Bericht Praktikum bei MareMundi 2018 von Michelle Baensch

Auch ich hatte das Glück diesen Sommer einen Monat lang Praktikum in der MareMundi Station auf Krk verbringen zu dürfen. Derzeit studiere ich Biologie an der Universität in Hamburg. Fast alle meine Kurse und auch meine Abschlussarbeit befassten sich schon mit dem Ökosystem Meer. Aber was gibt es besseres als dieser ganzen Theorie endlich mal praktische Erfahrung entgegenzusetzen!?

Am 30. Mai startete meine Reise nach Kroatien. Nach einem herzlichen Empfang fuhren wir gleich die ersten Tage zum Schnorcheln. Für mich eine ganz neue Erfahrung und mein absolutes Reisehighlight. Mir wurde so viel Spannendes erzählt und gezeigt, dass ich aus dem Staunen kaum herauskam.

Meine Lieblingstage bisher? Die Tage die wir auf See verbrachten. Mit dem Schiff die Küste entlang,  die Weiten des Meeres genießen und an den verschiedensten Orten schnorcheln gehen.

Auf Entdeckungstour zu einem neuen Schnorchelplatz

Gleich zu Beginn meiner Zeit durfte ich an einer Explorer-Tour teilnehmen. Das Ziel der Bootsfahrt war ein neuer Schnorchelplatz der auch für das Team eine Premiere war. Kaum waren die Schulklasse und wir an Bord, konnten wir die ersten Delphine erspähen, die uns, in der Bugwelle des Schiffes schwimmend, ein Stück begleiteten. Ein wahnsinniges Schauspiel.

Schüler beim Sichten der Delfine

 

Tursiops truncatus – Großer Tümmler in der Bugwelle des Schiffes

Nach diesem Spektakel steuerten wir auf eine kleine Insel zu, die als Brutplatz für die hier typische Mittelmeer Möwe Larus michahellis dient. Begleitet von unzähligen Möwen ging es weiter die Küste entlang.

Larus michahellis – Die Mittelmeermöwe, nicht zu verwechseln mit ihrer Verwandten der Silbermöwe

Angekommen an unserem Ziel, konnten wir endlich das kühle Wasser genießen und auf Schnorchelexpedition gehen. Eine wunderschöne Unterwasserwelt mit zahlreichen Fischen, Stachelhäutern und sogar einem Oktopus wartete auf uns. Das Thema für den heutigen Tag sollten die verschiedenen Fischarten und ihre Morphologie sein. Wie erkenne ich einen Freiwasserfisch? Und was frisst wohl ein Fisch dessen Maul so komisch nach oben zeigt? Den Schülern und Schülerinnen zeigten wir in kleinen Gruppen die verschiedenen Fischarten und versuchten sie auf die vielen Facetten dieses Ökosystems aufmerksam zu machen.

In unserer überfüllten Welt springt uns alles direkt ins Auge, seien es leuchtende Plakate oder bunte Werbetafeln. In der Natur funktioniert das nicht. Hier können die Schüler/innen lernen genau hinzusehen, einen Blick zu entwickeln und die Dinge zu hinterfragen, sei es beim Schnorcheln, den theoretischen Einheiten oder spannenden Diskussionsrunden. Es ist toll den einen oder anderen mit seiner Faszination anstecken zu können und zu begeistern. Vor allem bringt das im Wasser noch so viel mehr Spaß als im Klassenzimmer.

Nach ausgiebiger Mittagspause ankerten wir erneut. An neuen Orten weiß man ja bekanntlich nie was einen erwartet, aber auch dieser Platz sollte uns nicht enttäuschen. Er stellte sich als wahres Paradies für das anstehende Stachelhäuterprogramm heraus. Nach wenigen Minuten tauchte Alex die unterschiedlichen Arten rauf, die wir anschließend der Klasse in Form einer kleinen Theorieeinheit vorstellen konnten. Auch hier konnten wir uns noch einmal von der Unterwasserwelt verzaubern lassen bevor wir mit einer müden aber zufriedenen Schülerhorde den Rückweg antreten mussten.

Mit einem tollen Team den Tag ausklingen lassen. (vlnr: Praktikantinnen Nadine Klar und Michelle Baensch)

Ein wunderschöner, abenteuerlicher Tag ging zu Ende. Das Tolle an der Zeit hier bisher: Von diesen aufregenden, spannenden Tagen gab es schon so viele. Jeder ist ein bisschen anders und aus jedem geht man mit neuem Wissen hervor.

Schon jetzt kann ich sagen, dass die Zeit bei MareMundi eine große Bereicherung war und mit etwas Glück ist sie noch nicht zu Ende…

Bericht: Michelle Baensch
Fotos: Michelle Baensch, Alexander Heidenbauer