Unser Meer – unsere Sorge: die Charta für das Mittelmeer in 5 Sprachen

 

Unser Meer – unsere Sorge, Charta für das Mittelmeer, das war der Titel einer Deklaration von Meeresbiologen, die am 23. Mai 2013 von 20 Wissenschaftlern in Pula unterzeichnet wurde. Die Initiatoren Mag. Gerwin Gretschel von der Meeresschule-Pula und Universität Graz und Dr. Robert Hofrichter von der Meeresschutzorganisation MareMundi haben gemeinsam mit den eingeladenen Wissenschaftlern und Meeresbiologen auf den unaufhaltsamen Trend des Mittelmeeres und der mediterranen Region zur biologisch-ökologischen Degradation aufmerksam gemacht.

Charta für das Mittelmeer

Es soll nicht bloß bei dieser Feststellung des ökologischen Niedergangs des Mittelmeeres bleiben: Wir können gemeinsam etwas dagegen tun!

Das Ziel von MareMundi und all seinen Aktivitäten ist es das Mittelmeer auf der Basis von Forschung und Bildung zu schützen und so für kommende Generationen zu bewahren. Der Slogan meer-wissen-erleben_350px steht für die drei Eckpfeiler unserer Meeresschutzorganisation: Forschung, Bildung und Schutz.

Beteiligen auch Sie sich aktiv daran, dass mehr für den dringend erforderlichen Meeresschutz getan wird. Was soll ich tun?, fragen sich viele Menschen, oder vielmehr Was kann ich überhaupt tun? Lesen Sie die Proklamation in Ruhe durch und kontaktieren Sie uns. Jeder kann auf die eine oder andere Weise Positives leisten.

4.1.1

Deutsche Fassung: Unser Meer – unsere Sorge, Charta für das Mittelmeer

Vor dem Hintergrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in der mediterranen Meeresforschung kommen die Unterzeichner dieser Charta zum Schluss, dass die ökologischen Probleme des Mittelmeeres, das bereits vor 2000 Jahren als mare nostrum (unser Meer) bezeichnet wurde, brennender sind denn je. Sie weisen darauf hin, dass trotz der Veröffentlichung unzähliger wissenschaftlicher Studien und der Unterzeichnung vieler internationaler Abkommen die meisten erforderlichen Maßnahmen zum Schutz des Mittelmeeres nicht oder nur unzureichend umgesetzt wurden.

Zu den bereits bekannten Problemen wie Eutrophierung, Verschmutzung durch Schwermetalle, Rohöl und Pestizide sowie Überfischung und Zerstörung natürlicher oder naturnaher Lebensräume kommen eine Reihe neu erkannter Belastungen wie Plastikmüll, Lärm, Versauerung des Meeres sowie Einschleppung gebietsfremder Arten und Klimawandel hinzu. Diese vielfältigen Aspekte ziehen negative, sich gegenseitig verstärkende Effekte mit unabsehbaren Folgen nach sich, die von der Bedrohung einzelner Arten bis hin zur Vernichtung ganzer Lebensräume führen können.

Die Beweislage für das Bestehen dieser Problematik ist mehr als ausreichend. Es ist nicht erforderlich, neue Studien durchzuführen oder kostspielige Konferenzen zur Entwicklung neuer Strategien abzuhalten, um die Probleme erneut zu definieren oder bereits bekannte Lösungsvorschläge zu wiederholen. Es reicht, die existierenden Beschlüsse umzusetzen.

Trotz negativer Trends in vielen Problembereichen und umfassender ökologischer Beeinträchtigungen ist das Mittelmeer gebietsweise noch in einem Ausmaß intakt, dass die Umsetzung von Schutzmaßnahmen unmittelbar positive Wirkung hätte und in jedem Fall sinnvoll wäre. Von den Küstengebieten über das offene Meer bis hinab in die Tiefsee wird jede umgesetzte Maßnahme zur Erholung des mediterranen Ökosystems und damit zur Steigerung der Lebensqualität und zum wirtschaftlichen Erfolg aller Anrainerstaaten führen.

Die unterzeichnenden Wissenschaftler fordern von der EU sowie von den zuständigen nationalen und internationalen Behörden und Institutionen, die existierenden Aktions- und Strategiepläne für das Mittelmeer endlich umzusetzen.

Derzeit sind bloß wenige Prozente der Fläche des Mittelmeeres als Schutzgebiete ausgewiesen. Neben der konsequenten Einhaltung der Schutzbestimmungen sollten weitere kleinräumige und deshalb rasch durchsetzbare Schutzzonen eingerichtet werden. Die meisten marinen Arten haben ein beträchtliches Verbreitungspotenzial. Ein dichteres Netz kleinräumiger Schutzgebiete wird daher die Bestände auch in nicht geschützten Bereichen deutlich erhöhen. Die Erfahrungen zeigen weltweit, dass sowohl Fischereiwirtschaft als auch Tourismus von solchen Maßnahmen profitieren.
Die Weiterentwicklung des Tourismus muss verantwortungsvoll erfolgen und nicht auf Kosten der noch existierenden natürlichen Lebensräume. Nur auf diesem Wege kann für die Bevölkerung der Mittelmeerländer ein nachhaltiger wirtschaftlicher und ökologischer Erfolg erzielt werden.

Das Meer ist durch Plastikmüll und dessen Zerfall zu toxischem Mikroplastik enorm belastet. Das gesamte marine Nahrungsnetz wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Dieser Tatsache muss durch eine Reduktion des Kunststoffabfalls, durch technologische Innovation, forciertes Recycling und raschen Umstieg auf leicht abbaubare Materialien entgegen gewirkt werden.

Gezielte Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und Erziehung sollen dazu beitragen, das öffentliche Bewusstsein und die individuelle Verantwortung zu fördern und zu verstärken. Wir rufen jeden Einzelnen auf, seine persönliche Verantwortung wahrzunehmen und die im eigenen Wirkungsbereich möglichen Schritte zu setzen.

Die beteiligten Meereswissenschaftler unterzeichnen diese Charta in der Überzeugung, dass die unterbreiteten Vorschläge umsetzbar sind und einen effektiven Beitrag zur Bewahrung des mediterranen Lebensraums und seiner Artenvielfalt zu leisten vermögen – zum Wohl und vielfältigem Nutzen des Ökosystems Mittelmeer und der Anrainer dieses einzigartigen Meeresbeckens.

4.1.1

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Englische Fassung: Our sea – our concern, Charter for the Mediterranean Sea

signed on 23 May 2013 in Pula by 20 marine scientists

Based on our decades-long experience as marine scientists in the Mediterranean Sea, the signatories of this Charter conclude that the ecological problems of the Mediterranean – termed mare nostrum (our sea) more than 2000 years ago – are more acute than ever. We confirm that, despite the publication of countless scientific studies and the signing of many international agreements, most of the necessary conservation measures have been insufficiently implemented or largely ignored.
The list of well-known threats such as crude oil, heavy metals, pesticides, eutrophication, overfishing and habitat destruction has been enlarged by a series of newly recognized problems including plastic litter, noise, ocean acidification, the introduction of alien species and climate change. All of these act simultaneously to compound the damage, with unpredictable overall effects. These range from threats to individual species to the collapse of entire habitats.
This problem has been more than amply documented; there is no need for new studies or costly conferences to develop new strategies, re-define existing problems or re-hash well-known solutions. The time has come to implement the existing agreements.
Despite the negative trends and pervasive ecological deterioration, the current status of many Mediterranean regions would enable protective measures to have immediate positive, meaningful effects. From the coastline to the open sea and down to the greatest depths, every implementation of existing obligations would improve ecosystem health and improve the quality of life and economic prosperity in all range states.

The undersigned scientists call on the EU and all responsible national and international agencies and institutions to comply with and implement without delay the existing strategies and action plans for the Mediterranean.
Currently, only a few percent of the Mediterranean’s surface area have received protection status. Beyond rigorously adhering to agreed conservation measures, we call for rapidly establishing a network of small-scale, more easily implementable protected areas. As most marine species have a high dispersion potential, the positive effect of this approach would go beyond the protected areas’ borders. Experience worldwide shows that both the fishing industry and tourism profit from such measures.
A responsible future development of tourism cannot be achieved at the expense of the remaining natural habitats. The sustainable economic success and ecological integrity of the Mediterranean range states is at stake.
The sea is heavily affected by plastic wastes and their decomposition into toxic microplastics, a process which affects the entire marine food web. This must be countered by reducing plastic wastes, by technological innovation, stepped-up recycling and a rapid switch to more easily degradable materials.
The research, public relations and education sectors must redirect their efforts at raising public awareness and promoting individual responsibility. We call on all citizens to fully exercise their personal responsibility and to actively engage these issues in their sphere of influence.
The participating marine scientists sign this charter in the conviction that the above goals can be realistically achieved and will contribute significantly to protecting the Mediterranean habitats and their biodiversity. This would clearly benefit the wellbeing of all and enable more harmonious multiple uses of our unique Mediterranean ecosystem.

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Foto: Marjan Richter, Ljublana

Französische Fassung: Notre mer – notre préoccupation, Charte pour la Méditerranée

signé le 23 mai 2013 à Pula par 20 scientifiques de la mer

Sur la base de notre expérience longue de plusieurs décennies en tant que scientifiques de la mer dans la Méditerranée, les signataires de la présente Charte concluent que les problèmes écologiques de la Méditerranée – appelé mare nostrum (notre mer) il y a plus de 2000 ans – sont plus que jamais d’actualité. Nous confirmons que, malgré la publication d’innombrables études scientifiques et la signature de nombreux accords internationaux, la plupart des mesures de conservation nécessaires n’ont pas été suffisamment mises en œuvre ou ont été largement ignoré. La liste des menaces bien connues telles que le pétrole brut, les métaux lourds, les pesticides, l’eutrophisation, la surpêche et la destruction de l’habitat a été allongé par une série de problèmes nouvellement reconnus, comprenant les déchets plastiques, la pollution sonore, l’acidification des océans, l’introduction d’espèces exotiques et les changements climatiques. Tous ces éléments agissent simultanément et contribues à aggraver les dommages, avec des effets globalement imprévisibles. Ceux-ci peuvent s’étendre au niveau de l’espèce individuelle jusqu’à l’effondrement de l’ensemble des habitats.
Ce problème a été plus que largement documenté, il n’y a pas besoin de nouvelles études ou des conférences coûteuses pour développer de nouvelles stratégies, redéfinir les problèmes existants et reprendre des solutions bien connues. Le temps est venu de mettre en œuvre les accords existants.
Malgré les tendances négatives et la détérioration écologique omniprésente, l’état actuel de nombreuses régions méditerranéennes permettrait aux mesures de protection d’avoir des effets positifs et significatifs immédiats. De la côte à la haute mer et vers les grands fonds, chaque mise en œuvre des obligations existantes permettrait d’améliorer la santé des écosystèmes et améliorer la qualité de vie et la prospérité économique dans l’ensemble de la région.

Les scientifiques signataires appellent l’UE, tous les organismes nationaux et internationaux et les institutions responsables à respecter et à mettre en œuvre, sans délai, les stratégies et plans d’action existant pour la Méditerranée.
Actuellement, seuls quelques pour cent de la superficie de la Méditerranée ont reçu le statut d’aires protégées. Plus facilement réalisable et au-delà de l’application rigoureuse des mesures de conservation adoptées, nous appelons à établir rapidement un réseau de plusieurs zones protégées de petites tailles.
Comme la plupart des espèces marines ont un potentiel de dispersion élevé, les effets positifs de cette approche iraient au-delà des frontières des aires protégées. À travers le monde, les expériences ont démontrées que l’industrie de la pêche et du tourisme ont profité de mesures similaires.
Un futur développement d’un tourisme dit „responsable“ ne peut pas être réalisé au détriment des habitats naturels restants. Le succès économique durable et l’intégrité écologique des pays de l’aire méditerranéenne est en cause.

La mer est fortement affectée par les déchets plastiques et leur décomposition en microplastiques toxiques, un processus qui affecte l’ensemble de la chaîne alimentaire marine. Cela doit être contré par la réduction des déchets en plastique, par l’innovation technologique, l’intensification du recyclage et par un passage rapide à l’utilisation de matériaux plus facilement dégradable.

Le secteur de l’éducation, de la recherche et des relations publiques doivent réorienter leurs efforts de sensibilisation du public et la promotion de la responsabilité individuelle. Nous appelons tous les citoyens à exercer pleinement leur responsabilité personnelle et à s’engager activement sur ces questions et ce dans leur sphère d’influence.
Les scientifiques de la mer participants, signent cette charte dans la conviction que les objectifs ci-dessus peuvent être atteints de façon réaliste et contribueront de manière significative à la protection des habitats méditerranéens et à la préservation de la biodiversité. Cela profiterait clairement au bien-être de tous et permettrait des usages multiples et plus harmonieux de notre écosystème méditerranéen unique.

4.1.1

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Spanische Fassung: Nuestro mar – nuestra preocupación, Capitulo para el mar Mediterráneo

firmado por 20 científicos marinos el 23 de mayo 2013 en Pula.

Basados en décadas de amplia experiencia como científicos marinos en el Mar Mediterráneo, los firmantes de este capítulo concluyen que los problemas ecológicos del Mediterráneo – llamado mare nostrum (nuestro mar) desde hace más de 2000 años—son más severos que nunca. Nosotros confirmamos que a pesar de la publicación de numerosos estudios científicos y de la firma de muchos acuerdos internacionales, la mayoría de las medidas necesarias para su conservación han sido implementadas de manera insuficiente o han sido ampliamente ignoradas. Todas estas amenazas actúan simultáneamente para agravar el daño, con efectos generales que son impredecibles. Estas van desde amenazas a una especie en particular hasta el colapso de un hábitat completo.

Este problema ha sido más que ampliamente documentado; no hay necesidad de nuevos estudios o conferencias costosas para desarrollar nuevas estrategias, redefinir los problemas existentes o rediscutir soluciones que son bien conocidas. Ha llegado el momento de implementar los acuerdos existentes.

A pesar de las tendencias negativas y el deterioro ecológico generalizado, el estado actual de muchas regiones mediterráneas permitiría que las medidas de protección tuvieran efectos positivos inmediatos y significativos. Desde la línea costera hasta el mar abierto y bajando hasta las más grandes profundidades, la implementación de cada una de las obligaciones existentes mejoraría la salud del ecosistema, y mejoraría la calidad de vida y la prosperidad económica de todos los países del área.

Los científicos abajo firmantes pedimos a la EU y a todos los organismos e instituciones nacionales e internacionales encargadas, cumplir e implementar sin demora las estrategias existentes y los planes de acción para el Mediterráneo.

Actualmente, sólo un pequeño porcentaje de la superficie del Mediterráneo ha recibido el status de protección. Más allá de una rigurosa adhesión a las medidas de conservación acordadas, hacemos un llamado para establecer rápidamente una red de áreas protegidas de pequeña escala que sean más fácilmente implementables. Como la mayoría de las especies marinas tienen un alto potencial de dispersión, el efecto positivo de este enfoque sería ir más allá de las fronteras de las áreas protegidas. La experiencia mundial muestra que tanto la industria pesquera como el turismo se beneficiarían de estas medidas.

Un desarrollo futuro responsable del turismo no puede lograrse a expensas de los hábitats naturales que aún se mantienen. El éxito económico sostenible y la integridad ecológica de los Estados del área del Mediterráneo están en juego.

El mar es altamente afectado por los desechos plásticos y su descomposición en micro plásticos tóxicos. Un proceso que afecta toda la cadena alimentaria marina. Esto debe ser contrarrestado con la reducción de los desechos plásticos, las innovaciones tecnológicas, la intensificación del reciclaje y el rápido cambio hacia materiales más fácilmente degradables.

Los sectores de investigación, relaciones públicas y educación, deben redireccionar sus esfuerzos para incrementar la conciencia pública y promover la responsabilidad individual. Hacemos un llamado a todos los ciudadanos para que ejerzan plenamente su responsabilidad personal y participen activamente en estos temas en su esfera de influencia.

Los científicos marinos participantes firman esta carta con la convicción de que los anteriores objetivos pueden alcanzarse de modo realista y que contribuirán de manera significativa a la protección de los hábitats mediterráneos y su biodiversidad. Esto claramente beneficiaría el bienestar de todos y permitiría múltiples usos más armoniosos de nuestro ecosistema mediterráneo único.

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Italienische Fassung: Nostro mare – nostro interesse, Carta per il Mar Mediterraneo

 firmata il 23 Maggio 2013 a Pola da 20 scienziati marini

Basandosi sulla loro decennale esperienza di studiosi del Mar Mediterraneo, i firmatari di questo Statuto concludono che i problemi ecologici del Mediterraneo – chiamato mare nostrum più di 2000 anni fa – sono più gravi che mai. Confermiamo che, malgrado la pubblicazione di innumerevoli studi scientifici e la firma di numerosi accordi internazionali, la maggior parte delle misure necessarie alla conservazione sono state implementate in maniera inefficiente o in larga parte ignorate.
La lista dei pericoli ben noti, quali petrolio, metalli pesanti, pesticidi, eutrofizzazione, eccessiva attività di pesca e distruzione dell’habitat, si è arricchita di una serie di problemi riconosciuti solo recentemente, inclusi rifiuti plastici, inquinamento acustico, acidificazione degli oceani, introduzione di specie estranee e cambiamento climatico. Ognuno di questi contribuisce simultaneamente ad aggravare i danni, con effetti complessivi imprevedibili, che possono variare dal mettere a rischio una singola specie, al causare il collasso di interi habitat.
Questo problema è stato più che ampiamente documentato; non c’è necessità di nuovi studi o costose conferenze per sviluppare nuove strategie, ridefinire problemi esistenti o rimaneggiare ormai note soluzioni. È giunto il momento di mettere in atto gli accordi già esistenti.
Malgrado il trend negativo e la pervasiva deteriorazione ecologica, lo stato corrente di molte regioni mediterranee potrebbe permettere alle misure protettive di avere immediati e sostanziali effetti positivi. Dalla costa al mare aperto, e giù nei più profondi abissi, ogni attuazione degli accordi già esistenti migliorerebbe la salute dell’ecosistema, la qualità della vita e la prosperità economica in tutte le aree afferenti.

Gli studiosi qui sotto riportati si appellano all’Unione Europea e a tutti gli enti e organizzazioni responsabili, piiieps e internazionali, affinché si ottemperi alle strategie e ai piani già definiti per il Mediterraneo, senza indugi.
Al momento solo una piccola percentuale della superficie del Mediterraneo ha ricevuto lo status di area protetta. Oltre all’adesione rigorosa alle misure di conservazione, facciamo appello affinché si stabilisca rapidamente una rete di aree protette di piccole dimensioni, e come tali più facilmente implementabili. Siccome la maggior parte delle specie marine ha un alto potenziale di dispersione, gli effetti positivi di questo approccio andrebbero oltre ai confini della singola area protetta. Esperienze in tutto il mondo mostrano come sia l’industria della pesca, sia il turismo trarrebbero profitto da tali misure.
Un futuro sviluppo responsabile del turismo non può essere ottenuto alle spese dei pochi habitat naturali rimasti. La sostenibilità del successo economico e dell’integrità ecologica dell’area mediterranea è a rischio.
Il mare risente fortemente dei rifiuti plastici e della loro decomposizione in microplastiche tossiche, un processo che colpisce l’intera catena alimentare marina. Questo deve essere affrontato tramite la riduzione di rifiuti plastici, l’innovazione tecnologica, pratiche di riutilizzo e riciclaggio, e un rapido passaggio a materiali più facilmente degradabili.
La ricerca, le relazioni pubbliche e il settore dell’istruzione devono redirigere i loro sforzi verso un aumento della consapevolezza pubblica e verso la promozione della responsabilità individuale. Ci appelliamo a tutti i cittadini affinché affrontino con responsabilità questi problemi nella loro sfera d’influenza.
I ricercatori marini firmano questa carta nella convinzione che gli obiettivi di cui sopra possano essere realisticamente raggiunti e contribuiranno in modo significativo alla protezione degli habitat del mar Mediterraneo e della loro biodiversità. Questo porterebbe chiaramente beneficio al benessere di tutti e permetterebbe di dare vita a numerosi utilizzi più armoniosi del nostro ecosistema Mediterraneo.

4.1.1

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Fotos und Bericht: Robert Hofrichter, mare-mundi.eu

 

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  1. […] über das mare nostrum, unsere Freuden und auch unsere Sorgen rund um unser Meer (z. B. Unser Meer – unsere Sorge: die Charta für das Mittelmeer in 5 Sprachen). Auch der bisher leider wenig verwendete und wenig bekannte Begriff Mediterranistik wird bei […]

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