Der Klimawandeldiskurs auf den Malediven. Lokale Aushandlung

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Der Klimawandeldiskurs auf den Malediven. Lokale Aushandlung

Beitrag von Dr. Robert Hofrichter » 02 Aug 2011 09:31

Der Klimawandeldiskurs auf den Malediven. Lokale Aushandlungen einer globalen Dystopie

Gegenwärtig sehen wir uns mit einer zukünftigen Katastrophe konfrontiert - dem Klimawandel. Das entworfene apokalyptische Szenario wird die Malediven in besonderer Weise betreffen. Die von der Mehrzahl der Klimawissenschaftler getragene Position ist, dass durch die globale Erderwärmung der Meeresspiegel steigen und kleine, niedrig gelegene Inseln vor radikale umweltbedingte Umbrüche stellen wird (s. bspw. IPCC 2007). Im Angesicht dieser Bedrohung hat sich die kleine Gesellschaft der maledivischen Inseln an die Spitze einer globalen Auseinandersetzung mit der Zukunft gesetzt. Plötzlich stehen kleine Koralleninseln gleichsam paradigmatisch im Zentrum der Debatte um eine globale Krise. Wie kam es dazu? Während die Rede vom Klimawandel in aller Munde ist und in allen Farben in den Medien oder in der Politik ausgemalt wird, ist wenig darüber bekannt, wie global zirkulierende Vorstellungen vom Klimawandel lokal verhandelt werden, welche Akteure in welchen Arenen wie agieren, und wie die Glokalisierung des Klimanwandeldiskurses das Leben oder die Lebensplanung vor allem in bedrohten Regionen beeinflussen, aufrütteln oder gar von Grund auf transformieren.

Mein Projekt setzt genau an dieser Stelle an, in dem es die Beziehung zwischen der lokalen Erfahrung des Klimawandels und den damit verbundenen Adaptionsstrategien und Aushandlungsprozessen auf den maledivischen Inseln zum einen, und zum anderen den Klimawandeldiskurs als eine global zirkulierende Diskursformation, die von Wissenschaft, Technik, Recht und Politik durchdrungen ist, untersucht. Es ist eine ethnologische Studie der Interaktionspraktiken und Lebensplanungsstrategien der maledivischen Bevölkerung, die ganz konkret mit der ökologischen Dystopie des Meeresspiegelanstiegs konfrontiert ist. Die Ergebnisse werden sowohl zu einem besseren Verständnis der Verankerung von Zukunftsprojektionen und deren gesellschaftliche Aushandlungen in der Gegenwart beitragen, als auch neues Licht auf Glokalisierungsprozesse von Epistemologien werfen.


Für jede Art von Kontakt, der mir weiter hilft, bin sehr dankbar!


Viele Grüße

Boris


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Boris Wille, M.A.
Doktorand

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Philosophische Fakultät I
Institut für Ethnologie und Philosophie
Seminar für Ethnologie
Reichardtstraße 11
06114 Halle/Saale

Tel.:  +49-345-55-24194 <tel:%2B49-345-55-24194>
Email: boris.wille@ethnologie.uni-halle.de
URL: http://www.ethnologie.uni-halle.de/personal/boris_wille
Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi

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