Eine Wanderung mit dem MareMundi-Team auf Krk, Kroatien

Man sagt, bei einer Wanderung lernt man die Leute richtig kennen. Der folgende Bericht über unsere Wanderung in der Nähe von Glavotok wird einen kleinen Einblick gewährt in die freizeitlichen Freuden, die ich während meines Praktikums mit dem MareMundi-Team teilen durfte.

Ich könnte vieles aufzählen, das ich in den fünf Wochen erlebt habe. Da wäre zum Beispiel der Tag, an dem wir nach Čižići fuhren zum Schlammbaden. Oder die Woche, in der ein Kamerateam vom MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) unseren Kurs begleitete und die Arbeit von Robert und MareMundi dokumentierte. Doch wenn es etwas ist, das meinen Eindruck von Krk zusammenfasst, dann dürfte dies jener Wandersonntag gewesen sein, an dem das ganze Team teilnahm.

Wir starteten unsere 10,7 km lange Wanderung in Porat im Nordosten von Krk. Der äußerste Teil Porat`s wurde vor wenigen Wochen als neuer Schnorchel- und Kursort erkoren und musste weiter erkundet werden. Vorbei an dem Ort, wo ich zu meinem grossen Glück einige Tage zuvor zwei sich paarende Sepien beobachten konnte (und vor lauter Staunen fast die Schüler im Wasser vergass), wanderten wir querfeldein Richtung Milohnici, eine abwechslungsreiche Strecke entlang der Küste aber auch durch wunderschöne Flaumeichen- Hainbuchenwälder.

Unsere PraktikantInnen Michelle, Sascha und Nadine (v. l. n. r.), zusammen mit Walpurga (zweite von links), einer Freundin MareMundis, bei der Wanderung.

Typisch für Biologen und Naturfotografen, wurden viele Stopps eingelegt um die Flora und Fauna im Detail zu erkunden und die Neugier der Biologen zu stillen. So fanden wir u.a. riesige Dolchwespen (Scoliidae) und wunderschöne Segelfalter (Iphiclides podalirius), die den Nektar von den meterhohen Disteln sammelten (Bild oben).

 Segelfalter im Vordergrund und Dolchwespe im Hintergrund teilen sich eine Distel.

Da niemand so recht den Weg kannte, entbrannte so manche Diskussion darüber, ob man noch links oder rechts abbiegen soll. Glücklicherweise fanden wir auf Anhieb den richtigen Weg und verirrten uns nicht. Nach ca. 2h erreichten wir eine abgelegene kleine Bucht, wo ein paar Boote ankerten und beschlossen dort eine Mittagspause auf einer Anhöhe zu machen, von der aus wir einen herrlichen Blick aufs Meer und das Festland geniessen konnten. Ich nutzte die Gelegenheit und säuberte den Strand ein vom angeschwemmten Müll. Beach-Clean-Ups werden auch regelmässig mit den Schülern während des Kurses veranstaltet, ein wichtiger Punkt des Programms um den Schülern ein Gefühl über die Ausmasse des (Mikro-)Plastikproblems zu geben – ein Problem, dass auch mir nun immer bewusster wird.

Nach der Mittagspause steuerten wir das eigentliche Ziel an: eine ca. 600-700 Jahre alte Flaumeiche (Quercus pubescens). Diese Eiche gilt als der größte Baum der Insel und beeindruckt mit waagrecht wachsenden Ästen, wobei jeder Ast selber so dick ist wie der Stamm von manch anderer Eiche. Da die Äste nicht allzu hoch angesetzt waren, schaffte ich es, mich hochzuziehen, sodass ich auf einem Seitenast platznehmen konnte.

Die alte Flaumeiche mit ihren massiven Ästen, die beinahe senkrecht vom Stamm wegwachsen.

Wir verweilten gut eine Dreiviertelstunde an diesem wunderschönen Ort, und rätselten was dieser Baum wohl schon alles miterlebte – ein spannender Gedanke. Nahe der Eiche fand Alex einen männlichen Hirschkäfer (Lucanus cervus), ein besonderer und seltener Genosse, der natürlich als Fotomodel herhalten musste.

Der Hischkäfer posiert auf der Flaumeiche für die Fotografen

Robert verliess uns vorzeitig, da er uns eine selbstgemachte kroatische Spezialität versprach: Eine Peka mit Gemüse, Kartoffeln & Hähnchen in einer Knoblauch- und Olivenölsauce.

Die leckere Peka, die Robert für uns über offenem Feuer kochte, mit dem Holzofen im Hintergrund

 

Dafür nutzte er den Holzofen und die Gastfreundschaft der urigen Konoba Pod Prevolt, dessen Besitzer seit vielen Jahren liebe Freunde MareMundi`s sind. Das Essen war vorzüglich, eine Spezialität, die man sich nicht entgehen lassen sollte – vielen Dank dafür Robert! Zufrieden und gesättigt liesen wir den Tag mit einem Bierchen und der Hauseigenen „Medizin“ (eigentlich ein Salbei-Schnaps) ausklingen.

Wenn der Bericht Dein Interesse an einem Praktium geweckt haben, findest Du hier weitere Information: https://mare-mundi.org/volontariat/

 

 

Bericht: Sascha Brunner
Fotos: Alexander Heidenbauer
Redaktion: Alexander Wunderer