Kommunikation im Tierreich: Wale zeigen sich Jagdtricks

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Kommunikation im Tierreich: Wale zeigen sich Jagdtricks

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 02 Mai 2013 17:35

Kommunikation im Tierreich: Wale zeigen sich Jagdtricks

Als die Heringe verschwanden, mussten sich Buckelwale vor der US-Ostküste andere Beute suchen. Eine neue Jagd-Technik mit Blubbern und Flossenschlagen verbreitete sich unter den Tieren - die Wale lehren sie sich gegenseitig.

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AP

Wale lernen nicht nur Gesänge voneinander. Buckelwale gucken sich sogar gegenseitig Jagdtechniken ab - und sind damit zu sozialem Lernen fähig wie Menschen und Primaten, berichten Wissenschaftler der schottischen University of St Andrews im Wissenschaftsmagazin "Science". Sie haben Buckelwale vor der amerikanischen Ostküste 27 Jahre lang beobachtet.

Mit dem sogenannten Bubble-feeding, dem Unterwasser-Blubbern, gehen die Tiere gemeinsam auf Jagd: Dabei tauchen Wale in Gruppen 20 bis 25 Meter in die Tiefe, um Fischschwärme mit ihren geblubberten Luftblasen zu verwirren und wie in einem unsichtbaren Netz zusammenzutreiben. Vorher schlagen sie mit der Unterseite ihrer Schwanzflosse auch noch kräftig auf die Wasseroberfläche. Das macht mächtig Krach und irritiert Beutetiere zusätzlich.
Zuerst wurde dieses Flossenschlagen Anfang der achtziger Jahre bei einem Tier im Golf von Maine, zwischen Cape Cod in Massachusetts (USA) und Sable Island östlich von Neuschottland (Kanada), beobachtet. Inzwischen hätten dort 40 Prozent der Walpopulation die Schwanzflossen-Technik übernommen, schreiben die Forscher in "Science". Als Belege dafür gelten die Meldungen von Walbeobachtungsbooten, die jeden Sommer über den Golf von Maine schippern.

Das übliche Geblubber

"Unsere Studie zeigt, wie wichtig die Weitergabe dieses Wissens bei Walpopulationen ist", sagt der britische Forscher Luke Rendell. "Es erlaubt ihnen sogar, Veränderungen im Ökosystem abzupuffern." Denn grundlos haben die Wale ihre Blubber-Technik bei der Futtersuche seit den achtziger Jahren nicht verfeinert. Vielmehr ist ihnen ihre liebste Beute, der Hering, in dieser Zeit fast abhanden gekommen, vor allem durch Überfischung.

Als Alternative stellten sich die großen Säugetiere bei der Futtersuche auf Sandaale um. Doch diese Fische waren mit dem üblichen Geblubber nicht so leicht zu beeindrucken wie Heringe. Erst das zusätzliche Peitschen mit der Schwanzflosse führte zum gewünschten Erfolg.

"Den Beleg für die Weitergabe dieser Jagdtechnik konnte nur eine Langzeit-Studie liefern", sagt Mitautorin Jenny Allen. Damit werde nun die These gestärkt, dass Wale - wie auch Delphine - große kulturelle Fähigkeiten entwickelt haben: soziales Lernen.

boj/dpa

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