Rund um den Orca

Rund um unsere Aktivitäten auf den Azoren und Walschutz

Moderator: A-Team

Antworten
whales-dolphins
Superuser
Superuser
Beiträge: 32
Registriert: 25 Mai 2008 12:32
Wohnort: Pico - Azoren
Kontaktdaten:

Rund um den Orca

Beitrag von whales-dolphins » 25 Mai 2008 12:49

Hallo liebe Leser

auf diesem Wege möchte ich mich kurz vorstellen. mein Name ist Frank Wirth. Ich lebe auf den Azoren, In Patagonien und in Kenia, je nach Jahreszeit. Kürzlich waren einige von Euch bei uns zu Gast im Rahmen der Azorenreise von Robert. Nun kommen weitere Reisen bei denen ich wieder einige von Euch begrüßen darf. Deshalb werden sowohl ich, als auch meine Biologin Annette immer mal wieder wissenswertes über Waltiere und andere interessante Lebenwesen in diesem Forum einstellen. Im Oktober wird es eine Reise , hoffentlich mit Robert, nach Patagonien geben. Darüber berichten wir in Kürze. Ein Highlight wird aber sicher eine Reise für Semiprofis und Profifotografen zu den Orca´s , die im März und April in einer kleinen Bucht auf der Halbinsel Valdez anlanden um Seelöwenbabys zu jagen. Wir habenh deshalb einige Infos über Orcas zusammengestellt die Ihr hier lesen könnt......wer fragen hat kann uns jederzeit kontaktieren. Infos zur reise und wie man teilnehmen kann gibts in Kürze oder einfach kurz eine Mail senden.

LG und viel Spaß beim Lesen

Frank

Großer Schwertwal - Orca (Orcinus orca)

Der Orca (Orcinus orca von lat. orcus „Unterwelt“) oder Große Schwertwal ist eine auch unter Namen wie „Killerwal“ und „Mörderwal“ bekannte Art der Wale. Er gehört zur Familie der Delfine (Delphinidae) und kommt in allen marinen Gewässern vor.


Orcas sind weltweit anzutreffen, kommen aber in arktischen und antarktischen Gewässern am häufigsten vor. In gemäßigten Meeren sind sie seltener zu finden und in den Tropen Ausnahmeerscheinungen. Bevorzugt werden küstennahe Gewässer und Buchten. Der Große Schwertwal bewohnt auch europäische Atlantikküsten, insbesondere die heringreichen Gewässer um Island und vor Norwegen. Orcas werden aber auch im westlichen Mittelmeer gesehen, z. B. in der Meerenge von Gibraltar. In der Nordsee sind sie nur sehr selten zu finden. Über die Jahrzehnte sind auch etwa ein Dutzend Fälle von Orcas bekannt geworden, die sich in die Ostsee verirrt hatten. Eine weitere Population ist in Argentinien an der Küste der Halbinsel Valdes anzutreffen.
Mit einer langen Rückenfinne, dem runden Kopf und der auffälligen Färbung ist der Schwertwal unverwechselbar. Er besteht fast vollständig aus Muskeln, die ihn mit bis zu 56 km/h zum schnellsten Meeressäuger machen. Neben dem Pottwal ist der Schwertwal das größte Raubtier und hat keine natürlichen Feinde.
Die Farben des Schwertwals sind auffällig und markant. Bei Männchen und Weibchen ist die Zeichnung fast gleich. Ein großer Teil des Körpers ist schwarz. Ein weißer Bereich erstreckt sich vom Unterkiefer über den Bauch, wobei sich in der zweiten Körperhälfte ein Streifen in die Flanken hineinzieht. Ein weiterer weißer Fleck befindet sich hinter dem Auge. Die Unterseite der Fluke ist ebenfalls weiß. Hinter der Finne liegt ein gräulicher Fleck, der Sattelfleck genannt wird und individuell verschieden ist. Damit wird dieses Merkmal in Kombination mit der Form der Finneoft zur Fotoidentifikation herangezogen.
Die Finne ist vor allem bei männlichen Tieren ausgesprochen hoch und kann eine Höhe von bis zu 1,60 Meter erreichen. Auf sie geht die Bezeichnung Schwertwal zurück. Schwertwale haben eine leicht gebogene, deutlich gekerbte Fluke, die an den Enden spitz ausläuft. Männliche Tiere werden mit etwa 9 Metern deutlich größer als Weibchen (7 bis 8 Meter).Der Kopf ist abgeflacht und hat eine kurze, leicht abgesetzte Schnauze mit 40 bis 56 großen konischen Zähnen und einer kräftigen Kaumuskulatur.
Die Orcas leben meist in engen Familien, auch Schulen oder Pods genannt, die von einem älteren Weibchen angeführt werden. Die Familienbande sind eng und halten gewöhnlich für immer. Die Jungen bleiben ein Leben lang bei ihrer Familie, sowohl die Männchen als auch die Weibchen, deren eigener Nachwuchs ebenfalls bei der Gruppe bleibt. Diese Form des Matriarchats wurde früher nicht erkannt, als man analog zu anderen Raubtieren von dominanten Bullen mit Harems ausging. Erst die intensive Forschung in der Wildnis seit Mitte der 1970er führte zu einer Korrektur dieses Bildes. Die Schulen umfassen gewöhnlich bis zu 30 Tiere, die sich aber manchmal zu Großgruppen zusammenschließen können. Es wurden aber auch schon Gruppen von 2.500 Tieren gesichtet. Orcas paaren sich nicht innerhalb der Gruppe, sondern nur, wenn sich zwei Gruppen treffen. Sie vermehren sich langsam, mit nur einem Jungen alle 8 Jahre.
Vom Großen Schwertwal sind drei Populationstypen bekannt, die als Resident, Transient und Offshore bezeichnet werden. So leben um Vancouver Island nur 85 Orcas, die man als resident bezeichnen kann. Der Resident verbleibt ständig in einem Gebiet, die Wanderschaft zwischen warmen und kalten Gebieten in Winter und Sommer wie beim Transient finden nicht statt. Während der Resident und der Transient sich hauptsächlich in Küstennähe aufhalten, ist der Offshore Typ hauptsächlich außerhalb der Küstengewässer anzutreffen. Weiterhin unterscheiden sich diese drei Populationen im sozialen Verhalten, in der äußeren Erscheinung und in der bevorzugten Nahrung. Außerdem konnten Unterschiede in den Walgesängen beobachtet werden.
Schwertwale sind gute Jäger, die je nach Beute und örtlichen Gegebenheiten sehr unterschiedliche Jagdstrategien entwickeln können. Dabei arbeiten sie oft in Gruppen von mehreren Tieren koordinieren zusammen. Auf der Speisekarte der Schwertwale stehen mehr Tiere als bei jedem anderen Meeressäuger. Ihre Hauptnahrung sind Fische und Tintenfische aber auch Robben, Pinguine und kleinere Wale werden gejagt.
Die Residents ernähren sich vorwiegend von Fischen, während sich die Transients auf andere Meeressäuger spezialisiert haben. Fischfressende Orcagruppen (bis zu 100 und mehr Tieren) sind zumeist deutlich größer als Orcagruppen, die sich von anderen Meeressäugetieren ernähren (oft weniger als 10 Tiere). Wissenschaftler sehen als Ursache die unterschiedlichen Jagdtechniken.







• Auf Meeressäuger spezialisierte Orcas schwimmen absichtlich auf Strände zu und packen ihre Beute mit ihren scharfen Zähnen. Junge Seelöwen erbeuten sie von Sandbänken und robben mit den Brustflossen zurück in die Brandung, den Seelöwen fest zwischen den Zähnen. Dieses Verhalten ist besonders gut auf der argentinischen Halbinsel Valdes in Patagonien zu beobachten, wo die Orcas die im Flachwasser spielenden Seelöwen jagen. Der so genannte „Angriffskanal“ des Strandes ist hier nur 50 Meter breit, so dass alle Angriffe der Orcas nur innerhalb dieser Zone stattfinden können. Im Frühjahr 2009 (Termine siehe Programmbeschreibung) bieten wir ein exklusives Programm für Fotografen und Filmteams an, bei dem sich die einzigartige Möglichkeit bietet, die Angriffe der Orcas direkt vom Strand aus zu beobachten und zu fotografieren. Das Punta Norte Orca Research Project (www.orca-puntanorte.com) unter der Leitung von Dr. Ingrid Visser beschäftigt sich mit dieser Orcapopulation und versucht, die Tiere zu identifizieren, ihr Verhalten besser zu verstehen und die Öffentlichkeit für diese einzigartigen Tiere und ihren Lebensraum zu sensibilisieren. Auf unserer Orca-Tour werden wir ebenfalls das Punta Norte Orca Research Project besuchen und die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen mit Ingrid Visser haben.
• Die Strandungstechnik wurde von einer Orcaschule in Südamerika beobachtet, wo die Tiere auf der Jagd nach Robben stranden und das Opfer ins tiefere Wasser schleppen und dort töten. Die Technik wird den Jungtieren schon früh beigebracht, die Ausbildung dauert bis zum 15. Lebensjahr an.
• Die Heringe vor Island werden von Orcas bevorzugt betäubt, indem sie mit der Schwanzflosse in den Schwarm schlagen und dabei die Fische mit einem Schlag treffen oder mit dem Wasserdruck betäuben.
• Fische werden von Orcas auch in Luftblasennetzen gefangen, nachdem die Schule die Fische zusammen getrieben hat; durch das Luftblasennetz verhindern sie, dass der Schwarm den Orcas entkommt.
• Treibjagden hat man bei der Jagd auf Wale und Delfine beobachtet, wo die Opfertiere erst bei ihrer Erschöpfung angegriffen wurden.
• Einige Tiere beißen dem Delfin in die Schwanzflosse (Fluke), um ihn am Wegschwimmen zu hindern, andere Tiere beißen ihn in den Kopf und in Augennähe. Damit verhindern sie, dass das Tier abtaucht.
• Bei einigen Beispielen beobachtete man, dass Schwertwale ihre Opfer ertränken, bevor sie sie fressen.
• Im August 2005 wurde ein Fall bekannt, in dem ein in Gefangenschaft lebender Orca selbständig erlernte, Möwen zu fangen. Er hinterlässt zerkaute Fischteile an der Meeresoberfläche und wartet im Wasser darunter auf Möwen, um sie zu erbeuten.[1]
• In Gruppen jagende Orcas schubsen Robben und Pinguine gezielt mit Wellen von Eisschollen. Das berichtet eine internationale Gruppe um Ingrid Visser vom Orca Research Trust im neuseeländischen Tutukaka. Die Gruppe umkreist die auf einer Eisscholle schutzsuchende Robbe zunächst eine Weile. Später verschwinden die Tiere unter Wasser, um nach kurzer Zeit in einer Reihe nebeneinander und dicht unter der Wasseroberfläche auf die Scholle zu zuschwimmen. So erzeugen sie gezielt eine Welle, die über die Eisscholle schwappt und die Robbe mitreißt. Einige Male wurde auch beobachtet, wie Robben wieder auf die Eisscholle befördert wurden. Das soll vermutlich Jungtieren die Möglichkeit geben, es selbst zu versuchen und so diese Jagdtechnik zu erlernen.
Im Rahmen eines kürzlich entstandenen Projektes zur Identifikation und Beobachtung der an den Azoren vorbeiziehenden Orcas soll versucht werden, die dort vor allem im Frühjahr gesichteten Orcas zu identifizieren und mit bereits von anderen Orten bekannten Tieren in Verbindung zu bringen. Im Februar und März 2009 ist eine Feldstudie zur Fotoidentifikation und Verhaltensbeobachtung ausgehend von der Insel Pico geplant.
Namen wie „Killerwal“ oder „Mörderwal“ zeigen, dass menschliche Beobachter lange Zeit keine hohe Meinung von diesem Wal hatten. Beobachtungen von - aus menschlicher Sicht - brutalen Angriffen auf Delfine, Seehunde und Pinguine haben zu diesen Namen geführt. In der freien Wildbahn ist allerdings nicht ein einziger Fall eines Orca-Angriffs auf Menschen dokumentiert. Der US-amerikanische Film Free Willy mit dem darin vorkommenden Orca Keiko und die Entdeckung des Orcas durch die Plüschtier-Industrie haben ihm in jüngerer Zeit das Image eines liebevollen Menschenfreundes verliehen. Die Wahrheit liegt wohl zwischen den beiden Extremen.


Snev313
Newbie
Newbie
Beiträge: 1
Registriert: 15 Nov 2010 07:03

Re: Rund um den Orca

Beitrag von Snev313 » 15 Nov 2010 07:13

Hallo Frank,

ich habe mit Spannung Deinen Artikel über die Orkas gelesen. Orkas sind einer meiner Lieblingstiere. Ebenfalls habe ich sehr neugierig über die Reise an die Peninsula Valdés gelsen um dort die Orcas zu beobachten. Ich habe dies ebenfalls in 2011 vor, allerdings habe ich gehört der beste Monat ist Februar. Kannst Du mir einen genauere Erfahrungsbericht zukommen lassen. Das wäre super. Der Link zum Orca Project funktioniert hir bei mir in China leider nicht... kann mehrer Gründe haben ;-) ... Vielen Dank.

MfG
Sven

Antworten

Zurück zu „Azoren - mare-mundi Aktivitäten“