Seychellen: Gesuchte Schildkröte gab es nie

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Seychellen: Gesuchte Schildkröte gab es nie

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 05 Apr 2013 16:59

Seychellen: Gesuchte Schildkröte gab es nie

1906 wurde die Wasserschildkröte Pelusios seychellensis zuletzt gesichtet, sie galt als ausgestorben. Nun aber zeigt sich, dass es die Art nie gegeben hat - es war eine Verwechslung.

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Klappbrustschildkröte Pelusios castaneus: Identisch mit angeblich ausgestorbener Art
Mark-Oliver Rödel

Eine Schildkrötenart, die als ausgestorben galt, hat es neuen Erkenntnissen von Wissenschaftlern zufolge nie gegeben. Die auf den Seychellen vermutete Wasserschildkröte existierte nach einer DNA-Studie deutscher und österreichischer Forscher nie als eigene Art, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "PloS One" berichteten. Der genetische Abgleich habe gezeigt, dass die Schildkröte Pelusios seychellensis mit der in Westafrika weit verbreiteten Pelusios castaneus identisch sei. Einige Tiere seien vermutlich von Menschen vor langer Zeit auf die Inselgruppe gebracht worden.

Die von den Forschern untersuchte Schildkröte war 1906 als eine auf der Mahé-Insel auf den Seychellen heimische Art beschrieben worden. Wissenschaftler befassten sich lange mit ihrer Ähnlichkeit mit der Schildkröte in Westafrika, die vom Senegal bis nach Angola an der Küste heimisch ist. Aufgrund der weiten Entfernung zu den Seychellen östlich von Afrika waren Forscher aber lange der Ansicht, beide Arten müssten unterschiedlich sein.

"Programme müssen überarbeitet werden"

Dasselbe Wissenschaftlerteam hatte kürzlich bereits bei einer weiteren Schildkröte nachgewiesen, dass sie von Menschen auf die Seychellen gebracht worden war. Nun bleibt noch eine Schlammschildkrötenart, die als vermutlich originär auf den Seychellen heimisch gilt. "Die Programme zum Schutz von Schildkröten auf den Seychellen müssen überarbeitet werden", forderte Uwe Fritz vom Dresdner Forschungsinstitut Senckenberg, damit die knappen Gelder gut genutzt werden.

Wasser- und Landschildkröten sind die Wirbeltiere, bei denen nach Angaben der Wissenschaftler das größte Risiko ihrer Ausrottung besteht. Von etwa 320 Arten wurden demnach die auf Inseln beheimateten Tiere besonders hart durch natürliche Feinde und durch menschliche Einflüsse getroffen.

boj/AFP

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