Pazifik spuckt zweiten Riemenfisch an kalifornische Küste

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Pazifik spuckt zweiten Riemenfisch an kalifornische Küste

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 23 Okt 2013 17:04

Invasion der Tiefseefische:
Pazifik spuckt zweiten Riemenfisch an kalifornische Küste


Riesenfisch zum Mitnehmen, bitte: Innerhalb einer Woche spülte der Pazifik zwei riesige Tiefseefische an Kaliforniens Küste. Ein ungewöhnlich spektakuläres Ereignis, denn eigentlich bekommen Menschen den Riemenfisch nie zu sehen.

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Gigantisch: Nahe der kalifornischen Insel Santa Catalina zog Jasmine Santana zusammen mit Studenten einen fünf Meter langen Riemenfisch-Kadaver aus dem Wasser
DPA

Sie sehen aus wie silbern schillernde Unterwasserschlangen und mit ihrem roten Kamm am Kopf fast wie ein Ungeheuer aus der Tiefsee. Und plötzlich liegen sie an den Stränden von Kalifornien: zwei riesige Riemenfische. Eigentlich sind diese Fische in der Tiefsee zu Hause, gut 1000 Meter unter der Wasseroberfläche.

Doch hier hatte keine Meereshexe ihre Finger im Spiel, die den Tiefseefischen wie Ariel der Meerjungfrau Beine verleiht, um fortan an Land zu leben. Die Riemenfische an Kaliforniens Küste waren bereits tot, als sie am Strand gefunden wurden.

Erst Santa Catalina, dann Oceanside: Welcher Küstenort kommt als nächstes?
Es war ein spektakulärer Fund: Eine Schnorchlerin entdeckte den Kadaver eines Riemenfisches am vergangenen Sonntag an der kalifornischen Küste, nahe der Insel Katalina. Er war fünf Meter lang und erst mit Unterstützung einer Gruppe Studenten schaffte es Jasmine Santana den toten Riemenfisch an Land zu ziehen.

Nur fünf Tage später und gerade einmal 70 Kilometer Luftlinie weiter spuckte der Pazifik den zweiten Riemenfisch an Land, diesmal an den Strand des kalifornischen Küstenorts Oceanside, berichtet die US-Zeitung U-T San Diego am 18. Oktober. Auch er hatte eine beachtliche Länge von 4,3 Metern und war bereits tot, als ihn Strandbesucher fanden.

Landgang der Riemenfische bisher ungeklärt
Wissenschaftler können sich nicht erklären, wie die zwei riesigen Tiefseefische in so seichtes Gewässer geraten konnten. „Hoffen wir mal, dass es ein Zufall ist“, sagt Rainer Froese, Meeresbiologe am Geomar-Institut in Kiel. „Bis jetzt deutet alles darauf hin, dass die Riemenfische eines natürlichen Todes starben und dann an Land getrieben wurden.“

Doch gleich zwei Tiefseefische innerhalb von einer Woche? „Auch das muss ein Zufall sein“, stellt Meeresbiologe Froese klar. Die US-Forscher vom Marine Institut Catalina Island konnten bisher zumindest keinen Zusammenhang feststellen, der auf eine ähnliche Todesursache der zwei Riemenfische hinweist.

Rätselhafter Riemenfisch – eine kaum erforschte Spezies

Riemenfische gehören zu der Gattung der Knochenfische und leben normalerweise nur im offenen Ozean. Lebende Vertreter bekommt der Mensch so gut wie nie zu sehen. „Die Chance, dass ein Taucher einem Riemenfisch begegnet, ist gleich Null“, sagt Froese.

Nicht zuletzt wegen seiner Länge und seines Aussehens mutet der Riemenfisch wie eine Unterwasserschlange an. Mit einer Schlange hat der Riemenfisch jedoch nichts gemein, betont Fischexperte Rainer Froese: „Riemenfische sind stocksteif. Sie machen keine wellenförmigen Bewegungen wie eine sich fortbewegende Schlange.“

Neue Untersuchungen konnten zeigen, dass Riemenfische nicht wie die meisten anderen Fische waagerecht, sondern senkrecht im Wasser schwimmen. Außerdem fluoreszieren sie im Dunkeln, erzählt Froese weiter: „Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Riemenfische nachts mal bis zu 20 Meter unter die Ozeanoberfläche kommen. Im Fachjargon nennen Wissenschaftler das Vertikalwanderung.“

Kein Seeungeheuer, sondern Rekordhalter
Die Wissenschaft weiß bisher wenig über den riesigen Tiefseefisch. Gefährlich ist er aber nicht, meint Meeresbiologe Rainer Froese: „Sie ernähren sich hauptsächlich von Plankton und kleinen Schwebekrebsen. Höchstens mal von einem kleinen Tintenfisch.“
Einen Platz im Guiness-Buch der Rekorde hat sich der Riemenfisch auch schon gesichert: als längster heute lebender Knochenfisch. Der längste Vertreter dieser Art soll angeblich bis zu 15 Meter lang sein. Dagegen sind die beiden Riemenfische von der kalifornischen Küste ja fast kleine Fischchen.

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Der Riemenfisch ist eine seltene Spezies. Normalerweise lebt er 1000 Meter unter der Ozeanoberfläche. Dieser Riemenfisch wurde tot an die kalifornische Küste gespült.
DPA

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