach Süden nach Lošinj fort), zwischen Krk und Cres liegt Plavnik mit 17 km Küstenlinie, eine unbewohnte Insel, die wir im Rahmen der Exkursionen besuchen, im Süden ist Rab, südlich von Baška sieht man die vollkommen kahle Insel Prvić (an der nördlichen Spitze das kleiner Školjić mit nur 400 m Küste), südlich von Prvić verbergen sich Goli Otok (einstige Gefängnisinsel bzw. eher KZ-Insel in Titos kommunistischer Zeit, das war ein Männergefängnis), gleich daneben Sv. Grgur (Frauengefängnis; Sv. steht für Sveti, heilig). Daneben gibt es einige kleinre Inselchen wie Otoćić Galun und Kormat mit einer Kolonie von Mittelmeermöwen (die besuchen wir während der Tagesexkursion mit dem Schiff während jeder Projektwoche mit Schulen). Sveti Marko neben der Brücke wurde bereits erwähnt.

mare-mundi_hofrichter_meeresbiologie_exkursion_projekttage_schule_meer_mitttelmeer_krk_kroatien_mediterrannistik

Die Hausziege (Capra aegagrus hircus) ist auf Krk zwar nicht so häufig wie Schafe, aber doch von großer historischer Bedeutung. Hunde, Schafe und Ziegen waren wahrscheinlich die ersten wirtschaftlich genutzten Haustiere der Menschen. 

 

Krk hat ein mannigfaltiges Georelief, eine spannende, uralte Kulturlandschaft mit Trockenmauern und Terrassen (mehr dazu im Skriptum), malerische Buchten, fruchtbare Felder und dichte Wälder mit submediterraner Vegetation. Große Bereiche sind aber auch verkarstet. Auf Krk finden sich drei Bäche und zwei Seen. Dir höchste Gebirgsspitze heißt Obzovi (570 m).

 

Unterwegs von Punat nach Stara Baska.

Schulen an Bord der M. b. Kosljun – unterwegs von Punat nach Stara Baska.

 

Die Flora ist einzigartig und umfasst etwa 1.400 Arten von Festlandpflanzen. Das ist die Hälfte der gesamten Flora in Kroatien. Doch gibt es auch extreme Endemiten, Barbašova lazarkinja (Asperula borbasiana, eine Art Waldmeister) wächst nur in der Bucht von Baška, eine botanische Weltrarität. Auch die Fauna ist einzigartig, etwa in herpetologischer Hinsicht (mehr zu den Lurchen und Kriechtieren im beliebten Skriptum von MareMundi: Beliebt unter Naturfreunden: das mare-mundi Skriptum „Natur der Kvarner Bucht, der Adria und der Insel Krk“).

Insula Aurea – die Goldene Insel  – hat eine günstige geographische Lage, ein mildes mediterranes Klima (größtenteils submediterran), mannigfaltige natürliche und kulturelle Schönheiten. Für Kroatien ist es die Wiege der kroatischen Kultur, seit dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts sozusagen ein „sechster Kontinent“.

meeresbiologie_exkursion_projekttage_meeresbiologische_woche_schule_meer_mitttelmeer_adria_kroatien_mare-mundi (44 von 60)

Den Unterricht in die Natur und ans Meer verlegen: Mit Schülern genießt das Team von MareMundi die schönsten Buchten der Insel. 

 

meeresbiologie_exkursion_projekttage_meeresbiologische_woche_schule_meer_mitttelmeer_adria_kroatien_mare-mundi (3 von 60)

 

 

Geben Sie Ihren Schülern und Kindern die Chance die Geheimnisse des Meeres und der Natur näher kennen zu lernen – unter kompetenter Führung des MareMundi-Teams!

Unter Aktuelles bietet MareMundi regelmäßig spannende und interessante Berichte über das Meer!