Warum Naturschutz für uns alle von entscheidender Bedeutung ist? Noch gibt es viel zu retten, werden Sie Teil der Problemlösung!

ein Bericht von Christian Voll, Gerald Blaich und Robert Hofrichter

 

Mit diesem Beitrag möchten wir eine Initiative unseres Meeresschutzvereins MareMundi starten, die zum Ziel hat, auf dieser Internetseite die größten ökologischen Probleme der Gegenwart für jedermann leicht verständlich darzustellen, ihre Ursachen aufzuzeigen und die dringende Notwendigkeit der Beschäftigung mit diesem Thema zu unterstreichen. Sie finden diese Informationen ab jetzt regelmäßig aktualisiert unter Grundlagen auf der Webseite von MareMundi. Zugleich möchten wir Sie dazu motivieren mehr zu tun. Jørgen Randers erteilt uns den Rat: „Tun Sie mehr als Sie müssen. So vermeiden Sie später ein schlechtes Gewissen.“

 

 

Wer Jørgen Randers ist? Und kann man derartige Ratschläge überhaupt ernst nehmen? Oder geht es nur um übertriebene Panikmache, wie es sie in der Geschichte schon so oft gegeben hat? Bloß business as usual? Und dann ist die Apokalypse doch ausgeblieben …

Zitiert ist der Satz aus Jørgen Randers Buch 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre. Randers wurde 1972 als Koautor der legendären Studie „Die Grenzen des Wachstums“ für den Club of Rome bekannt, der zum Millionenseller wurde und für Furore sorgte. Die Studie wurde zwar in den Anfangsjahren von manchen kritisiert, doch unserer Meinung nach standen genau jene beschwichtigenden Lobbyisten hinter der Kritik, welche im Auftrag von Regierungen und sonstigen Interessensgruppen alles so behalten wollten wie es immer schon war.

 

Verschließen wir die Augen nicht vor Tatsachen

Der neue Bericht an den Club of Rome „2052“ gehört zu den besten und realistischsten Zusammenfassungen von wissenschaftlich fundierten Zukunftsprognosen für das kommende halbe Jahrhundert, die es derzeit gibt, nach Ansicht von Rezensenten eine „Pflichtlektüre“ und eine „Inspiration für alle, denen die Zukunft unseres Planeten am Herzen liegt“. Wenn Sie sich die Zeit nehmen um das Thema ernsthaft zu untersuchen, werden Sie selbst erkennen, dass es sich um keine Übertreibungen handelt.

 

Versuchen Sie die nachfolgenden Illustrationen aufmerksam zu analysieren

 


 


 


 


 

Keine inhaltlose Panikmache

Wenn Sie die Bilder wirklich aufmerksam analysiert haben, werden Ihnen von Bild zu Bild geringfügige Veränderungen aufgefallen sein. Hier werden komplexe Realitäten der historischen Entwicklung, die sich in erdgeschichtlich kurzer Zeit abspielen, vereinfacht und skizzenhaft dargestellt. Vereinfacht – aber treffend. Und damit sind wir schon bei der zweiten Frage, ob es sich bloß um unbegründete und übertriebene Panikmache handelt und business as usual kann ungestört weiter gehen. Wir sind überzeugt, dass man die Augen nur noch mit einiger bis beträchtlicher Ignoranz davor verschließen kann, dass die ökologische Lage heute anders ist als je zuvor (bis auf die „big five“, die fünf größten Aussterbewellen der Erdgeschichte, auf die wir in unserer Serie noch genauer eingehen werden. Vielleicht wissen Sie es aber schon: Wir leben bereits in der sechsten …

Sie haben bestimmt in den Medien mitbekommen, dass in den letzten 20 Jahren die Zahl der Vögel in Europa um 300 Millionen gesunken ist. Einige Arten sind in Mitteleuropa um 80 Prozent ihrer Population zurückgegangen. Einer der Gründe für den Niedergang der Vogelbestände ist das massive Insektensterben. Überall in den Weltmedien hört man von jenen aktuellen Studien, die aufgezeigt haben, dass die Insektenbestände um 75 Prozent geschrumpft sind. Bei manchen Insektenarten ist der Bestand um bis zu 90 Prozent zurückgegangen. Nur zaghaft sind Regierungen bereit zuzugeben, dass Unkraut- und Insektengifte einen relevanten Einflussfaktor darstellen (siehe hier oder hier). Die Entscheidungsfindung in Brüssel und anderen Machtzentren der Welt sind schwer, zu viele Interessen sind in dieses desaströse Spiel involviert (siehe hier).

 

Beunruhigende Zahlen der neuesten Forschung: Insekten und mit ihnen die Vögel sterben nicht nur in Europa. 

 

Wird es die Natur, die Wildnis, die „alte Erde“ nur noch in Medien geben?

Die Welt verändert sich in einem nie dagewesenen Tempo. Wir Menschen dominieren und gestalten den Lebensraum der Erde. Wir haben die Macht, vieles grundsätzlich zu verändern. Vieles steht auf dem Spiel. Vieles kann gerettet werden. Vieles kann verloren gehen.

Wie wird die Lebenswelt unsere Kinder und Enkel aussehen? Welches Ausmaß der Zerstörung werden sie vorfinden? Wird es die Erde, wie wir sie kennen und für selbstverständlich erachten, überhaupt noch geben? Oder wird „die alte Erde“ nur noch in Büchern, Filmen und in der virtuellen Welt zu finden sein?

 

Die Wunder der Unterwasserwelt: Innerhalb kürzester Zeit können sie zugrunde gehen und verschwinden. Das können wir leider gegenwärtig in vielen Korallenriffen der Erde direkt beobachten. Wenn zu viele negative Faktoren zusammen kommen, kann dies innerhalb von Jahren, Monaten, ja Wochen oder sogar Tagen passieren.

 

Kann der Mensch „außerhalb“ der Natur leben? Oder ist zu befürchten, dass die Verknappung begrenzter Ressourcen wie Fläche, Wasser, Bäume, Fische und Rohstoffe zu immer größeren Verteilungs-Konflikten führt? Ist es vorstellbar, dass Menschen friedlich auf einer Erde wohnen, die mehr als 75% ihrer Arten verloren hat und die 4°C wärmer ist als heute?

 

Einer der Hauptgründe des ökologischen Niedergangs: die Überbevölkerung

Die UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro war die Geburtsstunde der internationalen Umweltpolitik. Auf die Frage, wann eine Überbevölkerung der Erde vorläge, gab die UN folgende Antwort:

„Eine Überbevölkerung liegt vor, wenn der betrachteten Bevölkerung eine nachhaltige Lebensweise bei dem von ihr gewünschten Lebensstil aufgrund der Bevölkerungsgröße in dem zur Verfügung stehenden Lebensraum nicht mehr möglich ist.“

 

Diese Darstellung erklärt die wesentlichste Ursache der Naturzerstörung.

 

 

Auf dieser Definition baut unsere Serie auf. Denn Kurzform heißt die ökologische Grundgleichung nichts anderes als:

Anzahl der Menschen   x   durchschnittlicher Lebensstil   =   Zukunft

Mehr dazu in den kommenden Wochen. Die Gleichung scheint einfach und einleuchtend zu sein, doch die wesentliche Frage lautet: Was können wir tun? Denn die UN prognostiziert in einem ihrer drei Szenarien bis zu 16 Milliarden Menschen im Jahr 2100 mit dann immer noch steigender Tendenz. Andere Prognosen sind optimistischer. Doch die Geburtsrate Afrikas ist momentan (2015) mit 4,7 Kinder/Frau die absolut höchste weltweit. In wenigen Jahrzehnten wird sich die Population des Kontinents verdoppeln. Wenn sich die traditionelle Ausbeutung Afrikas durch höher entwickelte Volkswirtschaften fortsetzt, ist eine ökologische und humanitäre Krise des gesamten Kontinents nahezu unausweichlich – und mit ihm auch eine Krise Europas.

 

Bewusstseinsbildung und was ich und auch Sie tun können

Sie können – nur als einige Beispiele

  • mit anderen über Ihre Wünsche und Ziele in Sachen Naturschutz reden und diskutieren
  • Organisationen unterstützen, die solche Ziele verfolgen. MareMundi würde sich freuen sich mit Ihnen gemeinsam für Ziele des Naturschutzes einsetzen zu können
  • Parteien oder Politiker wählen, welche sinnvolle Ziele des Naturschutzes verfolgen
  • sich für die Herkunft und die Geschichte jener Dinge interessieren, die Sie kaufen und konsumieren
  • ihr Konsumverhalten anpassen und korrigieren
  • sich für Dinge oder Dienstleistungen entscheiden, die Ihnen und genauso auch anderen wie auch der Umwelt guttun und so die Ziele des Naturschutzes unterstützen
  • einen Beruf wählen, in dem Sie an solchen Zielen aktiv mitarbeiten können, oder sich ehrenamtlich für solche Initiativen einsetzen.

Doch Sie könnten auch noch mehr machen.

 

Mit Optimismus gemeinsam Ziele des Naturschutzes verfolgen

Man darf sich – trotz großer ungelöster Herausforderungen – durchaus über die Tatsache freuen, dass im Naturschutz vieles schon gelungen ist. Im besten Fall zieht man daraus die Kraft, die für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben notwendig ist.

Zum Beispiel hat man durch effektive Schutzmaßnahmen die Bedrohung für viele Tierarten milden können. Das ist erfreulich und macht Hoffnung. Man könnte dem entgegenhalten, dass sich für jede Tierart, deren Schutzstatus sich verbessert, der Schutzstatus von sieben anderen Tierarten verschlechtert.

Das ist leider richtig, soll einem aber nicht die Freude über das Erreichte verleiden … Es macht sehr viel Sinn mit großem Einsatz die Ziele des Naturschutzes zu unterstützen. Korrekter noch ist: Es ist der einzig mögliche Weg um den ökologischen Niedergang unseres Planeten zu verlangsamen. Denken Sie an die eingangs zitierte Worte von Jørgen Randers: „Tun Sie mehr als Sie müssen. So vermeiden Sie später ein schlechtes Gewissen.“


MareMundi bringt der Jugend die dringende Notwendigkeit des Meeresschutzes näher. Helfen auch Sie uns dabei!

 

Informieren Sie sich in der kommenden Zeit auf dieser Webseite konkreter über die größten ökologischen Probleme der Gegenwart und ihre Ursachen! Wir freuen uns über Ihr Interesse!

Das könnte Ihr Fußabdruck sein. Oder unserer. Wir alle hinterlassen einen. In Summe der fast acht Milliarden Menschen drohen die vielen ökologischen Fußabdrücke, von denen unzählige rücksichtslos sind, unsere schöne Erde zu ruinieren. Nur die Anstrengung vieler Menschen gemeinsam kann diese Entwicklung etwas verlangsamen.

 

 

Bericht: Dr. Christian Voll, Ing. Gerald Blaich und Dr. Robert Hofrichter (MareMundi)

Illustrationen: Christian Voll

Fotos: Robert Hofrichter

 

Die Gesamtdarstellung der Probleme und ihrer Ursachen findet sich unter „Grundlagen“ im Menü dieser Webseite.

Bisher auf „Aktuelles“ erschienen:

Teil 1: Warum Naturschutz für uns alle von entscheidender Bedeutung ist? Noch gibt es viel zu retten, werden Sie Teil der Problemlösung!

Teil 2: Die größten Probleme der Erde: die Überbevölkerung

Teil 3: Die größten Probleme der Erde: unser Lebensstil und ökologischer Fußabdruck

 

 

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  1. […] Der Walhai ist der Liebling aller Taucher und Meeresfreunde: Ein harmloser, sanfter Riese (über seine Maximalgrößen kursieren immer noch Legenden – selbst FishBase gibt unrealistische 20 m an …), der aber aus mehreren Gründen massiv unter Druck steht. Erstens sind die Reproduktionsraten der Haie generell ziemlich niedrig (obwohl sie gerade beim Walhai höher liegt als beispielsweise beim Weißen Hai). Eine einzige Flosse eines Walhais kann in Südostasien horrende Erlöse von 50.000 Dollar und mehr erzielen. Und die Chinesen verwenden Produkte aus Walhaien in ihrer traditionellen Medizin (was verwenden sie eigentlich nicht?). Selbst zu Fischmehl werden Walhaie verarbeitet. Walhaie sind hoch migratorisch, unternehmen also transozeanische Wanderungen, was es schwierig macht sie zu schützen. Doch nun darf der Walhai, der größte Fisch der Welt, zumindest offiziell nicht mehr gejagt werden. Er wurde sogar im Anhang I der Bonner Konvention gelistet. Auch seine Lebensräume sollen nun strenger geschützt werden. Das haben immerhin 126 Staaten beschlossen. Natürlich ist der Walhai dadurch allein noch nicht gerettet, doch zeigt diese erfreuliche Entwicklung, dass der unermüdliche Einsatz von Meeresschutzorganisationen und Experten Sinn macht! Vgl. dazu  Warum Naturschutz für uns alle von entscheidender Bedeutung ist? […]

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