Leserbrief in einer Gartenzeitschrift

Lachen ist gesund …

Moderator: A-Team

Sundri
Profi
Profi
Beiträge: 325
Registriert: 21 Sep 2007 14:04

Leserbrief in einer Gartenzeitschrift

Beitrag von Sundri » 17 Dez 2008 17:55

Sehr geehrte Damen und Herren,
an meinem Teich konnte ich im Spätsommer ein größeres Insektensterben beobachten. Größere Insekten, ca 3-4 cm lang, haben sich offensichtlich nicht mehr im Wasser wohlgefühlt und sind an den Stängeln meiner Iris hochgeklettert, wo sie dann alle verendet sind. Sie hingen dort bewegungslos einige Tage und sind dann abgefallen. :lol: :lol: :lol:

lG Sundri Bild

Benutzeravatar
franziska anderle
Profi
Profi
Beiträge: 240
Registriert: 03 Dez 2006 21:49
Kontaktdaten:

Beitrag von franziska anderle » 17 Dez 2008 23:19

hast du fotos von den viecherln?

lg, franziska
Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur (Oscar Wilde)

Benutzeravatar
horstartur
Profi
Profi
Beiträge: 659
Registriert: 13 Sep 2007 12:41
Wohnort: Essen
Kontaktdaten:

Beitrag von horstartur » 18 Dez 2008 11:04

ich stelle mich mal ganz dumm mit meiner Frage. Es waren keine Libellenlarven? :lol:
Embryologie, Entwicklungsbiologie, Zoologie, Evolution,Gentechnik, Amphibien, Video (auch UW-Fluoreszenz) , Naturschutz, Galapagos, Seniorkapitän, LeipzigAir http://www.leipzigair.de/
Homepage: http://www.uni-due.de/zoophysiologie/

Benutzeravatar
Dr. Robert Hofrichter
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Beiträge: 5607
Registriert: 08 Sep 2006 13:44
Kontaktdaten:

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 18 Dez 2008 11:54

... as habe ich mir auch schon gedacht ..., Exuvien ...

Bild :)
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi

Sundri
Profi
Profi
Beiträge: 325
Registriert: 21 Sep 2007 14:04

Beitrag von Sundri » 18 Dez 2008 16:28

Hallo Franziska,

ich habe diesen Brief nicht verfasst! Habe sofort geschnallt, was es ist und fand es lustig. Nächstes Jahr mach ich mal Fotos von meinen "Viecherln". Ich habe grüne, blaue und rote Libellen. Den Farben zuordnen kann ich die Überbleibsel an den Stengeln nicht. Vieleicht schaffe ich es mal mich auf die Lauer zu legen, wenn sie schlüpfen, oder passiert das nachts?? Ich sehe auch immer nur die Reste des "Insektensterbens". :lol: Entschuldigt bitte, die arme Frau war bestimmt sehr erschrocken und ich mach mich drüber lustig.

Bild
Dieses Viecherl hing an einem Baum in Mauritius. Keine Ahnung, was da entschlüpft ist!

BildLG Sundri

Benutzeravatar
franziska anderle
Profi
Profi
Beiträge: 240
Registriert: 03 Dez 2006 21:49
Kontaktdaten:

Beitrag von franziska anderle » 18 Dez 2008 22:23

es war schon spät.... :oops:
Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur (Oscar Wilde)

Sundri
Profi
Profi
Beiträge: 325
Registriert: 21 Sep 2007 14:04

Beitrag von Sundri » 18 Dez 2008 23:23

No problem! Bei mir wird es öfters spät...
Kannst du mit dem Mauritius-Viecherl was anfangen?? Müssen es zwangsläufig Wassertiere sein, die sowas hinterlassen? Ein Lotosblumenteich war in der Nähe, aber die Bäume mit den Exuvien stehen auf einer Wiese.

lG Sundri

Ines
Superuser
Superuser
Beiträge: 28
Registriert: 09 Okt 2008 12:07

Beitrag von Ines » 18 Dez 2008 23:52

Sundri hat geschrieben:No problem! Müssen es zwangsläufig Wassertiere sein, die sowas hinterlassen?
lG Sundri
nein, das gibt es auch bei terrestrischen:
Bild

Exuvien* finden sich bei den Gliederfüßern, Insekten, Spinnentieren und Krebstieren, aber auch bei den niederen Landwirbeltieren, beispielsweise bei Schlangen und Echsen.

*lat.: exuviae - abgelegte Haut

Biberach
Profi
Profi
Beiträge: 315
Registriert: 22 Nov 2008 10:53
Wohnort: Mommenheim bei Mainz

Beitrag von Biberach » 19 Dez 2008 00:08

Müssen es zwangsläufig Wassertiere sein, die sowas hinterlassen?

Nein, natürlich nicht. Wie bei den meisten Arthropoden besteht das Exoskelett zumeist aus einer nicht mitwachsenden Cuticula aus Material wie z.B. Chitin.
Ein Wachstum zieht also meist eine Häutung mit sich, nicht nur das Verwandeln der Larvenstadien zum adulten Tier.
Ergo bleibt auch bei landlebenden Insekten wie z.B. Wanderheuschrecken beim Wachstum eine leere Hülle, die Exuvie, zurück.
Aber auch bei anderen Arthropoden wie Spinnen.
Ich habe als sehr faszinierendes Anschaungsobjekt eine Brachypelma boehmei also eine mexikanische Rotknie-Vogelspinne. Da diese ihr ganzes Leben lang weiterwächst, muss sie sich von Zeit zu Zeit häuten, ca 2-3 mal im Jahr. Und diese Exuvie sieht halt wie eine komplette Kopie des Originals aus, mit ein bisschen Geschick habe ich es jetzt hinbekommen, 10 solcher Exuvien zu präparieren, und hab sie an Bekannte verschenkt.

EDIT
aha, wieder mal zu langsam gewesen. Exuvie heisst soviel wie "abgstreifte Tierhaut", bei Schlangen gilt das zwar grundsätzlich auch so, man spricht aber hier meist anstatt der Exuvie vom "Natternhemd".
Wer sich alleine langweilt, ist auch zu mehreren nicht besonders unterhaltsam

Ines
Superuser
Superuser
Beiträge: 28
Registriert: 09 Okt 2008 12:07

Beitrag von Ines » 19 Dez 2008 00:23

Lieber Biberach,
ich kämpfe grad mit der Technik/dem fnz Server.... Sundri meint, sie kann meine geposteten Bilder (siehe oben - Heuschrecke mit Exuvie) nicht sehen... siehst du sie?
lg,
Ines

Biberach
Profi
Profi
Beiträge: 315
Registriert: 22 Nov 2008 10:53
Wohnort: Mommenheim bei Mainz

Beitrag von Biberach » 19 Dez 2008 03:32

alles bestens, das hat sofort geklappt, sehr schöne Aufnahme ürigens
Solche Exuvien sieht man nicht allzu oft, da diese, sobald vollkommen ausgehärtet und hauchdünn, quasi zu Staub zerfallen. Man bedenke die Unmenge an Exuvien, wären diese "haltbarer", bei der Anzahl von Arthropoden. Und einige Häutungstiere fressen ihre Exuvie nach der Häutung gänzlich oder teilweise auf, quasi als Rohstoff für die nächste Hautbildung, bei Echsen ist hierfür der Gecko typisch.
Wer sich alleine langweilt, ist auch zu mehreren nicht besonders unterhaltsam

Benutzeravatar
Jaqueline
Profi
Profi
Beiträge: 74
Registriert: 16 Dez 2007 23:26
Wohnort: Salzburg - Elixhausen/Parsch
Kontaktdaten:

Beitrag von Jaqueline » 19 Dez 2008 03:53

Biberach hat geschrieben:Solche Exuvien sieht man nicht allzu oft, da diese, sobald vollkommen ausgehärtet und hauchdünn, quasi zu Staub zerfallen.
es sei denn man geht durch nen mediterranen pinienwald :-)
dort hängen an allen bäumen exuvien rum... :roll:
Whatever I take is the road I make
It's the road of life make no mistake
-thomas o'malley-

Benutzeravatar
Dr. Robert Hofrichter
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Beiträge: 5607
Registriert: 08 Sep 2006 13:44
Kontaktdaten:

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 19 Dez 2008 12:11

Ines hat geschrieben:sehen... siehst du sie?
Ines
Wunderschönes Bild!!! :)
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi

Benutzeravatar
Dr. Robert Hofrichter
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Beiträge: 5607
Registriert: 08 Sep 2006 13:44
Kontaktdaten:

Liebe Franziska: Was ist das genau ...?

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 19 Dez 2008 12:42

Bild

Auch eine Exuvie + Imago ...
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi

Biberach
Profi
Profi
Beiträge: 315
Registriert: 22 Nov 2008 10:53
Wohnort: Mommenheim bei Mainz

Beitrag von Biberach » 19 Dez 2008 16:25

Also ich würde da jetzt auf Anhieb mal auf eine Eintagsfliege aus der Ordnung der Ephemeroptera tippen, der Zeichnung auf dem Hinterleib nach Familie Ephemeridae, Ephemera vulgata. Sehr schön sind die dreieckigen Flecken auf den Tergiten zu erkennen.
Soweit ich mich aus dem Tierbestimmungskurs noch daran erinnern kann. Und wer sich jetzt fragt: "Momentmal, die Larven sehen anders aus!"
Korrekt! Aus den im Wasser lebenden Larven entwickelt sich eine bereits flugfähige Subimago, aus der sich dann bei der letzten Häutung dann die fertige Eintagsfliege entwickelt, welche keine Nahrung mehr zu sich nimmt.

Nur mal so drauf losgetippt, die genaue Bestimmung kann man ja hier meist nur an der Aderung der Flügel und dergleichen Kleinigkeiten durchführen? Hab ich trotzdem den Jackpot??? Bittebittebitte

Und ich bin begeistert, was hier an Bildmaterial zusammengetragen wird von lauter so talentierten Naturfotographen. Respekt! Ich könnt noch nicht mal ne Katze ablichten, ohne dass die wie´n Hund aussieht.
Wer sich alleine langweilt, ist auch zu mehreren nicht besonders unterhaltsam

Antworten

Zurück zu „Natur und Humor“