Lebensraum schützen – Benefizveranstaltung zugunsten mare-mundi

Spring_academy_mare_mundi_Krk_Mai_2016_fossile_haizaehne (11 von 14)

Auf Initiative von Ing. Gerald Blaich (Zwettl) und der Grünen in Zwettl fand am Dienstag, den 23. Februar 2016 im Sparkassensaal eine Benefizveranstaltung zugunsten von mare-mundi statt.

Das Motto der Veranstaltung lautete „Lebensraum schützen“.

In der ersten Hälfte des Programms präsentierte der Umweltschützer, Journalist und Fotograf Matthias Schickhofer seinen neuen Bildband „Unser Urwald – Die letzen wilden Wälder im Herzen Europas“ (Brandstätter Verlag, 2015) mit wunderschönen Waldfotos. Der Autor bereiste und erforschte verborgene Waldreste und Paradiesplätze von Schweden über Deutschland oder Bosnien bis über die Ukraine und nach Rumänien – und bis in den letzten Winkel des Waldviertels.

Spring_academy_mare_mundi_Krk_Mai_2016_fossile_haizaehne (2 von 14)Im zweiten Teil stellten Ing. Gerald Blaich und Dr. Robert Hofrichter die Arbeit der international agierenden Meeresschutzorganisation mare-mundi.eu mit Sitz in Salzburg vor, die auf Forschung, Bildung und Schutz der Meere basiert.

Um die unzähligen Probleme des Meeresschutzes verständlicher und überschaubarer zu machen, haben die Vortragenden vier Themenkomplexe hervorgehoben und erklärt:

  • Überbevölkerung, Abholzung der Wälder, Bodenerosion, Zerstörung küstennaher mariner Lebensräume (speziell Korallenriffe) durch die stark erhöhte Sedimentfracht und Eintrag von Schadstoffen
  • Klimawandel, Versauerung der Meere, Korallenbleiche, Absterben von Korallenriffen
  • Plastic Planet: Verschmutzung, Plastik, Mikroplastik, Toxine
  • Überfischung, Zerstörung von Haipopulationen, Verlust von Biodiversität, Kollaps von Ökosystemen

In heutigen Zeiten, in denen deprimierende Berichte täglich zu sehen sind, fragen sich einige, ob Naturschutz überhaupt Sinn macht. Auch auf diese grundlegende Frage hat Robert Hofrichter, Gründer von mare-mundi, geantwortet:

28e7787e58342acfbaf1695b339fb386_g„Ich möchte die Menschen motivieren, dass sie nicht resignieren sollen. Wir leben in einer Welt, die durch massive Überbevölkerung und Industrialisierung und die daraus resultierende Faktoren droht ihre natürlichen Lebensräume und die Biodiversität zu verlieren. Die täglichen Nachrichten sind in jeder Hinsicht deprimierend. Man braucht Visionen, um die Dinge zum Besseren zu wenden. Dabei spielen NGOs, Naturschutzorganisationen und einzelne charismatische Persönlichkeiten wie etwa Jane Goodall eine wesentliche Rolle. Die staatlichen Naturschutzbehörden würden es in der heutigen Zeit niemals allein schaffen all die Herausforderungen zu meistern. Dazu braucht es eine aufgeklärte Zivilsgesellschaft mit möglichst vielen Menschen, die sich ihrer individuellen Verantwortung bewusst sind. Noch so kleine Schritte sind nie umsonst, sie tragen vielleicht erst später ihre Früchte. Es macht einen Unterschied, ob man unüberlegt alles konsumiert, ohne zu fragen woher es kommt. Es macht Sinn sich mit ethischen Fragen zu befassen, mit dem Ursprung der Meeresfrüchte und der Tunfische. Wir Konsumenten haben es in der Hand die Dinge auf unserem Planeten zu verbessern, so hoffnungslos es manchmal auch aussieht. Das ist – denke ich – die wichtigste Botschaft, die man als Naturschutzorganisation anderen mitgeben kann. Gemeinsam sind wir stärker, und das besonders im Zeitalter der digitalen Kommunikation.“

Mehr als 100 Gäste lauschten während der 90 Minuten dauernden Veranstaltung den Ausführungen der drei Vortragenden und honorierten ihre Bemühungen und Vorträge mit lautem Beifall. Die Veranstaltung wurde zum inspirativen Treffpunkt vieler Naturschützer und Naturfreunde aus Niederösterreich. Insgesamt fanden sich in der Spendenbox EUR 611,- für mehr Forschung, Bildung und Schutz am Mittelmeer.

mare-mundi dankt allen Besuchern und Unterstützern!

Die größte Veranstaltung des Jahres 2016 zugunsten des Mittelmeeres ist die Spring academy Krk im Mai 2016 – auch viele Besucher des gestrigen Benefizabends werden dabei sein.