Sharkproject STOP SALES

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Helmut Wipplinger
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Sharkproject STOP SALES

Beitrag von Helmut Wipplinger » 28 Okt 2007 19:59

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Mittwoch, 24. Oktober 2007

Sehr geehrter Herr Wipplinger,

wir beziehen uns auf unseren Zwischenbescheid vom 10.10.07 zu Ihrem
Anliegen bezueglich Vermarktung Haiprodukte. Gerne teilen wir Ihnen
mit, dass wir auf Grund Ihres kritischen Hinweises Haiprodukte/
Schillerlocken aus unserem Sortiment genommen haben. Zur Zeit werden
lediglich noch Restbestaende in einzelnen Filialen abverkauft.

Mit freundlichen Gruessen
Kaufland Dienstleistung GmbH & Co. KG
Kundendienst-Center

i.A. Marina Krause
Ihre Ansprechpartnerin
aus diesem aktuellen Anlass :D möchte ich hier mal auch über meine
Haupttätigkeit bei Sharkproject berichten:

Unsere Kampagne STOP SALES startete im Jänner 2005.
Am Beginn dieses Projektes standen wir nicht nur vor der weltweiten
Finning Problematik für den chinesischen Markt, auf die wir bis dahin
unser Hauptaugenmerk gerichtet hatten. Sondern parallel dazu tauchten
auch in unseren heimischen Supermarktregalen und in der „Kneipe am
Eck“ in beunruhigendem Ausmaß Haisteaks und andere Haiprodukte auf.
Wenn man die Nachrichten der letzten Zeit verfolgt, war das eigentlich ein
ganz logischer Schritt der Fischereiindustrie: Da die meisten klassischen
Speisefische durch Überfischung immer weiter reduziert werden, sucht
man sich ein neues „Produkt“ um den Markt zu beliefern. Dabei verzichtet
man immer mehr auf Tarnnahmen, wie Schillerlocke, Seeaal, Seestör
oder Kalbsfisch sondern bewirbt ganz offen mit dem Nahrungsmittel Hai
die Kunden.
Das Haisteak am Teller soll mit einer Mischung aus Exotik und Gänsehaut
begeistern, kaum jemandem - weder den Lebensmittelhändlern noch dem
Kunden -ist aber bewusst, das hier eine für das Ökosystem Meer
unheimlich wichtige und in hohem Masse vom Aussterben bedrohte
Tierart auf den Tisch kommt.

Und hier mussten wir handeln, Haiprodukte raus aus den heimischen
Regalen und Restaurants - STOP SALES!

Über ein Meldesystem auf www.stop-sales.com, aber auch direkt per Mail
kann man uns Haiprodukte im Handel melden: Haisteaks, Schillerlocken
aber auch Haiknorpelpulver, Mode, Schmuck und Souvenirs usw.

Die betroffenen Unternehmen werden von uns in einem Schreiben, dem
umfassendes Informationsmaterial beiliegt über die Situation der Haie
aufgeklärt und gebeten in Zukunft auf Haiprodukte zu verzichten.
Die Meldung über das Angebot sowie die Korrespondenz wird im Internet
unter www.stop-sales.com öffentlich zugänglich gemacht.

Die Bandbreite der Reaktionen ist groß. Einige Firmen bedanken sich über
die Aufklärung, ihnen war die Situation der Haie gar nicht bewusst und
verzichten sofort bereitwillig auf Haiprodukte, mache vertrösten, dass das
Thema im Unternehmen noch diskutiert werden muss, dann gibt es
natürlich auch negative Antworten und leider oft auch gar keine
Rückmeldungen - hier hilft oft Hartnäckigkeit und telefonischer Kontakt.

Ein wichtiges Argument für hartnäckige Unternehmen war eine von
Sharkproject in Auftrag gegebenen Untersuchung, bei der herauskam,
dass Haiprodukte im heimischen Handel extrem mit hochgiftigem
Methylquecksilber verseucht sind und zwar mit dem bis zu 60fach
überschrittenem Grenzwert. Mit dem Hinweis, dass sie ihren Kunden ein
für Menschen giftiges Lebensmittel anbieten, konnten wir viele Hardliner
überzeugen.

Wenn man nun auf die letzten zwei Jahre zurückblickt können wir
durchaus stolz sein! Seit dem Start der Kampagne haben rund 8.000
Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Verkauf
von Schillerlocken, Haisteaks und Pharmaprodukten verzichtet. Darunter
unzählige Restaurants, Internethändler aber auch große nationale
Unternehmen.

Hier die größten:

Kaufland D (500 Filialen)
Tegut D (300 Filialen)
Metro Deutschland (120 Gewerbegroßhandelsmärkte)
Metro Österreich (12 Gewerbegroßhandelsmärkte)
Nordsee Deutschland (320 Filialen)
Nordsee Österreich (43 Filialen)
Lidl Discount Märkte (2.200 Filialen)
Merkur Österreich (105 Filialen)
Tengelmann D (750 Filialen)
Galeria Kaufhof D (127 Filialen)
ADEG ( Edeka) Österreich (800 Filialen)
Spar Österreich (1.458 Filialen)


Helmut Wipplinger
Sharkproject Team
Projektleitung STOP SALES

Sharkproject E.V.
Internationale Initiative zum Schutz und zur Erforschung der Haie

weitere Infos:
www.sharkproject.org
www.stopsales.com

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franziska anderle
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Beitrag von franziska anderle » 28 Okt 2007 22:46

Auch wenn ich damit vielleicht Öl ins Feuer gieße... :blink1: gibt es schon Antwort von Eurofisch? :?:
Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur (Oscar Wilde)

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Helmut Wipplinger
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Beitrag von Helmut Wipplinger » 28 Okt 2007 23:09

EUROFISCH Wien Meidling

nein, aber indirekt schon eine Reaktion... ?

die Presseinfo wurde am 17.10. überarbeitet:
http://www.gh-pr.at/Presseinfos/detail.php?id=163

- es gibt jetzt kein Pressefoto mehr mit einem Hai drauf

- auch im Text kommt "Hai" nicht vor

- der Eröffnungstermin wurde wieder Mal verschoben: zur Zeit 6. November

schwer abzuschätzen welche Meeretiere dann auf
"der längste Fischtheke Europas" liegen...

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