Heißer (Taucher)Herbst in Salzburg: Pottwal & Weißer Hai

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Dr. Robert Hofrichter
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Heißer (Taucher)Herbst in Salzburg: Pottwal & Weißer Hai

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 03 Okt 2007 11:04

Heißer (Taucher)Herbst in Salzburg: Pottwal und Weißer Hai kommen
Noch nie fanden hier drei so hochkarätige Vorträge für Taucher in nur vier Wochen statt!



6. November 2007, OVAL, EUROPARK, Salzburg, 19.30, Informationstisch ab 18.00. Reihe Natur - Menschen - Abenteuer
Pottwale: Schwimmen mit den größten Raubtieren der Meere
Andrea und Wilfried Steffen
https://mare-mundi.eu/forum/viewtopic.php?t=979

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13. November 2007, NAWI der Universität Salzburg, Hellbrunnerstraße 34, Audi Max, 19.30,
Informationstisch ab 18.00.
Im Rahmen der Sharkproject-Vortragstour Herbst 2007, in Kooperation mit der Universität Salzburg, mare-mundi.eu und BUFUS.
Räuber, Monster, Menschefresser
Multimediavortrag: Neue Fakten über den Mythos “Hai”
Gerhard Wegner (Sharkproject-Präsident) und André Hartman (”Hai-Legende”, Sharkoperator South Africa)
https://mare-mundi.eu/forum/viewtopic.php?t=1250
http://www.mare-mundi.eu/index.php?opti ... 0&Itemid=2

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4. Dezember 2007, OVAL, EUROPARK, Salzburg, 19.30, Informationstisch ab 18.00. Reihe Natur - Menschen - Abenteuer
Kurt Amslers Wunder vor der Linse
Kurt Amsler (SOS SeaTurtles)
Lassen Sie sich von einem der berühmtesten Unterwasserfotografen der Welt in die blauen Tiefen der Meere entführen!
https://mare-mundi.eu/forum/viewtopic.php?t=978

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Weitere Informationen bei
Dr. Robert Hofrichter, mare-mundi.eu gemeinnützige GmbH, Schwarzstraße 33, A-5020 Salzburg, T. 0043 (0)662 874 098, Email: office@mare-mundi.eu, Web: www.mare-mundi.eu und bei
Gerhard Wegner, SHARKPROJECT E.V., Internationale Initiative zum Schutz und zur Erforschung der Haie, Frankfurter Str. 111 B, D-63067 Offenbach am Main, Tel. 0049 69 9864530, Fax. 0049 69 986453 30, gerhard.wegner@sharkproject.org


Für eine Weiterleitung der Informationen über Netzwerke oder ihre Veröffentlichung in Foren und auf Webseiten wären wir im Interesse des Arten- und Naturschutzes sehr dankbar!

Danke!

Mit sonnigen Grüßen
Robert Hofrichter
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Neues Buch über Haie & Haie im Mittelmeer

Ende September / Anfang Oktober erscheint im KOSMOS Verlag ein neues Buch über Haie, für das die Haischützer Gerhard Wegner (Offenbach am Main), Robert Hofrichter (Salzburg) und Franzisa Anderle (Wien) mit Absicht den reißerischen Titel “Räuber, Monster, Menschenfresser - 99 Unwahrheiten über Haie” wählten. Während der Haupttitel durch eine bewusste Überzeichnung das Interesse des Lesers weckt, macht der Untertitel unmissverständlich klar, dass es sich bei den vielen Geschichten rund um Haie in aller Regel um Unwahrheiten und haltlose Vorurteile handelt. Dass Haie jeden Tropfen (Menschen)Blut auf viele Kilometer riechen, dass sie ständig darauf aus sind Menschen zu fressen, dass sie immer schwimmen müssen um nicht zu ersticken und dass Schillerlocken ausgezeichnet schmecken, aber nichts mit Haien zu tun haben, sind nur wenige Beispiele von insgesamt 99 Themen, bei denen mit Vorurteilen über Haie gründlich aufgeräumt wird. Unter anderem beschäftigt sich das Buch auch mit den Haien im Mittelmeer. Hier kommen “von Natur aus” an die 50 Haiarten vor, unter ihnen der größte Raubhai der Gegenwart, der Weiße Hai (Carcharodon carcharias). Als Folge der Klimaerwärmung könnte diese Zahl noch anwachsen, da immer mehr “Exoten” aus wärmeren Gegenden das Mittelmeer besiedeln. Dieses Phänomen ist jedoch in keiner Weise “haispezifisch”, denn es bezieht sich genauso auf winzige Planktonorganismen, Algen, Muscheln, Fische und eigentlich alle Organismengruppen.

Das Buch
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Wegner Gerhard, Hofrichter Robert, Anderle Franziska
Räuber, Monster, Menschenfresser
99 Unwahrheiten über Haie

http://www.amazon.de/R%C3%A4uber-Monste ... 3440112616
2007. 224 S. m. 100 Fotos. 22 cm
Einband: Gebunden
Verlag: KOSMOS (FRANCKH-KOSMOS)
ISBN: 9783440112618
Preis:
Deutschland 16,95 EUR | Österreich 17,50 EUR
Noch nicht erschienen. Erscheint laut Verlag 10/2007
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Von den etwa 500 der Wissenschaft bekannten Haiarten der Welt geht nur von einer Handvoll von Arten eine potentielle Gefahr für den Menschen aus. Nur etwa fünf bis sieben Arten waren regelmäßig in Zwischenfälle mit Menschen verwickelt, wobei es weltweit im Durchschnitt lediglich 6 bis 12 tödliche endende Haiunfälle gibt. Man muss nicht unbedingt statistische Berechnungen strapazieren und übertriebene Vergleiche mit fallenden Kokosnüssen und dem Straßenverkehr heranziehen, um zu erkennen, dass diese Gefahr von einem Hai verletzt oder gar getötet zu werden in völlig unrealistischer, übertriebener Weise dargestellt wird.


Spanien, Sommer 2007: Beispiel aus dem Mittelmeer
(http://www.sharkproject.org/phpBB2/view ... c&start=20)

"Wahrscheinlich hat der Hai mehr Angst vor uns Menschen als wir vor ihm", sagte ein Beamter aus Spanien, und seine Stimme gehörte damit zu den wenigen vernünftigen in medialem Rummel um drei harmlose Meeresbewohner, von denen nachher mindestens einer tot war. Das Beispiel von der spanischen Mittelmeerküste im Sommer 2007 zeigt, wie unrealistisch und übertrieben die Ängste vor vor dem Hai (und sogar Rochen) sind. Drei “Großfische” vor der Küste, die diesen Namen kaum verdienen, hielten in jüngster Zeit Badeurlauber und Behörden in Spanien in Atem. So wurde ein knapp Zwei-Meter-Hai vor die Küste Tarragonas gesichtet und später gefangen (er starb kurz darauf im Aquarium von Barcelona). Nur einige Tage später wurde ein ebenso großer Rochen gesichtet. Die Folge: Strandsperrungen, Panik und Badeverbote. Wird das Baden im Mittelmeer gefährlich? Müssen Schwimmer damit rechnen, auf Raubfische zu treffen? Hat das womöglich sogar etwas mit der Klimaerwärmung zu tun?

"Es ist nichts Neues und überhaupt nichts Außergewöhnliches, dass Haie im Mittelmeer gesichtet werden und es hat in diesem Fall auch nichts mit der Klimaerwärmung zu tun", antworten Gerhard Wegner und Robert Hofrichter von "Sharkproject" und “mare-mundi.eu”. “Schließlich leben im Mittelmeer etwa 50 verschiedene Haiarten, unter ihnen auch der größte Raubhai der Gegenwart, der Weiße Hai. Die Gefahr von einem Hai angegriffen zu werden, sei aber in aller Regel vernachlässigbar, denn erstens gibt es im Mittelmeer nur noch sehr wenige Haie und zweitens der Mensch nicht zu dessen Beuteschema gehört. Die Klimaerwärmung hat zwar Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Fauna und es ist wahr, dass sich verschiedene exotische Arten aus wärmeren Meeren zunehmend im Mittelmeer heimisch fühlen. Doch im Fall der gesichteten Tiere in Spanien handelte es sich schlicht um Sichtungen von Tieren, die im Mittelmeer von Natur aus vorkommen”, so die Experten. “Es ist bedauerlich”, meinen die Artenschützer, “dass Menschen bei der bloßen Sichtung eines harmlosen Tieres und ohne jeden konkreten Anlass zur Beunruhigung mehr Angst als Begeisterung empfinden, Begeisterung dafür, dass im stark strapazierten und überfischten Mittelmeer überhaupt noch derartige Sichtungen möglich sind”.

Die mediale Hysterie und die Strandsperrungen waren nach Ansicht der Experten unsinnig. Die Absperrung eines Strandabschnitts, nachdem dort einzelne, verhältnismäßig kleine Haie und ein Rochen gesichtet wurde, halten sie für "überflüssige Hysterie". Schließlich gebe es genug kleinere und für den Menschen harmlose Haiarten, die grundsätzlich in Ufernähe zu Hause seien, um dort beispielsweise nach Muscheln und kleinen Fischen zu suchen. Doch eben nicht nach Menschen. In vielen tropischen Reisedestinationen der Welt, ob auf den Malediven oder in der Karibik, gehört es zum Alltag auf kleine Haie zu treffen. Das Aufeinandertreffen von Mensch und Hai im Mittelmeer ist jedoch eine absolute Ausnahme.

Dieses Beispiel unterstreicht, wie wichtig Aufklärung über Haie für die Gesellschaft ist.
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Leseprobe aus dem neuen Buch Räuber, Monster, Menschenfresser


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Die Hai-Society: Im Mittelmeer gibt es nur wenige (gefährliche) Haie

Der Platz reicht nicht aus um all die spannenden Geschichten über tatsächliche und angebliche Haiangriffe aus dem Mittelmeer zu erzählen. Zwischen 1899 und dem Ende des Jahrtausends, in hundert Jahren also, hat es etwa 60 registrierte Fälle von Haiangriffen auf Menschen oder Boote (einschließlich Kanus) im Mittelmeer gegeben. Einer der bekanntesten tödlichen Unfälle war der viel zitierte Fall des italienischen Tauchers Luciano Costanzo im Februar 1989.


Nur jemand, der sich noch nicht ernsthaft mit Haien beschäftigt hat, glaubt das, was die Überschrift behauptet … Im Mittelmeer leben mindestens 50 Haiarten und überraschender Weise werden es immer mehr. Wie ist das möglich?

Wir neigen dazu „kleinere Meere“ wie das Mittelmeer zu unterschätzen. So „klein“ ist es mit seiner Fläche von 2.505.000 Quadtratkilometer, einer mittleren Tiefe von 1430 Meter und einer maximalen Tiefe von über 5000 Meter, einem Wasservolumen von 3.700.000 Kubikkilometer eigentlich gar nicht. Dennoch drängt sich bei uns irgendwie das Gefühl auf, dass nur die großen Ozeane einen großen Reichtum an Arten beherbergen und die „kleineren“ Randmeere und Mittelmeere weniger zu bieten haben.

Alle Verehrer des Mediterrans, und das sind wahrlich nicht wenige, können beruhigt sein: Das Mittelmeer ist ein „vollwertiges“, „richtiges“ Meer. Meereskundlich ist es ein Ozean im Kleinformat, der sich wie ein Mosaik aus vielen kleineren Meeresbecken zusammensetzt - aus sterbenden, uralten (Ost- oder Levantinisches Becken) und viel jüngeren, sich entfaltenden Becken (Teile des Westmediterrans). All das kümmert die Haie jedoch kaum: Ob Ostmediterran, verschiedene Teile des Westmediterrans, die Ägäis oder auch die Nordadria, immerhin um die 50 Haiarten bevölkern die mediterranen Gewässer. Das ist grob gerechnet ein Zehntel aller weltweit beschriebenen Spezies.

Es ist allerdings nicht die Zahl allein, die beeindruckt - vielmehr ist es die hochrangige Zusammensetzung der Hai-Gesellschaft, der Hai-Society. Nur wenige der großen, imposanten Haiarten fehlen - das sind vor allem tropische Arten wie Walhai und Tigerhai, denen es in diesem warm-gemäßigten Meer im Winter schlicht zu kalt ist. Oder aber kleinere Arten bodennahe lebender Haie wie Dornhaie und Katzenhaie, die oft „von Natur aus“ kleinere Verbreitungsgebiete haben als die großen Arten des Freiwassers. Doch selbst unter den tropischen Arten gibt es Irrgäste, die vereinzelt im Mittelmeer gesichtet werden. Sollte die Klimaerwärmung weiterhin fortschreiten, wird das Vorkommen tropischer Haie im Mittelmeer keine Fiktion bleiben.

Der zweitgrößte Hai (und Fisch) überhaupt, der Riesenhai, fehlt im Mittelmeer ebenso wenig wie der Blau- oder Makohai, wie der Sandtigerhai, wie vier Arten von Hammerhaien (die an gut beströmten Stellen in größeren Schulen auftauchen), der Sechskiemerhai, der Fuchshai … und, was so manchen Mittelmeerurlauber unangenehm berührt … der Große Weiße Hai. Wer nun glaubt, dass der im Mediterran nur ein Exot ist und sich zufällig ab und mal ins Mittelmeer verirrt, der täuscht sich. Für den größten und mächtigsten Raubhai der Gegenwart ist das Mittelmeer sein ureigenes Heimatrevier, genauso typisch wie Südafrika, Teile der Küste Australiens oder Kaliforniens. Der Weiße Hai mag es eher etwas kühler, in der Sprache der Meereskundler warm-gemäßigt. Er ist in rein tropischen Gewässern seltener anzutreffen.

Fast schon automatisch drängt sich die Frage auf: Und wovon lebt dann der Weiße Hai eigentlich im Mittelmeer? Im Zeitalter der grenzenlosen Ausbeutung, Überfischung und Vergiftung der Meere ist diese Frage mehr als berechtigt. Heute gibt es sicherlich nicht mehr so viele Weiße Haie im Mediterran wie in der Vergangenheit. Denn das Mittelmeer, das war einst die Heimat von riesigen Schulen von Thunfischen, die durch die Meerenge von Gibraltar ins mediterrane Becken zogen, um sich hier fortzupflanzen, die Heimat von etwa 20 Wal- und Delfinarten, von Mönchsrobben, die bereits so gut wie ausgestorben sind und von mindestens vier Arten von Meeresschildkröten. Hinzu kamen mehr als 600 Arten Knochenfische (im Vergleich dazu hat die tropische Karibik mit ihren Korallenriffen etwa 800 Arten) und all die weiteren Meeresbewohner.

Heute zählt das Mittelmeer zu den am ärgsten und am längsten strapazierten Meeren der Welt. Der Große Weiße Hai hat dennoch überlebt, obwohl jede Sichtung eine kleine Sensation und meist auch eine große Hysterie auslöst. Den Medien liefert das beeindruckende Tier gute Storys und es provoziert oft einen Feldzug der Küstenwache gegen den Hai mit dem Ziel es zu töten.

Wunder über Wunder: Der Weiße Hai ist relativ nahe mit dem Riesenhai verwandt (beide zählen zur Ordnung der Makrelenhaiartigen), einem trotz seiner Größe völlig harmlosen Planktonfresser. Wenn man genauer hinschaut, lässt sich die nahe Verwandtschaft anhand der Körperform erahnen. Vor allem am Kopf und hier speziell im Kiemenbereich haben sich die beiden Arten aufgrund der völlig unterschiedlichen Ernährung dennoch unterschiedlich entwickelt. Riesenhaie beeindrucken durch die enorme Größe ihrer Kiemenschlitze, die rückenseitig sehr hoch hinauf reichen und bei abgespreizten Kiemen während des Filtrierens den Eindruck erwecken, dass sie fast den gesamten Kopf umschließen. Abgesehen davon können Riesenhaie und Weiße Haie von einem Boot aus durchaus verwechselt werden. Genau das passiert regelmäßig in der Adria. Wenn an der dalmatinischen Küste Weißhaialarm ausgerufen wird (Kroatisch morski pas, Meereshund), dann rückt oft die Küstenwache mit Gewehren aus und es sind häufig die harmlosen Riesenhaie, die der von den Medien geschürten Haihysterie zum Opfer fallen.

Riesenhaie wurden früher hauptsächlich wegen des Öls ihrer Leber gejagt, seitdem diese Nutzung an Bedeutung verloren hat, nimmt der Bestand der Riesenhaie offenbar wieder zu. Im westlichen und zentralen Mittelmeer, rund um Korsika und Sardinien und im Frühjahr rechtzeitig zur Planktonblüte bis in die nördlichste Nordadria sind die Riesen zu finden (nachdem sie den Winter vielleicht - falls diese Theorie bestätigt werden kann - in der Tiefsee ohne Nahrungsaufnahme und ihre Kiemenreusen regenerierend verbracht haben). Ende der 1990er Jahre und zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden die Rückenflossen der Riesenhaie oft schon von den Straßenkaffees in Piran (Slowenien) gesichtet. Taucher und Biologen ließen daraufhin ihre Capuccinos stehen und eilten mit ihren Booten schnell hinaus zu den imposanten Haien, um mit ihnen zu Schnorcheln. Dabei konnten sie beobachten, dass die Plankton fressenden Riesen keinesfalls nur „dumme Fressmaschinen“ sind, die stundenlang mit aufgerissenen maul durch Planktonwolken schwimmen. Vielmehr prüften die Haie aufmerksam das Wasser und machten ihr Maul in den dichtesten Ansammlungen des Planktons auf.

Wer das Mittelmeer in „Haifragen“ unterschätz, tut es aus Unwissenheit. Ob Hochseearten (Blauhai) oder küstennahe lebende Spezies (Katzenhaie), ob winzig klein (das Männchen des Samtbauchhais wird schon mit 28 Zentimeter Länge geschlechtsreif) oder riesig (manche der größten jemals vermessenen Weißen Haie mit etwa 6,5 Meter Länge wurden im Mittelmeer gefangen; der Riesenhai erreicht bis 12 Meter Länge), ob am Boden lebend (Engelshai) oder einer, der sich gern dicht unter der Wasseroberfläche aufhält (z. B. Mako, Blauhai, Heringshai), sie alle sind im Mittelmeer heimisch.

Die Klimaerwärmung ist in aller Munde und schreitet voran. Auch die Haie spüren sie. Exoten, die normalerweise nur in tropischen Meeren leben, finden über die Straße von Gibraltar immer häufiger den Weg ins Europäische Mittelmeer, darunter manche der „legendärsten“ Haie überhaupt wie Tigerhaie, Weißspitzen-Hochseehaie oder sogar Walhaie. Eine andere Kategorie der Exoten kommt nicht aus dem Atlantik, sondern aus dem Roten Meer. Seit der Eröffnung des durch Ferdinand de Lesseps erbauten Suezkanals im Jahr 1869 wandern durch die künstliche Meeresstraße Arten aus dem Roten Meer ins Mittelmeer ein. Interessanterweise funktioniert diese Einwanderung vor allem in einer Richtung, von Süd nach Nord. Zwischenzeitlich dürften es an die 800 Arten von Algen, Seegräsern und Tieren, die vor allem im östlichen Mittelmeer eine neue Heimat gefunden haben. Die Einwanderer werden zu Ehren des Kanalerbauers Lesseps’sche Migranten genannt. Zu ihnen zählt auch der Schwarzspitzen-Riffhai, ein Inbegriff eines tropischen Riffhais. Von dieser eher kleineren Haiart wurde in tunesischen Gewässern ein immerhin 267 Zentimeter langes trächtiges Weibchen gefangen.

Einst hat es viel mehr Haie im Mittelmeer als heute gegeben. Die meisten Taucher kennen die Jugendgeschichten von Hans Haas, in denen er über Dynamitfischer und Haie in Griechenland berichtet… „Ein Höhepunkt ist die Begegnung mit dem Hai, der als edler Herrscher der Meere vorgestellt wird … Durch die damals verbreitete Dynamitfischerei angelockt, zeigen sich Haie, Rochen, Thunfische..., die Hass aus nächster Nähe studieren kann. Unglaublich, wie sich in diesen Kameraeinstellungen, die Hai und Mensch gleichzeitig zeigen, die Taucher zwischen den gefürchteten Tieren bewegen und sie durch Schreien oder Anschwimmen in die Flucht schlagen …“, so beschrieb die Illustrierte Film-Bühne Nr. 566 die Szenen aus dem Film Menschen unter Haien von Hans Hass, der 1947 erstaufgeführt wurde. Heute einen solchen Film über Haie im Mittelmeer zu filmen - das wäre kaum noch möglich.

Die Rückgänge der Haibestände sind bei manchen Arten dramatisch. Erstens weil die Haie selbst überfischt werden, zweitens weil auch ihre Nahrungsgrundlagen zerstört worden sind. Nur selten gelingt es dieses vor unseren Augen ablaufende Aussterben mit gut recherchierten Zahlen zu belegen. Im Fall des Gewöhnlichen Hammerhais können wir es dank einer Studie aus Italien. In den Gewässern um Sizilien wurde die Art häufig gefangen, doch die Fangzahlen vor Palermo sind in den letzten 30 Jahren um 96 bis 98 Prozent zurückgegangen! Für diese Art kam das Verbot der Driftnetze im Jahr 1998 eindeutig zu spät. Von den bis zu 450 erbeuteten Tieren jährlich haben sich die Fänge heute gegen Null reduziert. Und das ist nur eine Art unter den 50 im Mittelmeer vorkommenden Haispezies.

Malta ist übrigens unter den Mittelmeerländern ein Vorreiter in Sachen Haischutz und war das erste Europäische Land, das den Weißen Hai völlig unter Schutz gestellt hat. Diese Haiart gehört überhaupt zu den bestgeschützten Arten, denn Fangverbote gibt es zwischenzeitlich auch in den USA, in Australien, in Südafrika, und in Namibia. Doch durch die Größe der Gebiete, die die Tiere durchwandern, sind die Schutzbestimmungen nur schwer umzusetzen. Die Populationen der Tiere sinken weiterhin dramatisch.

Eine ausgezeichnete Zusammenfassung des Themas bietet ein Artikel von Ian K. Fergusson, die auch im Internet zu finden ist (http://www.sharkinfo.ch/SI2_98d/mittelmeer.html ).




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