Tierschützer laufen gegen Wal-Bier Sturm

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mare-mundi Redaktion
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Tierschützer laufen gegen Wal-Bier Sturm

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 12 Jan 2014 22:34

Festtagsgebräu mit ungewöhnlicher Zutat:
Tierschützer laufen gegen Wal-Bier Sturm


Walfang allein ist schon umstritten, wenn die gefährdeten Meeressäuger dann auch noch für Lifestylegags herhalten müssen, bringt das bei Tierschützern das Fass zum Überlaufen. Aktueller Fall: ein Wal-Bier in Island.

:arrow: http://orf.at/stories/2213334/2213335/

Die kleine Brauerei Brugghus Stedja („Stedji“) arbeitet für das Bier mit dem Walfangunternehmen Hvalur hf, das Finnwale jagt, zusammen. Von den Tieren landet Mehl in der Maische. Das fällt als Nebenprodukt beim Auskochen des Fleisches zur Gewinnung von Öl (Tran) an. Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphine Conservation (WDC) nannte die Idee am Donnerstag „den Gipfel der Geschmacklosigkeit“.

Die Brauerei preist das Bier mit einem Alkoholgehalt von 5,2 Prozent laut WDC Deutschland als „sehr gesundes Getränk“, da ihm kein Zucker zugesetzt werde, und als ein Bier für „echte Wikinger“ an. Walmehl sei eine wichtige Zutat, es sei proteinreich und enthalte kaum Fett. Neben der ungewöhnlichen Ingredienz sind in dem Bier das übliche Wasser, Hopfen und Malz enthalten.

Marketinggag zu nordgermanischem Fest
Stedja will das Bier speziell für das nordgermanische Opferfest Thorrablot, das im letzten Wintermonat Thorri nach dem Wikingerkalender gefeiert wird, anbieten. Es findet zwischen Mitte Jänner und Mitte Februar statt. Anlässlich des Fests kommen in der Regel traditionelle Gerichte auf den Tisch, auch Walfett gehört dazu.

Der Besitzer der Brauerei, Dabjartur Ariliusson, habe erklärt, die Idee für das „einzigartige“ Wal-Bier sei ihm im Herbst gekommen. Da der Wettbewerb auf dem isländischen Biermarkt riesig und Werbung verboten sei, müsse eine kleine Brauerei eben mutig sein und alternative Wege gehen.

Ein Walfänger und seine Ideen
Auch ein für Walschützer „üblicher Verdächtiger“ spielt bei dem Projekt mit. Es sei kein Wunder, dass Kristjan Loftsson, der Inhaber von Hvalur hf, „hier seine Finger im Spiel hat“, hieß es am Donnerstag von WDC Deutschland. Erst im letzten Jahr habe er mit Treibstoff aus Finnwalen für seine Fangschiffe Schlagzeilen gemacht, so WDC-Kampagnenleiterin Astrid Fuchs in einer Aussendung. Eine weitere seiner Ideen war im Vorjahr Hundefutter aus Finnwal für den japanischen Markt gewesen.

Bild
Immer wieder stranden die riesigen Meeressäuger wie dieses rund 15 Meter lange Jungtier in Dänemark. Die Tiere werden von ihrem eigenen Gewicht erdrückt
APA/EPA/Claus Fisker

"Absurd, pervers und unethisch“
Der internationale Geschäftsführer von WDC, Chris Butler-Stroud, bezeichnete Loftsson damals als einen „Mann, der dazu bereit ist, Wale in so ziemlich alles zu verarbeiten, so lange es Geld bringt“. Loftssons „Biosprit“-Idee, die dieser Anfang 2013 gegenüber der britischen „Sunday Times“ offenbart hatte, nannte Stroud völlig „absurd, pervers und unethisch“.

Zur Bieridee bei Brugghus Stedja sagte WDC-Kampagnenleiterin Fuchs: „Schade, dass ein junges isländisches Unternehmen sich für Loftsson und seine Jagd auf eine bedrohte Art als Zugpferd für ihre Produkte entschieden hat. Ein majestätisches Lebewesen, das über 90 Jahre alt werden kann, zum Inhaltsstoff auf einer Bierflasche zu degradieren, ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit“. Die Walfänger von Hvalur hf hätten im Vorjahr insgesamt 134 Finnwale getötet, die Fangquote des Unternehmens für 2014 betrage bis zu 154 Tiere. WDC verlangte wegen der Genehmigung durch die Regierung in Reykjavik „dringend Sanktionen“ seitens der USA und der EU.

Gefährdete Meeresriesen
Finnwale leben auf der Nord- und der Südhalbkugel. Die Tiere werden im äußersten Fall bis zu 27 Meter lang und 70 Tonnen schwer, wobei der südliche etwas größer als der nördliche Finnwal wird. Selbst neugeborene Kälber haben bereits ein Gewicht von über eineinhalb Tonnen. Finnwale sind nach dem (verwandten) Blauwal (bis zu 33 Meter lang und 200 Tonnen schwer) die zweitgrößten auf der Erde lebenden Tiere. Sie gelten als gefährdete Art

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Re: Tierschützer laufen gegen Wal-Bier Sturm

Beitrag von Caro » 15 Jan 2014 19:37

Nur noch widerlich und rückständig ! :twisted:

Caro
"Auch wenn es gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, hätten wir nichts erreicht. Erst wenn es uns gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS !" Zitat von Michael Aufhauser

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Re: Tierschützer laufen gegen Wal-Bier Sturm

Beitrag von Caro » 15 Jan 2014 20:53

Auch hier wird das "Walbier" im Zusammenhang erwähnt ...

http://www.tz.de/ratgeber/tiere/jagd-wa ... 15645.html

Liebe Grüße
Caro
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