Schweizer und österreichische Reisebranche kritisieren...

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mare-mundi Redaktion
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Schweizer und österreichische Reisebranche kritisieren...

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 03 Okt 2014 17:30

Schweizer und österreichische Reisebranche kritisieren geplante Ölsuche im Mittelmeer vor Ibiza

Der Schweizer und der österreichische Reiseverband zeigen sich besorgt über das Vorhaben des britischen Ölkonzerns Cairn Energy. Dieser will im Mittelmeer vor Ibiza nach Öl und Gas suchen. Über 125 000 Bürger Spaniens erheben Einspruch gegen diese Pläne. Und mehr als 210 000 Menschen aus dem deutschsprachigen Raum haben den Protest von OceanCare unterzeichnet, um die für Meerestiere tödliche Gefahr des Unterwasserlärms und das Risiko einer Ölkatastrophe abzuwenden.

Zürich/Wien, 2.10.2014. Sowohl der Schweizer als auch der österreichische Reiseverband kritisieren die Pläne, vor den Balearen nach Öl- und Gasvorkommen zu suchen. OceanCare, Alianza Mar Blava und Natural Resources Defense Council NRDC begrüssen diese am 2. Oktober veröffentlichte Kritik: „Es ist ein starkes und gleichzeitig notwendiges Signal jenes Wirtschaftszweiges, der für die Balearen die grösste Bedeutung hat“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. Ausserdem wurde in den vergangenen Tagen bekannt gegeben, dass mehr als 125 000 spanische Bürger offiziell Einspruch gegen das Projekt erhoben haben. 117 000 davon sind sesshaft auf den Balearen - das ist ein Zehntel der gesamten Bevölkerung der beliebten Ferieninseln Formentera, Ibiza, Mallorca und Menorca. „Die Ablehnung der Pläne der Ölindustrie ist dermassen überwältigend, dass man sich fragt, warum die gewählten Entscheidungsträger nicht längst dem Projekt die vom Volk gewünschte Absage erteilt haben“, fährt Lüber fort. Druck kommt auch von besorgten Bürgern aus dem deutschsprachigen Raum: Über 210 000 Menschen haben den Protest „Notruf aus Ibiza - tödliche Ölsuche verhindern“ unterschrieben und fordern die spanische Regierung zum Handeln auf. Hinter dem Protest steht OceanCare: Die Meeresschutzorganisation mit Sitz in der Schweiz hat die Koalition Silent Oceans gegründet und setzt sich gemeinsam mit Partnerorganisationen weltweit für den Schutz der Meerestiere ein - so auch vor den spanischen Ferieninseln.

Seismischen Explorationen 2013 unbewilligt durchgeführt
Vor wenigen Wochen wurde öffentlich, dass bereits im vergangenen Jahr nicht genehmigte seismische Aktivitäten stattgefunden haben. „Wissenschaftler wurden aufgrund des untypischen Verhaltens von Pottwalen in der Region auf die Schallexplosionen aufmerksam. Behörden und Ölindustrie hüllen sich jedoch in Schweigen“, kritisiert Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC. Schon die Suche nach Öl- und Gasvorkommen setzt das Leben im Meer um die Balearen einer grossen Gefahr aus. Die unvorstellbar lauten Schallkanonen der Rohstoffsuche können Wale, Delphine und andere Meerestiere, darunter auch kommerziell genutzte Fische, vertreiben, verletzen oder direkt töten.

Risiko einer Ölkatastrophe im Mittelmeer
Bohrungen, vor allem in der Tiefsee, stellen ein weiteres Risiko dar: Im Falle eines Unfalls verursachen sie irreparable Schäden für Ökologie und Ökonomie der Inselregion. „Auch die Ölindustrie und die spanische Regierung müssen Grenzen akzeptieren und davon Abstand nehmen, in ökologisch und ökonomisch besonders wertvollen Gebieten wie dem westlichen Mittelmeer nach Öl und Gas zu suchen“, fordert Carlos Bravo, Koordinator der lokalen Koalition Alianza Mar Blava.

Entscheid der spanischen Regierung
Der Entscheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts der Rohstoffsuche vor der spanischen Inselgruppe ist ausstehend. Die spanische Regierung lässt sich damit Zeit. Im Frühjahr 2015 finden auf den Balearen die Wahlen zur Regionalregierung statt, im Herbst folgen nationale Wahlen in Spanien. Der Zwist um die geplante Ölerschliessung wird sukzessive zu einem Kernthema. Nicht zuletzt wird die Entscheidung auch ein Signal über die Ausrichtung der künftigen spanischen Energiepolitik sein.

http://www.oceancare.org/de

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