Nützliche Hinweise für Autoren: das Zitatrecht

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Dr. Robert Hofrichter
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Nützliche Hinweise für Autoren: das Zitatrecht

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 01 Jan 2011 13:06

Nützliche Hinweise für Autoren: das Zitatrecht

====================Inhalt====================

1. Das Zitatrecht
2. Textzitate
2.1 Kleinzitate
2.2 Großzitate
3. Bildzitate
3.1 Abdruckgenehmigungen
3.2 Bildzitate in Online-Publikationen
4. Gemeinfreie Quellen
5. Ihre Veröffentlichung
6. Partnerprogramm
7. Neuerscheinungsinformation

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1. Das Zitatrecht
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Das Zitatrecht (§ 51 UrhG) zählt zu den wichtigsten
Schranken des Urheberrechts, also zu den Ausnahmefällen,
in denen geschützte Werke oder Werkteile ohne Zustimmung
des Urhebers vervielfältigt werden dürfen. Voraussetzung
für die genehmigungsfreie Wiedergabe von fremden Texten
oder Abbildungen ist jedoch, dass sie durch den Zitatzweck
gerechtfertigt ist. Dies sieht das Urheberrechtsgesetz
in erster Linie im wissenschaftlichen Diskurs gegeben,
weshalb das Zitatrecht in wissenschaftlichen Werken am
weitesten greift. Inwieweit urheberrechtlich geschütztes
Material ohne ausdrückliche Genehmigung in die eigene
Arbeit übernommen werden darf und in welchen Fällen eine
Abdruckgenehmigung eingeholt werden muss, hängt darüber
hinaus auch vom Umfang des Zitats ab.


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2. Textzitate
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Zu dessen Bestimmung unterscheidet man grundsätzlich zwischen
Großzitat und Kleinzitat, wobei sich die Bezeichnungen nicht
auf die Länge des zitierten Werkteils, sondern auf dessen
Verhältnis zum zitierten Gesamtwerk beziehen. So ist ein
kurzes Gedicht, wenn es in (nahezu) vollem Umfang wiedergegeben
wird, ein Großzitat, während eine längere Textpassage aus
einer Monographie als Kleinzitat gilt.


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2.1 Kleinzitate
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Solche Kleinzitate, die also einem größeren Zusammenhang
entnommen wurden, dürfen ohne Genehmigung in ein eigenes
selbständiges Sprachwerk übernommen werden. Das bedeutet,
das zitierende Werk muss selbst schutzfähig im Sinne des
Urheberrechts sein. Bei bloßen Zitatensammlungen ohne
eigenen schöpferischen Beitrag sind die einzelnen Zitate
dagegen grundsätzlich genehmigungspflichtig. Dient das
Zitat jedoch als Beleg oder Diskussionsgrundlage und ist
somit ein ausreichender Zitatzweck gegeben, genügt die
korrekte Quellenangabe. Kleinzitate dürfen im Gegensatz
zu Großzitaten auch Werken entnommen werden, die selbst
noch nicht in körperlicher Form veröffentlicht wurden,
also auch Vorträgen oder Sendungen.


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2.2 Großzitate
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Ausschließlich in wissenschaftlichen Werken ist u.U. auch
die genehmigungsfreie Verwendung von Großzitaten zulässig.
Das vollständig oder zu großen Teilen zitierte Werk muss
allerdings bereits erschienen und somit der Öffentlichkeit
zugänglich sein. Auch hier ist der Zitatzweck entscheidend.
Ist es für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit
einem Werk unumgänglich, dieses vollständig wiederzugeben,
ist dies ohne Genehmigung des Urhebers oder Verwerters
gestattet. Die wirtschaftlichen Interessen der Rechteinhaber
müssen in diesem Fall im Sinne des wissenschaftlichen
Fortschritts zurückgestellt werden. Dient ein Großzitat nur
der Ausschmückung, z.B. in Form eines Mottos oder zu Beginn
eines Vorworts, ist es zustimmungspflichtig.


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3. Bildzitate
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Abbildungen sind wie Texte Werke im Sinne des Urheberrechts
und fallen somit unter das Zitatrecht. In der Regel ist von
einem Großzitat auszugehen - alleine deshalb, da die
ausschnittsweise Wiedergabe von Bildern in der Regel nicht
gestattet ist. Demnach sind Bildzitate, die einen rein
illustrativen Charakter haben, wie etwa die Cover-Abbildung,
grundsätzlich genehmigungspflichtig.

Aber auch Abbildungen, die aus sachlichen Gründen unverzichtbar
sind und damit unter das Zitatrecht fallen, sind nicht
notwendigerweise frei verwendbar. Dies hängt damit zusammen,
dass nicht nur der dargestellte Inhalt einer Abbildung
geschützt ist, sondern noch weitere Rechte tangiert werden.
Wird etwa ein Kunstwerk im Bild zitiert, beschränkt zwar das
Zitatrecht das Urheberrecht des Künstlers. Aber auch
der Fotograf und ggf. das Museum, in dessen Sammlung sich
das Kunstwerk befindet, verfügen über Rechte an der Abbildung.


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3.1 Abdruckgenehmigungen
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Dieses Beispiel zeigt, dass gerade bei Bildern über die
Zitatfreiheit nicht immer eindeutig zu entscheiden ist.
Es ist daher in jedem Fall ratsam, sich vor der
Veröffentlichung von fremden Bildern abzusichern. Eine
mögliche Anlaufstelle neben den Verlagen oder Webseiten-Betreibern,
aus deren Büchern bzw. Internetpräsenzen Abbildungen
übernommen werden sollen, ist die VG Bild-Kunst in Bonn.
Sie verfügt über die meisten Bildrechte lebender Künstler
und Fotografen und bietet unter http://www.bildkunst.de
viele vertiefende Erläuterungen zum rechtlichen Hintergrund
und zum praktischen Vorgehen. Die Abdruckgenehmigungen für
wissenschaftliche Werke werden häufig honorarfrei oder
gegen ein eher geringes Honorar erteilt.


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3.2 Bildzitate in Online-Publikationen
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Grundsätzlich gilt das Zitatrecht für Print- und
Online-Veröffentlichungen. Eine Besonderheit stellt aber
u.U. das Bildzitat in einer digitalen Publikation dar. Das
Bildzitat darf als Großzitat wie oben beschrieben nur aus
bereits erschienenen Werken entnommen werden. Fraglich ist
nun, ob ein veröffentlichtes Printwerk in einer
Online-Publikationen auch dann zitiert werden darf, wenn
der Autor des Zitats noch nicht über seine Online-Rechte
verfügt hat, was v.a. bei älteren Werken der Fall sein kann.


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4. Gemeinfreie Quellen
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Nach deutschem Recht läuft der Urheberrechtsschutz für
Werke 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers aus. Die Werke
sind dann "gemeinfrei" und können beliebig reproduziert
werden. Es dürfen dann nicht nur Werke oder Werkteile in
die eigene Arbeit übernommen werden, sondern ganze Werke
können ohne Genehmigung in Form von Reprints oder
Digitalpublikationen neu herausgebracht werden. Auch Zitate
aus gemeinfreien Werken müssen mit einer Quellenangabe
versehen werden.

Bei Bildzitaten können allerdings auch Fälle auftreten,
in denen z.B. das zitierte Kunstwerk gemeinfrei ist, aber
noch Rechte Dritter, etwa eines Fotografen oder Museums,
an der verwendeten Abbildung bestehen, wenn diese einen
erkennbaren Beitrag zur Gestaltung geleistet haben.


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5. Ihre Veröffentlichung
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