Lembeh Foundation: Umweltschutz in Indonesien

Ein Erfahrungsbericht von Ramona Wunderer

Heuer verbrachten Alexander und ich im August einen Tauchurlaub in Indonesien, genauer gesagt in Nordsulawesi. Die letzte Woche führte uns in die Lembeh Strait, wir logierten in dem von Petra Schmiedl und Morten Lund Hansen geführten Lembeh Resort.

Über die großartige Unterwasserwelt und deren „Critters“ soll hier nicht berichtet werden, dafür aber über eine Initiative, die wir in dieser Region nicht erwartet hätten:

Schon der erste Eindruck nach wenigen Stunden im Ressort war überraschend – es gab keine Plastikstrohhalme (statt dessen wiederverwendbare Glasstrohhalme), auf Mülltrennung wurde Wert gelegt, auffällig war auch die Isolierung der Bungalows zur Reduzierung des Betriebs der energiefressenden Klimaanlagen und die Darreichung überwiegend lokaler (und trotzdem oder gerade deswegen schmackhafter) Produkte am Buffet.

Seit einigen Jahren leiten Petra und Morten das Ressort. Im Gespräch mit Petra erfuhren wir, dass sie Mitbegründerin der Initiative Lembeh Foundation ist. „Es hat mich ganz einfach wütend gemacht, bei einem Einkauf nicht nur Lebensmittel, sondern auch jede Menge Plastik  nach Hause mitnehmen, und nebenbei diesen Dreck überall `rumhängen sehen zu müssen. Und dagegen wollte ich etwas tun“.

Die Vision der Lembeh Foundation ist, die Bevölkerung zu überzeugen, dass Nachhaltigkeit nicht nur Schutz des eigenen Lebensraums bedeutet, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt. Als erstes bemühte sich Petra die Inhaber des Resorts und des Divecenters davon zu überzeugen – und stieß auf volle Zustimmung und die Bereitschaft zur Mitarbeit.

Die weiteren Schritte bestanden in Informationsveranstaltungen vor der Bevölkerung und Aktionen, die sich dem Ziel der Foundation widmeten – in sogenannten „Wastebanks“ werden die Einheimischen, wenn sie gesammelten Plastikmüll abliefern, mit einem Obulus belohnt. Das ist nicht unattraktiv, denkt man an das recht niedrige durchschnittliche Monatseinkommen in Indonesien. Auch Recycling wird gefördert, so entstehen aus den Plastikabfällen Clipboards, geflochtene Seile, die wiederum zu Körben verflochten werden, kleine Taschen mit Reisverschlüssen oder „Eco Bricks“ – verdichtete Plastikteile, die als Bauelemente Verwendung finden

Herstellung der Eco Bricksstolz präsentieren Mitarbeiter aus Plastikabfällen hergestellten neuen Produkte

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt aber auch in der kindergerechten Präsentation der Problematik an den Schulen. Hier einige Beispiele, was bisher geschehen ist:

 Malwettbewerb Wer liefert die schönste Zeichnung eines schützenswerten Tieres?

Das „Eco System Puzzle“: Die Kinder erhalten Fragmente eines Puzzles auf A4 Blättern, müssen diese bemalen und anschließend gemeinsam zusammensetzen, auf diese Weise erfahren sie die Bedeutung von Details für ein Ökosystem.

Clean ups: vor Ort konnten sich die Kinder von der Vermüllung der Strände überzeugen und an deren Beseitigung mitwirken.

„Elements of Nature“: Die Kinder definieren sich als Pflanzen oder Tiere und bilden einen Kreis als „Habitat“. Für die außenstehende Lehrerin ist es unmöglich, in diesen Kreis einzudringen. Wird aber ein Element – also ein Kind, das sich als Tier oder Pflanze determiniert hat – entfernt, funktioniert der Zusammenhalt der Natur nicht mehr, es entsteht eine Schwachstelle, die leicht zu durchdringen ist.

Beim letzten Punkt waren Alexander und ich persönlich dabei und konnten uns davon überzeugen mit wieviel Einsatz und Freude die Beteiligten bei der Sache sind und auf beides auf die Kinder überspringt.

Das engagierte Endziel der Foundation ist, die Aktivitäten sukzessive auf die gesamte Insel auszudehnen und auch bei den Politikern Gehör zu finden. Zu diesem Zweck bietet sie auch ein Volontärprogramm für Biologen an.

Am 17. August, der in Indonesien ein bedeutender Feiertag ist (Unabhängigkeitstag) fand im gesamten Land ein Cleanup statt.

Wir nahmen natürlich am Cleanup teil – und fanden uns in den indonesischen Abendnachrichten wieder:
http://video.metrotvnews.com/play/2018/08/19/917470/gerakan-bersih-laut-digelar-di-bitung

Wir bedanken uns beim Team des Lembeh Resorts und dem Management für diese tolle Erfahrung und wünschen für die Bemühungen, einen Mosaikstein zur „Rettung der Welt“ beizutragen, viel Erfolg.

Bericht: Ramona Wunderer
Fotos: Lembeh Foundation und Ramona Wunderer
Redaktion: Dr. Walter Buchinger