Baum des Jahres 2012 - Die Elsbeere

Alles über Pflanzen, Entdeckungen, Begegnungen, Beobachtungen, Neuigkeiten, Wissenschaft, Artenschutz

Moderator: A-Team

Antworten
Benutzeravatar
mare-mundi Redaktion
Profi
Profi
Beiträge: 815
Registriert: 19 Feb 2011 13:27
Wohnort: Salzburg
Kontaktdaten:

Baum des Jahres 2012 - Die Elsbeere

Beitrag von mare-mundi Redaktion » 20 Mär 2012 15:07

Baum des Jahres 2012 - Die Elsbeere
Newsletter: Kuratorium Wald

Anlässlich des Internationalen Tag des Waldes am Mittwoch 21.3.2012 präsentiert das Lebens-ministerium gemeinsam mit dem Kuratorium Wald die Broschüre zum „Baum des Jahres 2012“. Heuer wurde die Elsbeere (Sorbus torminalis) zum „Baum des Jahres“ auserkoren.

:arrow: http://www.himmel.at/Newsletter_neu/Ruf ... 012_1.html

Bild

Die Ernennung der Elsbeere soll ihre Popularität und ihre Verbreitung in Österreichs Wäldern, Wiesen und Gärten unterstützen. In breiten Bevölkerungskreisen ist die Elsbeere nahezu unbekannt, jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil der Biodiversität in vielen unserer Wälder. Die gemeinsame Aktion Baum des Jahres, getragen vom Lebensministerium und dem Kuratorium Wald, ist ein essentieller Beitrag für die biologische Vielfalt unserer Natur- und Kulturlandschaften, laut Lebensminister Niki Berlakovich und Kuratoriumspräsident Gerhard Heilingbrunner.

„Der Erhalt der Elsbeere ist ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Außerdem ist sie als Genuss Region Wiesen-Wienerwald Elsbeere auch unverzichtbar auf der kulinarischen Landkarte Österreichs. Daher unterstützen wir die Aufzucht junger, sowie die Pflege bestehender Elsbeeren.“, so Umweltminister Niki Berlakovich.

Das Holz des seltenen Elsbeerbaumes zählt zu den edelsten und teuersten in ganz Europa. Ein Kubikmeter Elsbeerholz erzielt in Wertholz-Submissionen einen Wert von bis zu 10.000 Euro, vergleichbar mit dem Preis eines Kleinwagens, so das Kuratorium Wald. Bereits die Kelten, Römer und Griechen priesen die kleinen Früchte als Arznei und behandelten damit den „weichen Leib“. Heute bezahlt man für einen Liter des Elsbeer-Edelbrandes gut und gerne 200 Euro, trotzdem zählt sie zu den seltensten Bäumen Europas. Einzigartigen Initiativen wie im niederösterreichischen Michelbach/Perschlingtal (http://www.elsbeerreich.at) ist es zu verdanken, dass die Elsbeere nicht gänzlich ausgestorben ist. In Österreich kommen die großkronigen Schönheiten nur noch vereinzelt vor. „Mit unserer Aktion Baum des Jahres wird die Elsbeere sicherlich zusätzliche Verbreitung in ganz Österreich finden“, ist Dr. Gerhard Heilingbrunner vom Kuratorium Wald überzeugt.

Die Elsbeeren-Broschüre und das Plakat zum Baum des Jahres wird Ende März an fast 5.000 Multiplikatoren versandt, und kann auch ab sofort beim Kuratorium Wald bestellt werden (kuratorium@wald.or.at).

Bild
Foto: Präsident Dr. Gerhard Heilingbrunner (Kuratorium Wald),
Bundesminister DI Niki Berlakovich (BMLFUW),
Veronika und Norbert Mayer (Verein Elsbeerreich)


Steckbrief zur Elsbeere

Bild

Name:Elsbeere, Sorbus torminalis
Familie:Rosengewächse
Höhe:15 - 25 Meter, als Strauch - 5m
Alter:bis ca. 100 Jahre
Rinde:dunkelgrau-braun
Blätter:ca. 5 bis 12 cm lange Spreiten
Blüte:weiße Rispen; Blütezeit Mai-Juni
Frucht:eiförmig, ca. 1,5 cm, braun
Holz:gelb bis rötlich-weiß, sehr hart, wertvoll
Gefahr:erdrängung durch andere Baumarten
Verwendung:Furniere, Möbel und Musikinstrumente; Die Früchte dienen als Basis für einen der teuersten Edelbrände der Welt



Der Internationale Tag des Waldes - 21. März 2012

Die Idee für den “Internationalen Tag des Waldes“ wurde im Jahre 1971 im Lichte der immer weiter voranschreitenden Vernichtung der Wälder und dem rasant fortschreitenden Verlust an Biodiversität geboren. Unterstützt von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird seit 1972 der 21. März als “Internationaler Tag des Waldes“ begangen. In diese Woche fällt bei uns auch der langersehnte Frühlingsbeginn – somit der richtige Zeitpunkt, um auf die Bedürfnisse der Natur aufmerksam zu machen, wenn diese aus ihrem Winterschlaf erwacht. Das Ziel des “Internationalen Tages des Waldes“ ist vor allem die Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit in Bezug auf die Wichtigkeit unserer Wälder für die Zukunft unserer Erde sowie in Bezug auf ein nachhaltiges Management aller Waldtypen, um unsere Wälder für unsere sowie die nächsten Generationen erhalten zu können. Die Aufklärung der Menschen ist dabei von essentieller Bedeutung, um auf die Notwendigkeit des Schutzes unserer Wälder aufmerksam machen zu können.


Biodiversität im Wald - Ziel 2020: Die Vielfalt im Wald stärken

In der aktuellen Biodiversitätsstrategie 2020 hat sich die EU das große Ziel gesetzt, den immer noch stark voranschreitenden Verlust an Artenvielfalt zu stoppen und bereits geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen. Bei den dafür notwendigen Programmen muss besonderes Augenmerk auf unsere Wälder gelegt werden, machen diese doch fast 50 Prozent der österreichischen Bundesfläche aus. Das Erfüllen unserer Biodiversitätsverpflichtungen bis 2020 ist dabei von jenen Maßnahmen und Förderungen abhängig, die künftig für unsere Wälder getroffen werden. Wichtige Punkte, die in der Zukunft zu erfüllen sind, sind die Erstellung von Managementplänen mit konkreten Erhaltungszielen und –maßnahmen für alle Natura 2000-Gebiete, die Aufstellung der notwendigen finanziellen Mittel für die Erhaltung, Sicherung und naturnahe Bewirtschaftung unserer Schutzwälder sowie die verbindliche Vereinbarung von biodiversitätssteigernden Zielsetzungen und –verpflichtungen auch für jene Waldflächen, die nicht unter Schutz gestellt sind.

Passauer Erklärung über die zukünftige Entwicklung von EU-Förderprogrammen
Im Rahmen der Expertenkonferenz „Waldumweltmaßnahmen – Umsetzung in Österreich und Deutschland“ im November 2011 in Passau verabschiedeten die Teilnehmer die sogenannte Passauer Erklärung. Darin wurde in Bezug auf zukünftige EU-Förderprogramme eine stärkere Projektbezogenheit für Waldumweltmaßnahmen, eine längerfristig orientierte Herangehensweise sowie längere Vertragsbindungsfristen für Waldumweltmaßnahmen als für Agrarförderungen gefordert. Denn nur so kann der Rückgang der Biodiversität in unseren Wäldern aufgehalten werden.


Alles rund um die Elsbeere

Die Region „ElsbeerReich“ im südwestlichen Wienerwald zeichnet sich durch eine weltweit einzigartige Anzahl an solitären, gut fruchtenden Elsbeerbäumen aus. Die Herstellung des hochpreisigen Elsbeer-Edelbrandes folgt einer langen Tradition und wird heute durch andere Produkte aus Elsbeeren ergänzt.

Der im Juni 2007 gegründete „Verein zur Erhaltung, Pflege und
Vermarktung der Elsbeere“ sorgt für eine Verbesserung der Produktionsbedingungen und forciert die Diversifizierung der regionalen Wirtschaft. Zu den wesentlichen wirtschaftlichen Effekten des Vereins auf die Region zählen die gezielte Bewerbung der Produkte, die Schaffung eines Absatzmarktes sowie die erleichterte Beschaffung des Rohstoffes „Elsbeere“ für die Produzenten.

Alle Informationen zur Elsbeere, zu Produkten der Elsbeere und deren Produzenten, zu aktuellen Veranstaltungen rund um die Elsbeere sowie natürlich zum Verein Elsbeerreich finden Sie unter http://www.elsbeerreich.at

TIPP: Übernehmen Sie doch eine Patenschaft für eine Elsbeere oder holen Sie Sich interessante Wandertipps beim Verein Elsbeerreich!


Das Kuratorium Wald sucht die Bäume des Jahres bis 2020

Bild

Seit mittlerweile 19 Jahren wird jährlich rechtzeitig zum Frühlingsbeginn der vom Kuratorium Wald in Kooperation mit dem Lebensministerium auserwählte Baum des Jahres präsentiert. Mit der Aufgabe der Aufklärung und Umweltbildung soll diese Aktion zum Natur- und Umweltschutz beitragen. In den letzten Jahren wurde von Seiten von Interessenten, Baumschulen, Gärtnereien und aus dem Forstsektor der Wunsch geäußert, die Bäume des Jahres schon im Voraus bekanntzugeben. Dies würde die Vorbereitungen erleichtern, die notwendigen Maßnahmen für die erhöhte Nachfrage zu treffen, damit die Aufgabe der Aufklärung und Bildung auch entsprechend erfüllt werden kann.
Kriterien für die Auswahl der vorgeschlagenen Bäume des Jahres bis 2020:

1. Seltenheit der Baumart,
2. Gefährdungsstatus der Baumart oder der von ihr besiedelten Lebensräume (z.B. Auwälder)
3. Waldprägende Baumarten in Österreich,
4. Baumarten, die bis dato noch nicht Baum des Jahres in Österreich waren,
5. Steigerung des Bekanntheitsgrad von Baumarten, die Grundlage für besondere Produkte sind (Arzneipflanzen etc.),
6. Bedeutung des Holzes als erneuerbare Energieträger, als Werkstoff, etc.

Sollten Sie Vorschläge für die Bäume des Jahres bis zum Jahre 2020 haben, bitten wir Sie, ihre Vorschläge mit Begründung per Mail an uns zu senden: kuratorium@wald.or.at

Kuratorium Wald | Alser Straße 37/16 | Tel. +43 1 406 59 38 | Fax. DW -19 | kuratorium@wald.or.at

Antworten

Zurück zu „Rund um Pflanzen“