Kleine Fische - große Probleme

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mare-mundi Redaktion
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Kleine Fische - große Probleme

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 02 Okt 2012 11:01

Kleine Fische - große Probleme

Nicht nur die Korallenriffe fallen dem Klimawandel zum Opfer, auch viele Fische leiden unter der Erwärmung der Ozeane. Weil sich im Meerwasser weniger Sauerstoff befindet, wird das Wachstum der Fische gehemmt. Diese Befürchtung äußern nun kanadische Forscher in einer Studie.

:arrow: http://science.orf.at/stories/1705559/

Bild

Die Wissenschaftler der University of British Columbia haben für ihre Studie 600 Fischarten aus allen Ozeanen weltweit untersucht. Mit Hilfe eines Computermodells konnten sie zeigen, dass das maximale Körpergewicht der Fische bis zum Jahr 2050 bis zu 20 Prozent abnehmen könnte. Denn Fische atmen wie viele Meereslebewesen unter Wasser. Wenn die Ozeane wärmer werden, nimmt der Sauerstoffgehalt im Wasser ab. Die tropischen Regionen sind von dieser Entwicklung am stärksten betroffen.

Fische reagieren anders als erwartet
"Wir waren überrascht, eine derart starke Abnahme der Fischgröße zu sehen." stellt der Hauptautor der Studio, der Fischereiwissenschaftler William Cheung, fest. "Meeresfische sind eigentlich dafür bekannt, anders auf Klimaveränderungen zu reagieren, nämlich durch Saisonalität und eine geringere Verbreitung. Diese massive Auswirkung auf die Körpergröße der Fische war unerwartet. Und sie zeigt auf, dass wir bis jetzt einen wichtigen Puzzlestein im Zusammenhang mit dem Klimawandel und seinem Einfluss auf Ozeane nicht berücksichtigt haben."

Zu wenig Sauerstoff
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der sinkende Sauerstoffgehalt im Meerwasser für das Schrumpfen der Tiere verantwortlich ist. "Es ist eine ständige Herausforderung für die Fische, ausreichend Sauerstoff aus dem Wasser zu bekommen, um wachsen zu können. Je größer die Fische, desto schwieriger wird das für sie", erklärt Daniel Pauly, Co-Autor der Studie in einer Aussendung. "Ein wärmerer Ozean mit geringerem Sauerstoffanteil ist beim gegenwärtigen Klimawandel abzusehen. Es wird für große Fischer immer problematischer werden, ausreichend Sauerstoff zu bekommen. Das heißt, sie werden früher aufhören zu wachsen."

Die Wissenschaftler betonen daher die Notwendigkeit, die Emission von Treibhausgasen einzudämmen. Es müssten Strategien entwickelt werden, die bereits vorhandenen Veränderungen zu analysieren und sich an diese anzupassen. Sonst drohe eine massive Beeinträchtigung der Fischerei, der Nahrungsmittelsicherheit und der ozeanischen Ökosysteme.

Die Studie:
"Shrinkíng of fishes exacerbates impacts of global ocean changes on marine ecosystems" (http://www.nature.com/nclimate/journal/ ... e1691.html) von William Cheung et al. erschien am 30. September in Nature Climate Change (doi: 10.1038/NCLIMATE1691).

Mirror
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Re: Kleine Fische - große Probleme

Beitrag von Mirror » 14 Jan 2013 16:44

mare-mundi Redaktion hat geschrieben:Kleine Fische - große Probleme

Nicht nur die Korallenriffe fallen dem Klimawandel zum Opfer, auch viele Fische leiden unter der Erwärmung der Ozeane. Weil sich im Meerwasser weniger Sauerstoff befindet, wird das Wachstum der Fische gehemmt. Diese Befürchtung äußern nun kanadische Forscher in einer Studie.

:arrow: http://science.orf.at/stories/1705559/

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Die Wissenschaftler der University of British Columbia haben für ihre Studie 600 Fischarten aus allen Ozeanen weltweit untersucht. Mit Hilfe eines Computermodells konnten sie zeigen, dass das maximale Körpergewicht der Fische bis zum Jahr 2050 bis zu 20 Prozent abnehmen könnte. Denn Fische atmen wie viele Meereslebewesen unter Wasser. Wenn die Ozeane wärmer werden, nimmt der Sauerstoffgehalt im Wasser ab. Die tropischen Regionen sind von dieser Entwicklung am stärksten betroffen.

Fische reagieren anders als erwartet
"Wir waren überrascht, eine derart starke Abnahme der Fischgröße zu sehen." stellt der Hauptautor der Studio, der Fischereiwissenschaftler William Cheung, fest. "Meeresfische sind eigentlich dafür bekannt, anders auf Klimaveränderungen zu reagieren, nämlich durch Saisonalität und eine geringere Verbreitung. Diese massive Auswirkung auf die Körpergröße der Fische war unerwartet. Und sie zeigt auf, dass wir bis jetzt einen wichtigen Puzzlestein im Zusammenhang mit dem Klimawandel und seinem Einfluss auf Ozeane nicht berücksichtigt haben."

Zu wenig Sauerstoff
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der sinkende Sauerstoffgehalt im Meerwasser für das Schrumpfen der Tiere verantwortlich ist. "Es ist eine ständige Herausforderung für die Fische, ausreichend Sauerstoff aus dem Wasser zu bekommen, um wachsen zu können. Je größer die Fische, desto schwieriger wird das für sie", erklärt Daniel Pauly, Co-Autor der Studie in einer Aussendung. "Ein wärmerer Ozean mit geringerem Sauerstoffanteil ist beim gegenwärtigen Klimawandel abzusehen. Es wird für große Fischer immer problematischer werden, ausreichend Sauerstoff zu bekommen. Das heißt, sie werden früher aufhören zu wachsen."

Die Wissenschaftler betonen daher die Notwendigkeit, die Emission von Treibhausgasen einzudämmen. Es müssten Strategien entwickelt werden, die bereits vorhandenen Veränderungen zu analysieren und sich an diese anzupassen. Sonst drohe eine massive Beeinträchtigung der Fischerei, der Nahrungsmittelsicherheit und der ozeanischen Ökosysteme.

Die Studie:
"Shrinkíng of fishes exacerbates impacts of global ocean changes on marine ecosystems" (http://www.nature.com/nclimate/journal/ ... e1691.html) von William Cheung et al. erschien am 30. September in Nature Climate Change (doi: 10.1038/NCLIMATE1691).
Vor Kurzem habe ich irgendwo einen Bericht über die Problematik gelesen und über das Vorhaben die Meere mit einer besonderen Strategie künstlich mit Sauerstoff anzureichern. Ein verbitterter Krieg gegen Mutter Natur. Man sollte die Ursachen schon eindämmen und nicht mit den Resultaten kämpfen. Das nützt nichts.

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Robert
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Re: Kleine Fische - große Probleme

Beitrag von Robert » 18 Jan 2013 16:10

mare-mundi Redaktion hat geschrieben:Es wird für große Fischer immer problematischer werden, ausreichend Sauerstoff zu bekommen. Das heißt, sie werden früher aufhören zu wachsen.
Was vermutlich irgendwann dazu führen wird, dass die Fischfangquoten angehoben werden, um den Verlust auszugleichen. :(
Danke und Gruß!

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