Robert Hofrichters neues Buch „Im Bann des Ozeans“: Unser Blauer Planet ist einzigartig im Weltraum!

Unser Auftrag: Diesen einzigartigen Blauen Planeten und sein Weltmeer zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren! 1.337.323.000 Kubikkilometer – so viel Meerwasser enthalten in etwa die Ozeane dieser Welt. Das neue Buch von Robert Hofrichter „Im Bann des Ozeans“ lädt auch Sie zu einer unvergesslichen Exkursion in diese endlosen Wasserwelten ein und erzählt die spannendsten Geschichten aus dem nassen Kosmos.
Ein Buch, so aufregend wie ein Tauchgang in die Tiefsee!

Foto: Peter Janovicek, MareMundi

 

Wenn ein Mensch zu anderen Himmelskörpern fliegt und
dort feststellt, wie schön es doch auf unserer Erde ist,
hat die Weltraumfahrt einen ihrer wichtigsten Zwecke erfüllt.

Jules Romains

Der russische Kosmonaut Juri Gagarin sah am 12. April 1961, als erstes Menschenkind der Geschichte von Bord der Vostok 1 mit eigenen Augen, wie wunderbar und größtenteils blau unser heimatlicher Himmelskörper ist. Seinen Genossen am Boden berichtete er über Funk, er nutze seine freie Zeit allein für die Betrachtung des „Blauen Planeten“. Nicht anders machten es seine kapitalistischen Kollegen nach ihm, die Astronauten der NASA. Wer weiß was Gagarin dabei durch den Kopf gegangen sein mag. Vielleicht holte er tief Atem und seufzten sogar – nachdem er das Mikrophon abgeschaltet hatte: „Mein Gott, ist sie aber schön, unsere Erde …, wie das nur alles wunderbar zusammen passt, fast als ob es jemand so geplant hätte …“

Foto: MareMundi Archiv

Und tatsächlich: Immer besser lernen wir zu verstehen, wie unfassbar einzigartig unser Blauer Planet ist. Er entspricht dem Idealbild eines Himmelkörpers der sogenannten „habitablen Zone“. Mit diesem Begriff bezeichnen Astrobiologen den Bereich im Raum um ein Zentralgestirn, in dem auf einem Planten, der auf einer Umlaufbahn in dieser Zone unterwegs ist, die Entwicklung von Leben möglich sein könnte. Allerdings genügt das bloße Herumfliegen in diesem Raum allein nicht, damit Leben entstehen kann. Eine Fülle von physikalischen Größen und Aspekten müssen fein ziseliert aufeinander abgestimmt sein. Das beginnt schon mit der Größe des Zentralgestirns, der Sonne, und damit der „Heizung“ und der „Lampe“ des Planeten, mit der Leuchtkraft des Sterns und auch seiner Lebensdauer. Man nimmt an, dass diese mindestens vier bis sechs Milliarden Jahre umfassen muss, damit Leben nicht nur potentiell möglich ist, sondern sich auch tatsächlich entfalten kann. Unsere Sonne hat, so nimmt man an, ca. 4,6 Milliarden Jahre auf dem Buckel und wird wohl noch weitere 5 Milliarden Jahre leuchten. Wir können also beruhigt sein. Sterne mit der drei- bis vierfachen Sonnenmasse existieren dagegen nur etwa eine Milliarde Jahre lang. Mit einer solchen Sonne im Zentrum hätten wir auf der Erde gerade das Stadium der Cyanobakterien („Blaualgen“) erreicht und wären dann zugrunde gegangen.

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Und nicht nur die Größe des Zentralgestirns und der Abstand des Planeten von diesem spielt ein Rolle. Auch z.B. die Dosis der UV-Strahlung muss lebensdienlich sein: Zu wenig davon würde die chemische Evolution der Vorläufer des Lebens behindern, zu viel zersetzt die Moleküle der frühen Biochemie zu schnell, so dass keine Evolution möglich ist. Dann kommt es auf die Oberflächenbeschaffenheit des Planeten an und das Rückstrahlvermögen seiner Oberflächen, denn davon hängt es ab ob die Energie der Sonne eingefangen werden kann oder „nutzlos“ in den Raum zurückgestrahlt wird, und dann dürfen wir die Decke über dem Ganzen nicht vergessen, die Atmosphäre. Ohne diese Kuppel aus Gasen kann es keine Wärme auf einem Planeten geben und damit auch kein Verdunsten, Kondensieren und Abregnen von Wasser.

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Und damit sind wir beim vielleicht erstaunlichsten Phänomen, was die Ermöglichung des Lebens auf der Erde angeht: dem Wasser. Schon zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall trat es da und dort im Universum auf. Und überall im Weltall scheint es Eis zu geben. Aber es wurde noch kein Planet entdeckt, auf dem es derartige Mengen flüssigen Wassers gibt, dass darin 30 Meter lange und 200 Tonnen schwere Kreaturen herumschwimmen können. Die größten Ansammlungen von Wasser – die Ozeane, die eine Milliarde dreihundertsiebzig Millionen dreihundertdreiundzwanzigtausend Kubikkilometer Wasser fassen sollen – sind nicht nur die Quelle des Lebens, sondern auch ein unerschöpflicher Brunnen der Inspiration, dem man sich streng naturwissenschaftlich als Geograph, Geologe, Ozeanograph, Historiker, Wirtschaftswissenschaftler, Klimatologe, Biologe, Ökologe und auf unzähligen weiteren Wegen nähern kann. Doch können wir das Meer auch als Buch mit ungezählten Kapiteln über Geschichte aufschlagen, über Seefahrt und Kunst, über Forscherdrang, Mut und Überlebenswillen, über Grenzen und Brücken, Literatur, Ethnographie und Religion, über den Sinn für das Unendliche, über Alt und Neu. Das Meer steht für Ästhetik, Kultur und Poesie, für Lebensart und Lebenskampf, Mentalität und Psychologie, Freiheit und Phantasie, Schönheit und Lebensfreude, Traum und Sehnsucht, Zerstörung und Tod. Wahrlich, das Meer gleicht einem unendlichen Buch mit ungezählten Kapiteln. Es ist das größte Buch, das wir kennen. Der schriftlich festgehaltene „Lebenslauf“ der Meere beläuft sich auf Millionen Seiten, von seinen geistig-spirituellen Spuren im Kollektivgedächtnis und Unterbewusstsein der Menschheit ganz zu schweigen. Ich lade Sie ein einige Seiten gemeinsam mit mir aufzuschlagen. Dazu brauchen Sie vorerst nicht einmal ein U-Boot, kein Forschungsschiff, keine Sonden, kein Tauchgerät, kein chemisches Labor, ja, nicht einmal ein Mikroskop.

Foto: MareMundi Archiv

Leinen los! Unsere maritime Reise beginnt!

 

Robert Hofrichter
Im Bann des Ozeans:
Expeditionen in die Wunderwelt der Tiefe

Gütersloher Verlagshaus, 2018. Gebundenes Buch mit Schutzumschlag. Mit vierfarbigem Bildteil.
ISBN: 978-3-579-08678-1. € 20,00

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Fotos: MareMundi
Bericht: MareMundi Team
Redaktion: Peter Janovicek