Wölfe und die hungrigen Jäger

Wissenswertes

Moderator: A-Team

Antworten
Benutzeravatar
mare-mundi Redaktion
Profi
Profi
Beiträge: 815
Registriert: 19 Feb 2011 13:27
Wohnort: Salzburg
Kontaktdaten:

Wölfe und die hungrigen Jäger

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 07 Feb 2012 13:11

Vlado Trulík:
Wölfe und die hungrigen Jäger


Liebe Freunde,
jetzt am Samstag 4.2. sollte ich mich in Krpelany treffen mit meinen
Freunden: Milos Majda, Tomas Hulik – der Naturfilmer, und Jozef Chavko – Chef
der Gesellschaft für Schutz der Beutegreifer), wir wollten die weitere Strategie
des Kampfes gegen Jägerignoranz besprochen...



Bei der Gelegenheit bin ich ein Tag früher losgefahren um der Gegend zu
erforschen.

Im Tal Cremos habe ich eine Fotofalle kontrolliert, ob sich der Luchs schon
an seiner Beute bedient hat, aber er kontrolliert sie auch nur und ist etwa 50 m
vorbei gegangen. Ich bin auch nicht direkt zu der Beute gegangen, dass ich es
nicht mit meinen Spuren verrate.
Die Temperaturen hallten sich sehr tief zwischen –15 am Tag und –30 wehrend
Nacht, also das Fleisch ist Knochen hart. Ich glaube, dass er damit kaum was
anfangen kann und lässt das noch reifen. Interessant ist, dass sich wieder auch
die Füchse dran halten und obwohl sie schon längst da von wissen, sie gehen noch
nicht dran. Das kann für sie verdammt gefährlich sein.

Ziemlich am Ende vom Tal habe ich frische Wolfsspuren gefunden und habe
denen gefolgt.
Leider hat meine Kamera völlig versagt bei der Kälte und wollte keine
Bilder machen, weil ich sie draußen nicht geschützt getragen habe.
Es geht sich sehr schwer, weil der Schnee ist pulvrig wie Sand und auch die
Spuren könnte ich nur aufgrund vom Gangart erkennen, aber nicht von Abdrücken.
Die Wölfe sind mind. 4 Stück, weil ich mehr mall 4 Spurbahnen erkennen
könnte (die Ranzzeit ist also noch nicht so weit und die Eltern dulden noch
ihren Nachwuchs bei sich).
Sie haben ganz oben einen Hirsch entdeckt, der scheinbar schon Tagelang am
engsten Raum lebt, um sein Geruch nicht zu sehr verbreiten. Da hat er alle
Bäume, vor allem mittelstarken Eschen und Ahorne komplett abgeschält. Aber auch
junge Fichten und Tannen hat er alle verbissen.
Sie haben ihn getestet, er ist nicht weit weg gelaufen, scheinbar ist er in
sehr guter Kondition, er hat sich einfach den Wölfen gestellt, sie haben
ihn geärgert, aber sie müssten weiter laufen.
Ich habe ihn auch gesichtet, ein wunderschönes Tier aber es war schon
ziemlich dunkel und außerdem wollte ich ihn nicht stören.
Die Wölfe sind in Istebnianska dolina runter gelaufen und ich müsste
draußen übernachten.

In einer kleinen Futterraufe für Rehe habe ich mich niedergelegt und Gott
sei dank hatte ich vorsichtsweise Schlafsack dabei, weil abends war sicherlich
mind. –25°.
Mein Wolfsheulen (aus dem Schlafsack) hört sich komisch an, aber ich war
begeistert wenn sie 2 mal kurz zurückgeheult haben.
Morgen früh war aber nicht mehr so kalt und auch kein klarer Himmel.
Meine Kamera ist wieder wach geworden und ich habe sie nur noch am Körper
unter dem Pulli getragen.

Bild

Unten den Bäumen könnte ich ab und zu auch deutlich die Abdrücke erkennen,
vor allem den Kreuz...
Vormittag habe ich ein weiteren Kam überquert, genau die Stelle gefunden,
von wo ich sie gehört habe und etwa um 12 Uhr habe ich schon ziemlich tief in
Revisnianska dolina unweit von einer stark frequentierte Futterstelle die ersten
Bluttropfen im Spur Kanal gefunden. Es war sehr schwierig die Spur zu verfolgen,
weil es hier hunderte Spurlinien meistens von Rotwild gab.

Bild

Kurz da nach lagen auch die ersten Fellbuschen mit ganzen Hautstücken auf
der Spur. Die Wölfe haben einen Hirsch angegriffen.
An einer Stelle hat er sich auch gestellt, aber er war nicht stark genug.
Ich wusste, dass er nicht mehr lange läuft. Die Stelle wo dieses Wolfsrudel auch
letztes Jahr einen Hirsch erbeutet hat sind sie nur etwa 100 m vorbei gelaufen
und wenn die ganze “Mäute” das 2 mal eine Waldstraße überquert hat, ahnte ich,
dass ich zu spät komme. Nur noch mit Fernglas könnte ich ein Traktor sehen, der
hinten am Hebe Bort einen Hirsch transportierte.

Bild

Es ist der gleiche Jägerverein, wie letztes Jahr und sie haben den Wölfen
wieder die Beute geklaut. Hier lag der Hirsch.
Von der Straße war es nicht zu sehen, aber die ein par Bluttropfen haben
die Jäger auf den Tatort aufmerksam gemacht.

Bild

Verblutet und abgelebt ist er noch etwa 30 m oberhalb, aber es war dort
sehr steil und so sind sie mit ihm doch nach unten gerutscht.

Bild

Mit Hilfe von einer Seilwinde haben sie ihn hoch zu der Straße
gezogen.

Die Stelle ist etwa 50 m unter der Forststraße und etwa 5 km von den
letzten Häusern entfernt worden.

Bild

Fast genau vor einem Jahr haben Wölfe einen Hirsch etwa 400 m höher
erbeutet, es war nur ein anderes Bächlein, wo er gelandet ist.

Bild

Fotofalle die ich dort installiert habe hat mich noch aufgenommen wie ich
es dokumentiere.
Wölfe hat sie aber nicht erwischt, weil es die Jäger (der jetzige und der
alte Vorsitzende) gefunden und weggenommen haben.

Bild

Bild

Vor allem der alte Vorsitzende des Jagdvereines verteidigt sein Verhalten
als wenn die Wölfe völlig krankes und außergewöhnliches gemacht hätten.
Seine Meinung nach dürfen Wölfe eigentlich nur Schnee fressen, weil alles
anderes “gehört ihm”.

Mir wollte er sogar freies bewegen im Wald verbieten, nur könnte er sich
nicht erinnern, laut welchen Gesetz er das machen kann.
So hat er mir dann gedroht, das er meine Familie verletzt, falls ich die
Bilder (700 Bilder), die sein Strafverhalten dokumentieren veröffentliche.

Jetzt am Samstag kam ich zu spät, aber die Spuren sind wieder ein deutlich
und ich habe alles schon weitergeleitet.
Sie wissen diesmal nur nicht, wer es war (ahnen schon), weil ich wie ein
Partisan von hinten aus dem Wald gekommen bin.

Ich habe die Wölfe noch weiter verfolgt, aber nach etwa 500 m habe ich
festgestellt, dass ich an dem Wolfsriss, meine Landkarte von dem Gebiet verloren
habe.
Ich müsste wieder zurück und wie auch immer es hat sich gelohnt, weil ich
da tolle Steinadler Beobachtung gemacht habe.
Leider bis ich die Kamera aus meiner Kleidung ausgebuddelt habe, hat er
mich gemerkt und ich habe ihn nur noch beim wegfliegen erwischt.

Bild

Es war ein Jungvogel und “in seiner Augenpupille könnte man lesen, dass er
sich sehr geärgert hat, wenn sein Mittagessen die 2 beinigen Geier geklaut
haben” :-)

Deswegen habe ich die Kamera wieder rausgeholt, weil ich die Stelle
gefunden habe, wo die Wölfe nach dem kräftigen Essen geruht haben
(ich wollte die eventuelle Wolfsbegegnung nicht verpassen :-)
4 Liegestellen und frisches Kot, sie haben sich scheinbar alles angeschaut,
weil sie von dem Ruheplatz die Rissstelle beobachten könnten.
Überraschung kam gleich wenn ich die Losungen dokumentieren wollte, schon
war die Kamera wieder im A...

Die Wolfsspur habe ich dann noch etwa 4 km verfolgt, aber von dem Gangart
war mir klar, sie haben Gas gegeben und ziehen weit weg, wo es ruhiger
wird.
An dem Hirsch könnten sie sicherlich noch ein par Tage verbringen, so
müssen sie ein weiteres Tier erbeuten.
... und dann höre ich wieder dass die Wölfe so verfressen sind, “sie killen
immer weitere Tiere, obwohl überall soviel von dem leckeren Schnee liegt”

Mein Kumpel Dusan (Geflügelzüchter) hat mich zum meinem Auto gefahren und
unterwegs habe ich einen Schwan gesehen der eine Kollision mit einem Baum bei
der Landung hatte. Er könnte nicht wegfliegen, deswegen habe ich ihn dann schon
mit meinem Auto zu dem Metod Macek gebracht, der die Rettungsstation für
verletzte Greifvögel leitet. Ich wollte den Schwan fotografieren, aber die
Kamera war immer noch tod und bis ich zum Metod kam, war der Schwan auch tod
:-(
Metod hat sich über dieses Futter für seine Steinadler und Eulen natürlich
gefreut.

Zu dem Treffen kam ich etwas zu spät aber mit interessanten Tatsachen und
wir haben noch alles wichtiges besprochen.

Sonst der Milos hat sich am Donnerstag mit unserem ehemaligen (und
wahrscheinlich auch wieder zukünftigen) Ministerpräsident Robert Fico getroffen
(lese mal das “c” wie Cesar, nicht wie Cuba, sonst ist sein Namen
unanständig :-)
Es war in den Medien, also es rührt sich was. Der hat uns seinen Anwalt
angeboten und bestätigen hat er seine Freundschaft mit 60 kg Hühnerfleisch für
den Luchs Viky
Fico ist auf unserer Seite, bis jetzt hatte er einfach die falschen Berater
gehabt (äußerte sich der mächtige Robert :-)

Mal schauen.

Vielleicht werde ich ihn sogar wählen bei der kommende Wahl :-)


Viele Grüße aus der frierende Slowakei (aktuell -21°)


Vlado

TRULIK TRAVEL
s.r.o.
Vlado Trulik
Stiavnik 1289
013 55 Slowakei
Mobil: 00421 908
948 917
Tel.: 00421 41 558 34
34
info@vladotrulik.com
http://www.vladotrulik.com

Antworten

Zurück zu „Slowakische Karpaten & Nationalpark Malá Fatra - Exkursionen und Aktivitäten“