Mittelmeer-Baustein Nr 196: Lebensraum prim. Hartboden, VDST

Vorstellung der Schlüsselarten aus dem Mittelmeer

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christoph
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Mittelmeer-Baustein Nr 196: Lebensraum prim. Hartboden, VDST

Beitrag von christoph » 15 Mai 2011 15:14

Wichtige mediterrane Arten/Lebensräume als Mittelmeer-Bausteine:
Lebensraum primärer Hartboden (hard bottom)


:arrow: Baustein-Nummer: 196
:arrow: Wert: 1.000 €
:arrow: Sponsor, Unterstützer: Verband Deutscher Sporttaucher, VDST, Berliner Str. 312,63067 Offenbach http://vdst.de/

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:arrow: Ihre Navigationshilfe bei der Suche nach dem gewünschten Baustein: Die Mittelmeer-Bausteine mit den dazugehörigen Arten/Lebensräumen können Sie nach folgenden Kriterien sortiert betrachten und aussuchen:

systematisch (nach der biologischen Zugehörigkeit) https://mare-mundi.eu/forum/view ... 793#p15793
alphabetisch (bei manchen Arten nur wissenschaftliche Namen vorhanden) https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4953
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• nach dem Wert der Bausteine https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4955
• die 10 ausgewählten Lebensräume gesondert https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4956
allgemeine Einführung zur Biodiversität des Mittelmeeres https://mare-mundi.eu/forum/view ... 792#p15792
Übersicht der bereits vergebenen Mittelmeer-Bausteine https://mare-mundi.eu/forum/view ... =60&t=4957
Sie nützen dem Mittelmeer, doch was nützt Ihnen dieser Baustein? http://www.mare-mundi.eu/index.php?opti ... &Itemid=65
• alle Themen und umfassendere Beschreibungen der Arten (im Forum) https://mare-mundi.eu/forum/viewforum.php?f=60

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Lebensraum primärer Hartboden (hard bottom)

:arrow: Ihre Wahl: Sie haben sich für den (zumindest vordergründig) schönsten Lebensraum des Mittelmeeres entschieden. Er ist bei Tauchern besonder beliebt, bunt und voller Leben - nicht zuletzt aus diesem Grund ist es ein besonders passender Mittelmeer-Baustein für den Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) . Die Biodiversität auf Hartböden, auf Substraten, die unbeweglich oder nur wenig beweglich sind und dank den hydrodynamischen Bedingungen (Strömung, Wellen, Gezeiten) weniger von Sedimentation beeinträchtigt sind, ist sehr hoch.
Für die hier lebenden sessilen (sesshaften) und hemisessilen (halbsesshaften) Organismen, ­ ob pflanzlich oder tierisch, ­ bedeutet das einen sicheren, stabilen Lebensraum, der weniger dramatischen Veränderungen unterworfen ist als etwa exponierte, ständig in Veränderung begriffene mobile Sand- oder Geröllgründe. Die Stabilität des Lebensraumes ist einer der Gründe für den Reichtum an Lebensformen und die bunte Vielfalt, die in Abhängigkeit von Licht und Wasserbewegung auf Steilwänden und unter Überhängen, im Bereich von Höhleneingängen und in Hartbodenlebensräumen allgemein gedeiht ­ wie sie von Tauchern besonders geschätzt werden.

:arrow: Warum spricht man von "primären Hartgründen"? Weil es in der biologischen Meereskunde auch den Begriff "sekundärer Hartboden" gibt (Baustein 105). Der primäre Hartboden besteht aus anorganischem Fels. Der sekundäre Hartboden ist hingegen biogenen Ursprungs, wird also von Lebewesen aufgebaut. Das bekanntest Beispiel dafür ist ein tropisches Korallenriff (gibt es im Mittelmeer wegen der zu tiefen mittleren winterlichen Wassertemperatur in der Form nicht). Eine besonders wichtige Rolle für den Aufbau dieses bemerkenswerten Biotops im Mittelmeer spielen die Kalkrotalgen (Corallinacea, siehe die Bausteine 96 und 197).

:arrow: Warum ist der primäre Hartboden so reich an Leben? Ein entscheidender biotischer Faktor, der das Benthal prägt und zu einer hohen Diversität von Formen und Lebensstrategien führt, ist Raumkonkurrenz. Fast alle sesshaften marinen Aufwuchsorganismen haben freischwimmende planktontische Larven, die beim Übergang zum benthischen Leben neue Siedlungsflächen finden und sich gegen
Raumkonkurrenten behaupten müssen. Die zur Verfügung stehende Fläche ist ein limitierender Faktor; davon zeugt die schnelle Besiedelung von künstlichen Strukturen wie Wracks, Hafenanlagen und künstlichen Riffen (im Meer versenkte, reich strukturierte Betonelemente). Der Aufwuchs umfasst Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, die ­ wie es scheint ­ in ständigem Verdrängungswettbewerb stehen. Jede freie Fläche wird überwachsen, selbst die einzelnen Organismen werden von anderen besiedelt. Es stellt sich die eher philosophische, weil naturwissenschaftlich schwer
eindeutig zu beantwortende Frage, ob Raumkonkurrenz als alleiniger Aspekt und einziges Erklärungsmodell die Vielfalt der Aufwuchsorganismen erklären kann. Der Konkurrenz als ökologisch allumfassendem Erklärungsmodell wird in den Analysen vielleicht ein zu hoher Stellenwert eingeräumt. Um das Wesen und die Vielfalt der Benthosgemeinschaft auf engstem Raum zu beschreiben, wäre Koexistenz in vielen Fällen der treffendere Ausdruck. Die Besiedler
nutzen zwar andere Organismen vielfach als Unterlage, müssen sie aber dadurch nicht in jedem Fall schädigen. Die mit Algen, Schwämmen, Hydrozoen, Moostierchen, Polychaeten, Mollusken sowie weiteren Tieren und Pflanzen bis zur Unkenntlichkeit bewachsene Seescheide Microcosmus sulcatus ist das wohl bekannteste Beispiel dieser Art.
In vielen anderen Fällen werden die Wirte sehr wohl durch ihre Besiedler geschädigt. Wenn eine “unerwünschte" Besiedelung durch Epibionten zu dicht wird und überhand nimmt, kann der Wirt absterben. Dazu kommt es unter anderem verstärkt, wenn das ökologische Gleichgewicht durch Eutrophierung gestört ist, wodurch bestimmte euryöke Arten begünstigt und andere Arten benachteiligt werden. Aufwuchsorganismen können dann unter dicken Algenteppichen
ersticken.

:arrow: Es gibt auch eine andere, weniger offensichtliche und auffällige biologische Vielfalt: Im Gegensatz zu Felsgründen werden Sedimentböden und Seegraswiesen von Tauchern vielfach als eintönig empfunden. Die Artendiversität äußert sich hier auf eine versteckte, mit freiem Auge weniger offenkundige, unter dem Mikroskop aber um so erstaunlichere Weise.

:arrow: Die Wichtigkeit der Lebensräume: 10 Bausteine des virtuellen mare-mundi Mittelmeeres haben wir nicht bestimmten Arten, sondern wichtigen mediterranen Lebensräumen gewidmet. Der Grund dafür ist einfach: Einzelne Arten lassen sich nicht schützen, wenn man ihre Lebensräume nicht schützt (man spricht von Habitaten, wenn man vom Lebensraum einer Art spricht, von Biotopen, wenn es sich um Lebensräume ganzer Lebensgemeinschaften handelt). Auf diese schlichte Tatsache wollen wir mit diesen Bausteinen aufmerksam machen. Und Sie untertrreichen mit Ihrer Wahl die Bedeutung des Lebensraumschutzes.
Lassen Sie sich nicht zur irreführenden Vorstellung verleiten, dass manche Lebensräume "wichtiger" oder "attraktiver" sind als andere. Die marinen Lebensräume kann man nicht räumlich voneinander getrennt betrachten. Ökologisch gesehen gibt es keine strengen Grenzen. Wie das Wasser selbst, fließt im Meer alles ineinander über. Die Teillebensräume stehen alle im gegenseitigen Austausch, in gegenseitiger Abhängigkeit. Stoffe werden durch vertikale und horizontale Bewegungen des Wasser und durch die Gravitation ständig in alle Richtungen verschoben. Die Seegraswiese ist genauso wichtig wie der Schlammgrund, die Meereshöhlen genauso wie die Küste.
In der Vielfalt und seiner engen Verzahnung der Teillebensräume ist das Mittelmeer ebenso komplex wie in geologischer, geographischer und ozeanographischer Hinsicht. Die reiche Reliefgliederung der Küstenlandschaft als Folge tektonischer Dynamik, Schwankungen des
Meeresspiegels, Erosion und Sedimentation setzt sich auch unter dem Meeresspiegel in zum Teil imposanten Unterwasserlandschaften fort. Manche, wie der Sandgrund, sehen nur auf den ersten Blich eintönig aus: Hier verbirgt sich eine unglaubliche Lebensgemeinschaft höchster biologischer Vielfalt, die erst im Mikroskop sichtbar wird. Auch die Biodiversität von Seegraswiesen wird manchen erst auf den zweiten Blick bewusst.

:arrow: Die Übersicht der Lebensraum-Bausteine: Bei einem Schnorchel- oder Tauchgang werden schon auf den ersten Blick unterschiedliche “Teillebensräume" oder “Bereiche" sichtbar Hartböden (primäre Hartböden aus anstehendem Fels; bei Tauchern besonders beliebt, da schön bewachsen und reich an Leben), Sedimentgrund (etwa Geröll, Blockfelder, Sand, Schlamm = Weichboden), sekundäre Hartböden biogenen Ursprungs (aus Kalkrotalgen = Coralligène), Seegraswiesen, Algenbestände und andere erkennbar.Wir haben hier für Sie zehn Lebensräume ausgewählt.

Baustein 24: Meeresküste
Baustein 196: primärer Hartboden
Baustein 105: sekundärer Hartboden
Baustein 59: Höhlen
Baustein 58: Sandgrund
Baustein 90: Seegraswiese
Baustein 185: Schlammgrund
Baustein 10: Block- und Geröllfelder
Baustein 2: freier Wasserkörper (Pelagial)
Baustein 39: Tiefsee

:arrow: Wichtige Links:

Zur Philosophie der mare-mundi Mittelmeer-Bausteine

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