Riesenhäfen sind Einfallstore der Arten

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Riesenhäfen sind Einfallstore der Arten

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 06 Mai 2013 18:53

Riesenhäfen sind Einfallstore der Arten

Vielbefahrene Häfen wie Hongkong und Singapur sind die wichtigsten Einfallstore für das Einwandern fremder Tier- und Pflanzenarten aus dem Meer. Aber es ist laut einer aktuellen Studie nicht allein die Zahl der Schiffsbewegungen, die das Risiko des Einschleppens von Tieren und Pflanzen in Ballastwassertanks oder am Rumpf erhöht.

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Das Expertenteam um den Biologen Hanno Seebens von der Universität Oldenburg identifizierte zusätzliche Faktoren, darunter den Schiffstyp sowie die Gegebenheiten am Start- und Zielpunkt.

Containerschiffe etwa fahren schneller als Öltanker und könnten deshalb die Invasion von fremden Arten beschleunigen, erklären die Forscher in ihrer Studie, die auf der mathematischen Analyse von fast drei Millionen Schiffsbewegungen aus den Jahren 2007 und 2008 basiert. Entscheidend seien darüber hinaus auch die Wassertemperaturen und die gesamte Bio-Geografie.

Auch eine Frage der Meerestemperatur
So sei das Risiko des Einschleppens fremder Arten in der ebenfalls stark befahrenen Nordsee mit großen Seehäfen wie Hamburg (Top 14 weltweit) relativ gering. Die großen Nordseehäfen seien zwar ebenfalls wichtige Zielpunkte für Schiffe aus Asien, die niedrigen Wassertemperaturen sorgten allerdings dafür, dass aus wärmeren Gebieten "mitgereiste" Tiere und Pflanzen weitaus geringere Überlebenschancen haben.

Ähnliche natürliche Bedingungen wie in der Nordsee gebe es lediglich an der US-Ostküste mit ihren Häfen wie New York. "Wir verglichen unsere Modellergebnisse mit Felddaten. Und tatsächlich, die meisten invasiven Arten, die in der Nordsee vorkommen, haben ihre Heimat an der nordamerikanischen Ostküste", erklärte Seebens.

Gegen die Veränderung von Ökosystemen
Mit ihren "Invasionsrisiko"-Karten wollen die Forscher den Kampf gegen die Ausbreitung fremder Tiere und Pflanzen unterstützen. "Bioinvasoren" können im schlimmsten Fall einheimische Arten verdrängen und ganze Ökosysteme verändern. Eine Lösung für das weltweite Problem haben die Experten bereits anzubieten.

"Der beste Schutz gegen Bioinvasion ist es, sie einfach nicht zuzulassen. Das bedeutet, dass potenzielle Invasoren einfach nicht von Bord dürfen", erklärte Studienleiter Bernd Blasius aus Oldenburg. Das Ballastwasser auf Schiffen müsse permanent mit Filtern, Chemikalien oder keimtötendem UV-Licht gereinigt werden.

science.ORF.at/AFP

Die Studie:
"The risk of marine bioinvasion caused by global shipping" von Hanno Seebens und Kollegen ist am 24.4. in den "Ecology Letters" erschienen. :arrow: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... aintenance

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