Station Krk: Experiment zum Abbau von natürlichem Kunststoff

An der mare-mundi station Krk wurde ein Experiment zum Abbau von Naturkunststoffen im Meer gestartet.

 

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Warum?

Seit Jahren macht mare-mundi gemeinsam mit anderen Institutionen und Aktivisten auf das Problem der enormen Plastikbelastung der Meere aufmerksam. Nun starten wir an der mare-mundi Station Krk gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung ein Projekt zur Untersuchung vom Abbau von Plastikmüll und Kunststoffalternativen am Meeresboden. Sind neue, biologisch abbaubare Materialien zumindest ein Teil der Lösung? Denn Kunststoffmüll im Meer stellt heute – mehr als je zuvor – ein völlig ungelöstes Problem dar. Täglich bringen Flüsse eine tödliche Fracht an Kunststoffabfällen ins Meer, darunter Milliarden kleine Partikel, das Mikroplastik.

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Strand auf Plavnik: Auch die Nordadria ist durch die Plastikbelastung massiv betroffen.

 

Diese Kunststoffteile werden durch UV Einstrahlung und Wellenbewegungen in kleinere Teile zerrieben. Tiere halten sie für pflanzliche Nahrung und fressen sie. Die kleinen Kunststoffteile reichern zudem Schwermetalle und giftige Substanzen an. Mit der Zeit sinken sie zu Boden, wo sie nicht wieder eingesammelt werden können und bis zu ihrem Zerfall liegen bleiben.

 

Wie lange dauert der Abbau von Plastik wirklich?

Das Projekt untersucht in Aquarienexperimenten eben diesen Zerfall und geht der noch nicht wissenschaftlich beantworteten Frage nach, wie lange alltägliche Kunststoffabfälle wie Verpackungsfolien und Flaschen von der Welt unbeachtet am Meeresgrund verbleiben. Gleichzeitig soll untersucht und aufgezeigt werden, dass verrottbare Kunststoffe aus natürlichen Materialien eine Minderung des Problems bedeuten würden.

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Folien aus natürlichem Kunststoff (links) und Polyethylen (rechts) im Meeresaquarium an der mare-mundi station Krk.

 

Typisch für die Meeresverschmutzung sind Kunststofffolien wie für Verpackungen oder Obstbeutel und PET-Getränkeflaschen, wie sie jedermann kennt und selbst verwendet. In dem Projekt wird der Abbau von Folie aus Polyethylen, von PET Flaschen im Vergleich zu Tragetaschen aus Maisstärke und ganz neuartigen Flaschen aus Milchsäure untersucht.

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Die Vorbereitungen für das Experiment laufen.

 

Um den Abbau möglichst gut dokumentieren und beobachten zu können, wurden dafür spezielle Aquarien eingerichtet. Beim Abbau ist vor allem die mikrobielle Fauna des Meeresbodens ausschlaggebend. Um die selben Bedingungen zu haben wie am Grund der Adria in etwa 10 Meter Tiefe, wurden die Aquarien mit Sand aus eben dieser Tiefe und mit Meereswasser aus der Kvarner Bucht gefüllt. Mit Hilfe technischer Einrichtungen wird daraufhin über Monate sichtbar gemacht, was mit mit den Plastikteilen beider Materialien passiert und wie sich Meeresfauna und -flora bemühen, den unnatürlichen Eindringlingen Herr zu werden. Nach einigen Wochen sollten die Proben aus natürlichem Kunststoff bereits deutliche Abbautendenzen zeigen, während bei der PET Flasche eine Zerfallsdauer von mehreren hundert Jahren angenommen wird. Auf jeden Fall eine viel zu lange Zeit um den Zerfall direkt im Experiment beobachten zu können.

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 Neuartige Flaschen aus Milchsäure der Firma NAKU: Wie schnell werden sie im Meerwasser abgebaut? Und sind sie ein Hoffnungsschimmer um die Verschmutzung der Meere zu reduzieren?

Wo?

Untersuchungs- und Schulungslabor der mare-mundi station Krk in Kroatien.

 

Wer?

Prof. Ines Fritz, Universität für Bodenkultur

Dr. Regina Radax, Meeresbiologin & Projektleiterin, Dr Robert Hofrichter, Meeresbiologe & Gründer von mare-mundi.eu

DI Mag. Johann Zimmermann, NaKu aus natürlichem Kunststoff, Forschung zur Herstellung Kunststoffgegenständen aus pflanzlichen und wieder verrottbaren Alternativen

 

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  1. […] Der Kindersender Kika rückte mit Kameramann Navin, Tonmann Erik, dem Redaktionsleiter Thomas und dem Moderator Felix an – und wurde durch fünf Mitglieder des Teams der MareMundi Station Krk in Punat begrüßt. Seit Wochen führt unsere meeresbiologische Station in Kooperation mit NAKU und der BOKU in Wien ein Experiment zum Abbau von natürlichem Kunststoff durch. […]

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