Masterarbeit – Haie und Rochen der Kvarner Bucht

Die Masterarbeit „Haie und Rochen der Kvarner Bucht“ entsteht in Zusammenarbeit mit Sharkproject. Sharkproject steht mit finanzieller und fachkundiger Unterstützung hinter dem Projekt von mare-mundi.eu.


Ein Zwischenbericht von Anna Schipany, Universität Wien

Lange bevor die Dinosaurier die Erde eroberten, durchkreuzten Haifische den Ozean. Heute sind weltweit über 500 Arten bekannt, die in allen Weltmeeren und allen marinen Lebensräumen anzutreffen sind. Davon gibt es 29 verschiedene Arten von Haien in der Adria. Im Laufe dieser Masterarbeit werden, so viele Daten wie möglich, über die historische und gegenwärtige Situation der Tiere gesammelt. Es wird eine Liste von Beobachtungen, Attacken und Fänge erstellt, die vom 19. Jahrhundert bis heute reicht. Diese Daten werden durch Literaturrecherche und in Kooperation mit meeresbiologischen Instituten, der Fischerei, Forschern, Naturhistorische Museen und Privatpersonen gewonnen, zusammenfasst und ausgewertet. Diese Daten werden mit der aktuellen Situation verglichen, um den Verlauf zu sehen, wohin der Trend führt. Diesen kann man dann mit dem Rückgang des Ertrages der Fischerei oder dem Klimawandel vergleichen.
Bild 3 KarteSchon durch die ersten Eindrücke der Recherche erkennt man, dass die Anzahl der Haie in der Kvarner Bucht sinkt. Die meisten der Haie und Rochen sind gefährdet, wegen der Zerstörung ihrer Lebensräume und Überfischung der letzten 30 Jahren. Viele der Tiere verenden als Beifang in Schleppnetzen. Mitte des 20. Jahrhunderts begann man intensiv Thunfische in der Kvarner Bucht zu fischen. Thunfische sind einer der Hauptnahrungsquellen des Weißen Haies, was den Rückgang der Aufzeichnungen und das beinahe Verschwinden dieser Art erklären würde. Es gibt leider keine konkreten gesetzlichen Gegebenheiten in Kroatien in Bezug auf Haie und somit auch keine vollständige Aufzeichnungen von Beifängen.
Bild 2 HaiDer Hai ist an der Spitze der Nahrungskette und hat einen großen Einfluss auf seinen Lebensraum. Ein Thema, das jeden betrifft und viel zu wenig behandelt wird. Ziel ist es eine Einschätzung der Situation zu gewinnen, um der Öffentlichkeit wichtige Ergebnisse und Fakten präsentieren zu können. Es wäre wichtig, wenn eine Veränderung des Managements stattfinden würde, um die Übernutzung der Haie zu verhindern und ihre bedeutende Rolle in der Adria bewahren zu können. Haie existieren schon seit vielen Millionen Jahren und haben jedes große Massenaussterbeereignis überlebt. Es wäre schade, wenn der Mensch derjenige sein wird, der die Haie an ihre Grenzen bringt.


Verwendete Literatur: Large sharks in the eastern adriatic by Alen Soldo & Ivan Jardas.

Bildquellen: Weißer Hai, http://schwebeteilchen.de/?page_id=243, Hexanchus griseus http://www.ciesm.org/forums/index.php?post/Sharks, Karte: Aufzeichnungen des Weißen Haies, Carcharodon carcharias, in der östlichen Adria von 1871 bis 1972. Paper: Large sharks in the eastern adriatic by Alen Soldo & Ivan Jardas.