Bericht von einem Winter Trekking in den Westkarpaten

Wissenswertes

Moderator: A-Team

Antworten
Benutzeravatar
mare-mundi Redaktion
Profi
Profi
Beiträge: 814
Registriert: 19 Feb 2011 13:27
Wohnort: Salzburg
Kontaktdaten:

Bericht von einem Winter Trekking in den Westkarpaten

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 27 Jan 2012 17:05

Vlado Trulík:
Bericht von einem Winter Trekking in den Westkarpaten


Bild
Foto: Rudi Soicke/Facebook.com


Liebe Freunde,
ich will euch berichten über dem Verlauf von einem Winter Trekking in den Westkarpaten, unten meiner Führung.
Angefangen haben wir in meinem Dorf wo wir gleich von der Hauptstraße einer Luchsspur gefolgt haben.
Der Luchs hat an der Stelle wehren der Nacht die Hauptstraße überquert und ging genau zu meiner Fotofalle (weiter nur Ff).


Auch wenn er unten der Wurzel markiert hat, die Ff hat ihn nicht aufgenommen, weil der Objektiv und die Sensoren komplett zugeschneit waren.
Es lag etwa 20 cm frischen Schnee, aber schon die 10 Tage davor hat eigentlich täglich geschneit, also die Schneehöhe war in dieser Gegend zwischen 70 – 150 cm.
Ohne Schneeschuhe wäre keine Wanderung hier möglich.

An dem Tag haben wir noch eine Ff besucht, wo keine Aktivität war und eine neue installiert an einer felsigen Stelle, wo ich immer wieder Luchsspuren finde.

Bild

Am Donnerstag haben wir über eine Geräumte Straße die Höhe gemacht, aber da war vorbei mit der Bequemlichkeit. Ich wollte meine Ff kontrollieren,
die ich an gutem Wolfspfad hatte, ich habe sie aber nicht gefunden. Da liegt mind. 1,5 m Schnee und sie habe ich etwa 1,2 m hoch installiert.
Die Landschaft dort oben sah grandios aus und kurz danach haben wir ein Kanal (einzelne Fußabdrücke könnte man aber nicht sehen,
weil es auch die letzte Nacht wieder ordentlich geschneit hat) gefunden, wo Wölfe den Kam überquert haben.
Wir haben der Spur gefolgt, aber dann hat ein Gast bei dem Abstieg sein Schneeschuh gebrochen. Ab dem Moment war den Plan ganz anders, nur noch “überleben”.
Ohne Schneeschuhe ist er fast 1 m tief gegangen und wir sind langsamer geworden,
es hat wieder heftig geschneit und die Fichtenspitzen sind mit Wucht und Krach runter gefallen.

Wir haben etwa um 19 Uhr eine Futterstelle erreicht, ordentlich gegessen und dort übernachtet.
Für diese Variante waren wir gut ausgerüstet, nur ich eine andere “Unterschlupf” im Visier hatte.
Morgen früh haben wir in einer Blech-Keksdose Tee gekocht, Speck gegrillt und ein wahnsinnig anstrengende Rückkehr gemacht.
Wolfspuren gab es nicht mehr, aber kurz vor einem Forsthaus haben wir frische Luchsspur entdeckt. Die Forstleute waren überrascht,
wenn sie Menschen gesehen haben... 5 Sliwowitza-Destillat und ein Bier pro Person hat uns “echt geholfen”. Die geräumte Straße war nur noch 100 m entfernt.
Der Luchs hat sich das alles angeschaut und hat die Straße am helligsten Tag von uns leider unbeobachtet noch mal überquert...

Bild
Die Bery müsste erstmals warten, bis er gefressen hatte, aber er liebt sie sehr und lässt ihr immer, wie ein großer Brüder was übrig. Sie soll die verstorbene Ersatz Mama Lilica ersetzen, nur jetzt ist sie eher Ersatzschwester.
Es war eine tolle Entschädigung, draußen zu beobachten wie die beiden zusammen spielen und fressen.

Übrigens der “Fall Lilica” geht weiter und jetzt ist es in der Fase wo die Anwälte untereinander ein Krieg führen, die Gesetze werden gebogen...
Ich hoffe dass Lilica ist nicht um sonst gestorben und die Juristen entscheiden richtig.

Wo wir schon gedacht haben, dass der Erlebnis mit Wiky nicht zum toppen ist, fanden wir in einem Tal zu erst wieder relativ frische Luchsspur und kurz danach auch seine Beute.
Es war eine junge Hirschkuh, die der Luchs an der Stelle nur vor ein par Stunden gerissen hat. Wir haben da eine Ff installiert. Also die Früchte unsere Mühe kommen erst :-)

Leider hat auch die letzte Nacht geschneit und es war nicht zum erkennen, was für Tiere, wo vorbei gelaufen sind.
Beobachtung von einem Weißrückenspecht war nur eine schwache Trost.
Im NP Mala Fatra haben wir ganz frische Spuren von einem kapitalen Hirsch gefunden. Kurz danach haben wir ihn auch gesehen.

Zum Abschluss haben wir noch (nur par Stunden alte) Bärenspuren gefunden, leider hat es geschneit und auch die waren kaum zu erkennen.

Aber schon das Gefühl, dass die Tiere vor kurze Zeit da waren ist spanend genug und trotzt wirklich nicht idealem Spurenlesser Wetter haben wir
viel erfahren...

Gestern bin ich wieder hoch gegangen, die Zugeschneite Ff zu suchen. Jetzt hat es geklappt. Sie war 30 cm unter der Schneeschicht.

Leider hat sie keine Wölfe aufgenommen und eine Hirschkuh am Neujahr war ihre letzte Aufnahme.

Entschuldigung, es ist lang geworden.

Liebe Grüße

Vlado


TRULIK TRAVEL s.r.o.
Vlado Trulik
Stiavnik 1289
013 55 Slowakei
Mobil: 00421 908 948 917
Tel.: 00421 41 558 34 34
info@vladotrulik.com
http://www.vladotrulik.com

Antworten

Zurück zu „Slowakische Karpaten & Nationalpark Malá Fatra - Exkursionen und Aktivitäten“